Für Uffe Bech kommt es dieser Tage knüp­pel­dick. Natür­lich, die Tat im VIP-Raum seines ehe­ma­ligen Arbeit­ge­bers Han­nover 96 gegen einen Fan von Schalke 04 bestreitet er gar nicht. Gebissen hat der Profi den Fan im August 2017. Aber aus Not­wehr, wie Bech behauptet, der des­halb die Strafe von 50 Tages­sätzen à 1.000 Euro nicht zahlen will.

Mitt­ler­weile spielt Bech als Leih­spieler bei Greu­ther Fürth. Weil er der Zah­lung nicht nachkam, muss er sich dem­nächst vor dem Amts­ge­richt Han­nover wegen Kör­per­ver­let­zung ver­ant­worten. Ein juris­ti­scher Vor­gang, der für Uffe Bech weit­rei­chende Folgen haben könnte, wenn der DFB seinen eigenen Gesetzen folgt.

Prä­ven­tiv­maß­nahme: Sta­di­on­verbot!

Wie die Fan­hilfe Han­nover in einem offenen Brief erklärt, droht Uffe Bech nach all­ge­mein­gül­tigen Regeln Sta­di­on­verbot. Sie warnen den Profi: Wir möchten dich auf diesem Wege darauf hin­weisen, dass du zusätz­lich gemäß §4 Abs. 3.1.1 der Richt­li­nien zur ein­heit­li­chen Behand­lung von Sta­di­on­ver­boten des DFB ein bun­des­weites Sta­di­on­verbot erhalten wirst. Da ein Sta­di­on­verbot selbst­ver­ständ­lich nur eine Prä­ven­tiv­maß­nahme und keine Strafe ist (vgl. §1 Abs. 2 der Sta­di­on­ver­bots­richt­li­nien), wird ein Sta­di­on­verbot bei Bekannt­werden der Ein­lei­tung eines Ermitt­lungs­ver­fah­rens aus­ge­spro­chen und nicht erst nach einer Ver­ur­tei­lung. Du musst also damit rechnen, schon in den kom­menden Tagen ein sol­ches Sta­di­on­verbot per Ein­schreiben zu erhalten.“

Tat­säch­lich emp­fehlen die Richt­li­nien des DFB, dass ein bun­des­weites Sta­di­on­verbot aus­ge­spro­chen werden soll, sobald ein Ermitt­lungs­ver­fahren in Fällen von Gewalt­taten gegen Leib oder Leben ein­ge­leitet worden ist. Wohl­ge­merkt: Wie das zustande kam und ob die Person wirk­lich strafbar gehan­delt hat, ist für ein Sta­di­on­verbot – viele Fans dürften es wissen – völlig unin­ter­es­sant.

Kein Zutritt für Bech

Und die Fan­hilfe Han­nover weiß auch: Für den Fall, dass du Mit­glied im Han­no­ver­schen Sport­verein von 1896 e.V. bist, musst du nach Erhalt des Sta­di­on­ver­bots davon aus­gehen, aus dem Verein aus­ge­schlossen zu werden. Ob du auf­grund eines Straf­tat­be­standes ver­ur­teilt wirst oder nicht ist in der Praxis nicht rele­vant. Aus diesem Ver­eins­aus­schluss ergibt sich für dich leider ein wei­teres Pro­blem: Es wird zu keinen wei­teren Ver­trags­ver­hand­lungen mit Han­nover 96 kommen, da Martin Kind aus guten Gründen ein Gespräch mit dir ablehnen wird. Schließ­lich hast du nun ein Sta­di­on­verbot und wur­dest aus dem Verein aus­ge­schlossen.“

Für Uffe Bech keine allzu rosigen Aus­sichten. Mit einem Sta­di­on­verbot dürfte der Profi schließ­lich seinen eigenen Arbeits­platz, die Arenen der deut­schen Pro­fi­ligen, gar nicht mehr betreten.

Ohne einen Anwalt…

Immerhin: Die Fan­hilfe Han­nover hat den Spieler nicht nur über das übliche Pro­ze­dere infor­miert, son­dern auch juris­ti­schen Bei­stand ange­boten. Anwälte, die in der Pro­blem­stel­lung des Sta­di­on­ver­bots bewan­dert sind, kenne die Fan­hilfe zur Genüge.