Seite 3: Newcomer, Manager und Fan-Aktion der Saison

New­comer der Saison
Leon Bailey

Der Usain Bolt der Bun­des­liga besiegt auch seine eigene Geschichte

Die Geschichte klingt so, wie schlechte Witze anfangen, und konnte eigent­lich nur schief­gehen: Kommt ein jamai­ka­ni­scher Fuß­ball­spieler mit 15 Jahren nach Bel­gien, weil sein Stief­vater, ein im eigenen Land gesperrter Spie­ler­be­rater, ihn dorthin ver­frachtet hat. Kurz danach ver­schwindet der Mann, und Bailey ist nun unbe­glei­teter Min­der­jäh­riger“. Monate später taucht der Stief­vater wieder auf, und weil die Behörden sich für die Sache zu inter­es­sieren beginnen, bringt er Leon und seinen Bruder für zwei Jahre in die Slo­wakei zu AS Trencin in die Slo­wakei. Dann Rück­kehr nach Genk, Wechsel zu Bayer Lever­kusen, und Leon Bailey lässt sich nir­gendwo erschüt­tern, denn auf dem Platz fühlt er sich wohl. Er kom­bi­niert das Tempo eines Usain Bolt mit guter Technik. Vor allem aber geht Bailey so mutig immer wieder in Eins-gegen-Eins-Situa­tionen, wie das in der Bun­des­liga kaum ein anderer wagt. Aber was soll diesen jungen Kerl auch noch erschüt­tern?

1. Leon Bailey (63 Punkte)
2. Dennis Geiger (27 Punkte)
3. Jean-Kévin Augustin (26 Punkte)

Manager der Saison
Fredi Bobic

Vom Regel­bre­cher zum Pokal­sieger gegen alle Zweifel und Nach­reden

In einer weit zurück­lie­genden, weit­ge­hend ver­ges­senen Ver­gan­gen­heit (also vor zwei Jahren) löste die Ver­pflich­tung von Fredi Bobic in Frank­furt pures Ent­setzen aus. Was wollte die Ein­tracht denn mit dem, der war doch schon in Stutt­gart als Sport­di­rektor geschei­tert? Das mit dem Ent­setzen wurde auch nicht besser, als er begann, eine Welt­aus­wahl zusam­men­zu­kaufen. Das konnte nicht gut­gehen, waren da nicht – so raunten einige hinter vor­ge­hal­tener Hand – zu viele Jugos“ dabei? Inzwi­schen haben wir dank des Regel­bre­chers Bobic gelernt, dass nicht Natio­na­li­täten Mann­schaften machen, son­dern Men­schen. Und selbst­ver­ständ­lich ist Bobic schon immer der beste Mann“ gewesen.

1. Fredi Bobic (45 Punkte)
2. Michael Reschke (41 Punkte)
3. Chris­tian Heidel (31 Punkte)

Fan­ak­tion der Saison
United Colors of Frank­furt

Das rich­tige Signal zur rich­tigen Zeit

Ein­fach ist die Fan­szene der Ein­tracht bestimmt nicht, aber in ihrer Posi­tio­nie­rung gegen jeg­liche Form von Ras­sismus schon seit Jahren vor­bild­lich. 900 Fan­klubs mit 45 000 Mit­glie­dern unter­stützten die Choreo im Spiel gegen Hof­fen­heim und die Bot­schaft: Unsere Stadt, unser Verein und seine Fans leben von Viel­falt – aus Viel­falt wird Ein­tracht.“