Ab jetzt im Handel: Das 11FREUNDE SPE­ZIAL Die Zweite Liga“ (Alle Infos gibt es hier)
Am Freitag, 5. Sep­tember im Kino Babylon in Berlin: 40 Jahre Zweite Liga – Der 11FREUNDE Talk mit Ansgar Brink­mann, Willi Land­graf, Fried­helm Funkel, Michael Thurk uvm. (Alle Infos gibt es hier)


Björn Brun­ne­mann 

Björn Brun­ne­mann steht aktuell beim BFC Dynamo unter Ver­trag. Im Alter von 13 Jahren spielte er zusammen mit Mat­tuschka in der Lan­des­aus­wahl. Später haben die beiden gemeinsam bei Energie Cottbus und Union gekickt. Bis heute sind sie enge Freunde geblieben.
 
Wie Union mit Torsten Mat­tuschka in den ver­gan­genen Tagen umging, ist ziem­lich unwürdig. Letzte Saison war er noch der Tops­corer der Zweiten Liga, und auf einmal soll er der Mann­schaft sport­lich nicht mehr wei­ter­helfen können? Was haben sich die Ver­ant­wort­li­chen dabei gedacht?
 
Als Mat­tuschka zu Union kam, spielte der Verein noch in der Ober­liga. Seitdem hat er jeden Auf­stieg mit­er­lebt und jeden Trainer über­lebt. Er war mit Sicher­heit der mäch­tigste Mann in diesem Verein – und der wich­tigste. Neben seiner sport­li­chen Klasse war Mat­tuschka auch für die Stim­mung inner­halb der Mann­schaft von immenser Bedeu­tung. Ich erin­nere mich an etliche Aus­wärts­fahrten, bei denen wir oft viel Quatsch gemacht haben. Einmal haben wir uns nachts um zwölf ein paar leckere Schwei­ne­reien aus der Küche auf unser Hotel­zimmer bringen lassen. Außerdem war er auch für die jungen Spieler immer da, er hat geholfen, wo es ging. Wenn es hart auf hart kam, konnte man sich auf Tusche“ ver­lassen. 
 
Es ist traurig zu sehen, wie ihn die Union-Ver­ant­wort­li­chen Stück für Stück demon­tiert haben. Mit ihm geht das Gesicht von Union Berlin. Ich wün­sche ihm, dass er in Cottbus die Wert­schät­zung erfährt, die er bei Union lange auch bekommen hat. Dass er der Mann­schaft sport­lich wei­ter­helfen wird, steht außer Frage.“
 
Ste­fanie Fiebrig
Ste­fanie Fiebrig betreibt den Blog Tex­til­ver­gehen“, arbeitet als freie Foto­grafin und schreibt für das Köpe­ni­cker Magazin Maul­beer­blatt“ sowie die Ber­liner Mor­gen­post“. Sie kennt Torsten Mat­tuschka aus zahl­rei­chen Inter­views und von vielen Foto­ter­minen.
 
Man sagt immer, dass kein Spieler größer ist als der Verein. Bei Mat­tuschka ist das anders – Mat­tuschka ist dieser Verein. Nicht nur weil er lange da war, son­dern vor allem weil er als Typ alles ver­kör­pert, was die Leute an Union mögen. Eine Iden­tif­kat­i­ons­figur.
 
Fuß­bal­le­risch ist er zu einer Füh­rungs­figur geworden, dabei musste er in seinem Leben viele Tief­schläge weg­ste­cken. Er ist von der Sport­schule geflogen und wurde in Cottbus zunächst aus­sor­tiert. Doch er ist immer wieder auf­ge­standen. 
 
Mir fallen zwei Anek­doten ein, die beson­ders gut zeigen, was ›Tusche‹ bei Union aus­ge­macht hat. Im Sommer 2011 hat er auf dem Mann­schafts­foto seinen blanken Hin­tern prä­sen­tiert und damit gezeigt, dass er neben dem Anführer auch die Spaß­ka­none der Mann­schaft ist. Aber fast noch wich­tiger: Er wird immer der­je­nige bleiben, der beim 2:1 gegen Hertha im Olym­pia­sta­dion den Sieg­treffer geschossen hat. Das Jubel­bild mit John Jairo Mos­quera wird man hier nie ver­gessen.
 
An seiner Leis­tung, wird jeder Spieler bei Union künftig gemessen werden. Wobei ich auch sagen muss: Union ohne Torsten Mat­tuschka ist für mich kaum vor­stellbar.“
 
 
Karim Ben­ya­mina
Karim Ben­ya­mina kam 2005 zusammen mit Mat­tuschka zu Union und blieb bis 2011. Mitt­ler­weile spielt Ben­ya­mina beim Ber­liner AK. Er und Mat­tuschka treffen sich auch heute noch regel­mäßig und sind gut befreundet.
 
Es ist traurig, dass ›Tusche‹ Union nach so langer Zeit ver­lassen muss. Vor allem nach der Leis­tung in der ver­gan­genen Saison. Ich kann mir nur vor­stellen, dass er in das 3 – 5‑2-System, auf das Union jetzt umstellen will, nicht ganz hinein passt. Aber wenn man den Tops­corer der zweiten Liga in der Mann­schaft hat, sollte man ver­su­chen, die Auf­stel­lung um ihn herum zu bauen. Das ist nicht pas­siert, des­halb ist sein Wechsel zu Energie Cottbus richtig.
 
›Tusche‹ hat bei Union über neun Jahre immer 110 Pro­zent gegeben und wurde jetzt ein­fach so fallen gelassen. Es ist absolut ver­ständ­lich, dass er die Chance genutzt hat, wieder bei seinem Hei­mat­verein zu spielen. Das soll nicht heißen, dass ihm an Union nichts mehr liegt. Er steht immer noch hinter dem Verein. Zumin­dest mir gegen­über hat er in den letzten Tagen nie schlecht über Union geredet.
 
Ich hatte mit ihm eine geile Zeit bei Union und wün­sche ihm, dass er mit Cottbus zurück in die zweite Liga kommt. Dann wird er allen zeigen, dass er zu Unrecht bei Union nicht mehr berück­sich­tigt wurde.“
 
Mat­thias Koch
Mat­thias Koch ist freier Jour­na­list und schreibt unter anderem für den Tages­spiegel. Er ist Autor des Buches Immer weiter – ganz nach vorn“ und hat Torsten Mat­tuschka lange medial begleitet.
 
Torsten Mat­tuschka war wie der Typ von nebenan, der gleich­zeitig noch Pro­fi­fuß­baller war: Immer einen Scherz auf Lager, trotzdem boden­ständig und nie her­ab­las­send.
 
Der Höhe­punkt war, als ich bei seinem Jung­ge­sel­len­ab­schied dabei sein durfte, um Fotos zu machen. Mat­tuschka zog als Banane ver­kleidet durch Berlin. Ich war mit in dem Lokal, wo er mit Freunden und Mit­spie­lern von Union gefeiert hat. Als ich dann alle Bilder geknipst hatte und gerade los wollte, sagte Mat­tuschka: ›Mensch Matze, iss doch noch mit uns.‹ Er nötigte mich fast, da zu bleiben. Also aß ich mit ihm und seinen Freunden zu Abend. Aber irgend­etwas war komisch. Alle Gäste schauten mich die ganze Zeit an. Sie schienen auf was zu warten. Irgend­wann merkte ich einen bren­nenden Schmerz im Mund, ich wollte reden, doch die Stimme war weg. Mir war kochend heiß. Die anderen haben sich ordent­lich beeiert, und Mat­tuschka, der mir eine super­scharfe Tabasco-Sauce ins Essen gekippt hatte, lachte am lau­testen. Danach habe ich ein großes Glas Milch bekommen, der Schmerz ließ nach, und ich durfte end­lich gehen. 
 
Was ich damit sagen will: Nicht nur fuß­bal­le­risch ist ›Tusche‹ her­aus­ra­gend, auch als Stim­mungs­ka­none ist er uner­setz­lich. Ich werde ihn sicher­lich ver­missen, weil es so einen Typen in der heu­tigen Spiel­er­ge­nera­tion nicht mehr gibt. Und noch was ist sicher: Union ist ein großes Stück ärmer geworden.“


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