Als ehe­ma­liger Fuß­baller konnte Ante Covic der Ver­su­chung nicht wider­stehen. Der Ball lag genau vor seinen Füßen, also nahm er ihn in seine Hände, als er zur finalen Tour über den Platz auf­brach. Ein kurzer Plausch mit Mathew Leckie, ein Hand­schlag, schließ­lich erreichte er das Schieds­rich­ter­team, dem er ord­nungs­gemäß den Spiel­ball über­eig­nete. Es war das letzte Mal an diesem Nach­mittag, dass die Gäste aus Berlin nie­dere Hand­lan­ger­dienste leis­teten.

Selbst rein­ge­hauen

Die Spieler von Hertha BSC hatten kräftig mit­ge­holfen, dass sich Schalke 04 mit einem guten Gefühl in die Län­der­spiel­pause ver­ab­schie­dete: der erste Sieg der neuen Saison, die ersten Tore. Eins schossen die Haus­herren selbst, das abschlie­ßende 3:0 durch Außen­ver­tei­diger Jonjoe Kenny, die anderen lie­ferte Hertha zu. Innen­ver­tei­diger Niklas Stark grätschte den Ball vor der Pause zum 0:1 ins eigene Tor; danach tat es ihm Innen­ver­tei­diger Karim Rekik gleich, der den Fuß in einen Schuss von Guido Burg­staller hielt. Der Ball geht daneben und wir hauen ihn selber rein“, sagte Covic. Im Moment muss der Gegner nicht viel machen, um gegen uns zu treffen. Das müssen wir schleu­nigst abstellen.“

Drei Spiel­tage sind in der Bun­des­liga vor­über, doch schon jetzt glaubt Covic, dass sein Team Pech und Pannen für die ganze Saison“ auf­ge­braucht habe. Zwei Eigen­tore, zwei Elf­meter gegen sich – ja, ein biss­chen Pech ist dabei, aber die Pannen sind auch selbst­ver­schuldet. Und so stehen die Ber­liner, die mit ihrem neuen Trainer, mit fri­schen Ideen und ver­hei­ßungs­vollen Spie­lern hoff­nungs­froh in die Saison gestartet waren, schon jetzt ziem­lich beläm­mert da. In der Vor­be­rei­tung haben wir so gut per­formt, dass wir Hoff­nung auf mehr hatten“, sagte Covic. Das ist nicht ange­nehm und auch für mich Neu­land.“

Jetzt wird wieder hinten dicht gemacht

Hertha ist unter dem neuen Trainer noch ohne Sieg in der Bun­des­liga, hat zwei Mal hin­ter­ein­ander 0:3 ver­loren und in drei Spielen acht Gegen­tore kas­siert. Es ist klar, worauf der Fokus in den nächsten beiden Wochen liegen muss“, sagte Covic. Nicht mehr auf mit­rei­ßendem Offen­siv­fuß­ball, für den der neue Trainer eigent­lich stehen sollte, son­dern auf defen­siver Sta­bi­lität. Die Auf­tritte der Mann­schaft gäben ihm vor, was zu trai­nieren sei, erklärte Covic. Im Moment ist vor allem die Sorge vor zu vielen Gegen­toren groß: Mit dem Schnitt wird es schwierig, Spiele zu gewinnen. Da wäre ich doch naiv, wenn ich nicht daran denke, wie wir im hin­teren Bereich als Ver­bund besser stehen.“