Turbine-Potsdam-Trainer Matthias Rudolph im Interview

»Ich schätze Deutschland sehr stark ein«

Wie steht es denn um die Teams, die nicht zur Spitze gehören? Ist das Feld vom Niveau her mittlerweile enger zusammengerückt?
Ich glaube eher, dass die Spitze breiter geworden ist. Es gibt mehr Mannschaften, die um den Titel mitspielen können – die Diskrepanz nach unten ist meiner Meinung nach aber weiterhin groß.

Kann sich das auf Sicht überhaupt einmal ändern?
Erstmal ist dieser Umstand natürlich strukturbedingt. Im europäischen Raum, aber auch in den USA oder in Kanada, kann viel mehr für den Frauenfußball getan werden. Die anderen Länder tun natürlich auch etwas, aber haben mitunter auch einfach noch nicht die Möglichkeiten, um sich im gleichen Maße weiterzuentwickeln. Hinzu kommen kulturelle Aspekte. Gerade in Europa ist die Rolle der Frau nun mal eine ganz andere als in anderen Teilen der Welt.

Welcher Nation trauen Sie in Frankreich trotzdem eine Überraschung zu?
(Überlegt). Eine Überraschung könnten die Niederländerinnen schaffen, die haben einen starken Kader. Die sind ja auch die aktuellen Europameisterinnen, deshalb stellt sich da eh die Frage, ob es eine Überraschung wäre. Bei den Weltmeisterschaften sind sie dagegen noch nicht wirklich ins Rampenlicht getreten. Ansonsten glaube ich, dass sich die etablierten Mannschaften durchsetzen.

Wer wird also Weltmeister?
Weil Spielerinnen von meinem Team dabei sind, hoffe ich auf Deutschland (lacht).

Und ganz objektiv?
Ich schätze Deutschland wirklich sehr stark ein. Hinzu kommen Frankreich, gerade im eigenen Land, und die USA. Das sind für mich die drei Favoriten.