Wo ist nur der Tür­öffner? Als Borussia Mön­chen­glad­bach im ersten Geis­ter­spiel der lau­fenden Bun­des­li­ga­saison gegen den 1. FC Köln gewann, suchte die Mann­schaft einen Weg zu ihren Fans, die vor dem Sta­dion war­teten. Sechs Wochen ist das her. Und als sich also end­lich das Tor zur Tri­büne öff­nete und die Spieler die Treppen hinauf liefen, um mit den Fans, die da draußen vor dem Sta­dion zu Hun­derten war­teten, den Sieg zu feiern, bil­deten sich Szenen, die heute so unver­ständ­lich wie gro­tesk wirken.

Ab Mitte kom­menden Monats, mög­li­cher­weise schon am 9. Mai, soll es wei­ter­gehen mit den Geis­ter­spielen, wenn es nach den Minis­ter­prä­si­denten und der DFL geht. Das ist ein gewal­tiges Bündnis, für deren Schmiede vor allem der Fuß­ball einiges getan hat. Chris­tian Sei­fert, der DFL-Geschäfts­führer, hatte schon zu Beginn der Krise gemahnt, wer Spiele ohne Zuschauer kate­go­risch aus­schließe, der muss sich keine Gedanken mehr machen, ob wir bald mit 18 oder 20 Pro­fi­klubs in der Bun­des­liga spielen. Denn dann wird es keine 18 Pro­fi­klubs mehr geben.“

Thema: Wirt­schaft!

Das Sterben als letzter Ausweg, dar­unter geht es in diesen Tagen nicht. Und wen das nicht über­zeugt, der müsse nur auf die 60.000 Arbeits­plätze (Thema: Wirt­schaft!) bli­cken, um zu wissen, warum der Fuß­ball mit allen Mit­teln am Leben erhalten werden sollte.

Dass sich der deut­sche Pro­fi­fuß­ball als Wirt­schafts­be­trieb retten will, das ist nicht einmal ver­werf­lich. Dabei darauf zu pfeifen, dass Sport­arten wie Hand­ball, Bas­ket­ball, Eis­ho­ckey und sogar der Ama­teur­fuß­ball eher auf keine Aus­nah­me­re­ge­lungen hoffen können oder ihre Sai­sons schon ein­ge­stellt haben, ist ebenso evi­dent. Denn was ginge mit dem Kom­merz natür­li­cher einher, als sich einzig und allein um sich selbst zu scheren?

Für welche Fans?

Aben­teu­er­lich ist da schon eher die Argu­men­ta­tion der Ent­scheider, warum Geis­ter­spiele ein­ge­führt werden sollten. Ein ganz ent­schei­dender Punkt ist, dass bei Mil­lionen Fans ein wenig Lebens­freude in die Wohn­zimmer kommt”, sagte BVB-Boss Hans-Joa­chim Watzke. Und Gesund­heits­mi­nister Jens Spahn meinte: Das wäre für Mil­lionen Fuß­ball­fans ab dem 9. Mai dann wieder ein Stück Nor­ma­lität, wenn auch im leeren Sta­dion.“ Es scheint, als hätten sie schon begriffen, dass ein allei­niges Aber wir müssen doch!” für breites Ver­ständnis nicht rei­chen wird.