Seite 2: Eine Kosten-Nutzen-Rechnung

Doch wer sich die Szenen aus Glad­bach in Erin­ne­rungen ruft, ein Spiel, das wie ein ganz mieser Test­kick daher kam, der ahnt: Nor­ma­lität ist das nicht – im Gegen­teil. Und auch der aktu­elle Appell der Ultra­szene, auf Geis­ter­spiele zu ver­zichten und sich selbst zurück­zu­nehmen, lässt darauf schließen, dass viele Fans auf diese Art der Lebens­freude gut und gerne ver­zichten könnten.

Trotzdem wäre eine bal­dige Fort­füh­rung der Saison so richtig wie absurd. Allein aus wirt­schaft­li­cher Per­spek­tive. Klubs werden gerettet. Mög­li­cher­weise, so makaber das ist, pro­fi­tiert die DFL sogar außer­or­dent­lich. Wenn in Deutsch­land zuerst der Ball wieder rollt, so viel ist sicher, dürfte die ganze Welt dabei zuschauen.

Für die Spieler hals­bre­che­risch

Das wird etwas kosten: 20.000 Tests braucht es angeb­lich, um die Sicher­heit der Fuß­baller zu gewähr­leisten. Die aktuell gerade einmal eine Woche Zeit für Trai­ning unter Wett­kampf­be­din­gungen hätten, um sich bereit zu machen für einen hals­bre­che­ri­schen Spiel­plan im Eng­li­sche-Wochen-Takt. Die Bun­des­liga wird einen Plan brau­chen, nicht nur für die Sicher­heit vor Ort, son­dern auch, um erfolg­reich für Ver­ständnis zu werben.

Der Fuß­ball würde gerne über all diesen Dingen stehen, nur er tut es nicht. Viel­leicht ließen sich die Begeg­nungen unter dem Motto Wir spielen, damit ihr zuhause bleibt” greifen. Auch wenn ins­ge­heim jeder wüsste: Sie spielen, damit nicht auch sie bald zuhause bleiben müssen.