Seite 2: Bayrische Ideen-Krise und Axel Witsel

3. Die Bayern ste­cken in einer Ideen-Krise
Borussia wird höchst­wahr­schein­lich aus einer kom­pakten Defen­sive heraus agieren. Das ist keine beson­ders gute Nach­richt für die Bayern. Sie sind es zwar gewohnt, auf defen­sive Boll­werke zu treffen. Aller­dings fiel es ihnen zuletzt schwer, aus dem eigenen Spiel­aufbau Chancen zu kre­ieren. Zu häufig suchen sie den Weg über die Flügel. Hierbei lassen sie jeg­li­ches Tempo ver­missen.

Ein großes Manko ist das Mit­tel­feld-Zen­trum. Seit der Ver­let­zung von Thiago fehlt Kovac für sein favo­ri­siertes 4 – 3‑3-System ein spiel­starker Sechser. Javi Mar­tinez über­zeugt hier zwar defensiv, ihm geht jedoch der Spiel­witz ab. Joshua Kim­mich wie­derum offen­barte auf dieser Posi­tion defen­sive Schwä­chen. Das Spiel durch das Zen­trum ist eine Schwach­stelle der Mün­chener. Das dürfte gerade gegen die im Zen­trum äußerst kom­pakt agie­renden Dort­munder zum Pro­blem werden.

4. Dort­mund ist besser in Form
Erschwe­rend hinzu kommt für die Bayern, dass ihre Schlüs­sel­spieler nicht in Form sind. Das trifft gerade auf die Außen­stürmer zu. Egal, welche Vari­ante Kovac zuletzt aus­pro­bierte: Zu selten gelang es den Außen­stür­mern, sich im Eins-gegen-Eins durch­zu­setzen. Somit erscheint es unwahr­schein­lich, dass Bay­erns Außen­stürmer die man­gelnde defen­sive Robust­heit von BVB-Außen­ver­tei­diger Achraf Hakimi wirk­lich testen können.

Im Gegenzug wie­derum sind die Dort­munder an den Schlüs­sel­stellen gut besetzt. Sechser Axel Witsel befindet sich seit Wochen in her­aus­ra­gender Form. Der Bel­gier gestaltet das Spiel vor der Abwehr. Die Angreifer wie­derum zeigen sich beweg­lich. Sancho dürfte die defen­sive Stand­fes­tig­keit von Außen­ver­tei­diger Kim­mich testen, wäh­rend Reus sich gerne in die Hal­b­räume fallen lässt; Räume, welche die Bayern zuletzt wenig bis gar nicht absi­cherten.

5. Das West­fa­len­sta­dion ist ein Boll­werk
Acht Pflicht­spiele absol­vierte Dort­mund in dieser Saison im hei­mi­schen West­fa­len­sta­dion. Die Bilanz kann sich sehen lassen: Sieben Siege, ein Unent­schieden, 30:9 Tore. Bei der Hälfte ihrer Heim­spiele erzielten sie vier oder mehr Tore. Sobald Dort­mund in Füh­rung liegt und sie ihr enormes Tempo aus­spielen können, gibt es für sie kein Halten mehr.

Inso­fern hat Uli Hoeneß Recht mit seiner Aus­sage: Man kann ja nicht nach Dort­mund fahren und sagen, ich will einen Dreier ein­fahren.“ Den­noch: Es sind ganz neue Töne aus Mün­chen, die belegen, wie gut der BVB in diese Saison gestartet ist. Sie sind nun der Favorit.