Der Essens­lie­fer­dienst Uber eats“ wird ab 2020/21 und für zunächst zwei Jahre neuer Namens­sponsor der ersten fran­zö­si­schen Liga. Das bringt 15 Mil­lionen Euro pro Saison ein und einen Zusatz mit sich: Durch Beginn der Koope­ra­tion wird der Spiel­ball nicht mehr schnöde vom Schieds­richter zum Mit­tel­kreis gebracht, son­dern von einem Lie­fe­ranten des sym­pa­thi­schen Start-Ups aus den USA. Eine bril­lante Idee, die nur blind­wü­tige Kom­merz­kri­ti­kaster und Fuß­ball­be­rufs­ro­man­tiker ablehnen können. Denn die posi­tiven Effekte liegen auf der Hand.

1.) Demo­kratie pur
Liberté, Éga­lité, Fra­ter­nité – Frei­heit, Gleich­heit, Brü­der­lich­keit lau­tete der Wahl­spruch der fran­zö­si­schen Revo­lu­tion. Und nachdem die Mensch­heit die Sache mit dem Gender Pay und Care Gap nahezu end­gültig und zur über­wie­genden Zufrie­den­heit weißer, alter Männer gelöst hat, sind nun die Schieds­richter dran. Denen end­lich, end­lich, end­lich die Bereit­stel­lung aller Mittel gewährt wird. Wurde auch Zeit, kann man die von allerlei Schnick­schnack (VAR!) längst über­for­derten Unpar­tei­ischen auf­atmen hören. Denn wäh­rend die Spieler in der Aus­übung ihres Hand­werks schon seit Jahren auf die Dienste von Ball­jungen zurück­greifen können, musste die Spiel­lei­tung bisher noch immer selbst dafür sorgen, dass da auch wirk­lich ein Ball im Mit­tel­kreis liegt, wenn es denn gilt. Als wäre es nicht schon schwer genug, jemanden anzupfeifen.

2.) Tracking
Der Fuß­ball, er wird immer glä­serner. Jeder Laufweg, jeder Ball­kon­takt wird ver­messen, auch die Anzahl der Tore wird erfasst. Nur der Ball selbst ist oft nur Mittel zum Zweck und erhält nicht die Auf­merk­sam­keit, die ihm gebührt. Und was wäre der Fuß­ball ohne Ball? Eben: Man­chester United unter José Mour­inho! Und will man das? Eben. Dank der Koope­ra­tion mit Uber eats“ ist zumin­dest die Daten­er­fas­sung bis zum Anstoß gewähr­leistet – Live­tracking des Lie­fe­ranten sei Dank. Danach sind Auf­ent­haltsort und Ver­weil­dauer der ver­schie­denen Spiel­bälle zwar wieder ebenso unbe­kannt wie zuvor, aber jeder Reise beginnt mit einem ersten Schritt.