1.
Der 1. FC Nürn­berg wurde 1900 gegründet, die SpVgg Fürth 1903. Dass sich die Riva­lität schnell ent­wi­ckelte, ist schon alleine geo­gra­fisch begründet: Die Städte grenzen direkt anein­ander. Das erste Spiel zwi­schen der SpVgg und dem FCN fand am 7. Februar 1904 statt – ein Test­spiel. Fürth unterlag dem nur knapp älteren Rivalen 1:4. Das Spiel war jedoch wesent­lich enger als das Ergebnis aus­sagt, was vor allem an Fritz Servas lag, dem dama­ligen Trainer der Für­ther. Der kannte den Club“ näm­lich besser als seine Wes­ten­ta­sche. Servas arbei­tete kurio­ser­weise für beide Ver­eine. Weil sein ehe­ma­liger Mit­streiter aus Nürn­berger Tagen Rein­hard Barthel nun bei der SpVgg betei­ligt war, wurde der Trainer von den Nürn­ber­gern kur­zer­hand nach Fürth aus­ge­liehen. Nach zwei Jahren kehrte er zum Club“ zurück – und führte den Verein 1905/06 gleich zur nord­baye­ri­schen Meis­ter­schaft.

2.
In den 1920er Jahren trafen im Duell Nürn­berg gegen Fürth die zwei besten deut­schen Mann­schaften auf­ein­ander. 1920 spielten die beiden Kon­kur­renten die Meis­ter­schaft auf der Sport­an­lage Sand­höfer Wiese“ in Frankurt sogar unter sich aus. Letzt­lich behielt der Club die Ober­hand. Durch Tore von Popp und Szabó setzten sich die Nürn­berger vor der dama­ligen Rekord­ku­lisse von 35.000 Zuschauern mit 2:0 durch und legten den Grund­stein für die Gol­denen 20er“: Auch 1921, 1924, 1925 und 1927 sicherte sich der FCN die Meis­ter­schaft.

3.
Nie wieder konnten zwei Ver­eine den deut­schen Fuß­ball derart domi­nieren, wie der 1. FC Nürn­berg und die SpVgg Greu­ther Fürth in den 20ern. Dabei stellten Spieler der beiden Ver­eine am 21. April 1924 sogar den kom­pletten Kader der dama­ligen Natio­nal­mann­schaft. Deutsch­land gewann erst­mals gegen die Nie­der­lande, am Ende stand es 1:0. Trotz dieses Tri­um­phes ver­brachten die Spieler aus dem Fran­ken­land die Rück­fahrt, wie auch schon die Hin­fahrt, in nach Ver­einen getrennten Zug­ab­teilen. Nürn­bergs Tor­wart Heiner Stuhl­fauth hatte die besorgten DFB-Oberen aber schon vor Abfahrt beru­higt: Da brauchen’s ka Angst ham, spielen tun wir schon mit denen. Mehr aber net!“ Beim ein­zigen Tor durch den Für­ther Karl Auer gra­tu­lierten übri­gens nur dessen Klub­ka­me­raden.

4.
Was gibt es Schlim­meres? Als der FCN zwi­schen 1918 und 1922 in 104 Ver­bands­spielen unge­schlagen blieb, endete die Serie aus­ge­rechnet gegen den Rivalen aus Fürth. Auch sieben Jahre später hatte die Spiel­ver­ei­ni­gung das bes­sere Ende auf ihrer Seite. 1929 wurde der Verein zum letzten Mal Meister. Im Finale ging es zwar nicht gegen den ewigen Kon­kur­renten aus Nürn­berg, son­dern nur gegen die Ber­liner Hertha. Irgendwie spielte der FCN aber auch eine Rolle. Das Finale wurde im Sta­dion in Nürn­berg aus­ge­tragen. Man könnte fast denken, die Nürn­berger hätten sich im kom­menden Auf­ein­an­der­treffen dafür revan­chieren wollen. Am 6. Oktober 1929 gab es in einer Partie 87 Frei­stöße und drei Platz­ver­weise.

5.
Fran­ken­derby, das heißt nicht nur ras­sige Zwei­kämpfe, das hieß lange auch: Tore am Fließ­band. Das tor­reichste Spiel fand am 25. Oktober 1908 statt. In einer Partie der nord­baye­ri­schen Gau­meis­ter­schaft besiegte der FCN den grün-weißen Kon­kur­renten 10:5. Den höchsten Sieg der Nürn­berer gab es bereits ein Jahr zuvor. Damals siegte der FCN 10:0. Die Klee­blätter“ durften ihren höchsten Erfolg am 30. Sep­tember 1956 feiern. In der Ober­liga Süd gewann die Spiel­ver­ei­ni­gung 7:2.