1.
Ein legen­däres Hand­ge­menge prä­sen­tierten 1998 Wolfie, Mas­kott­chen der Wol­ver­hampton Wan­de­rers, und drei kleine Schwein­chen, die für eine Eis­fa­brik in Bristol warben. Erst ver­passte eines der Schwein­chen dem Wolf eine Ohr­feige, der retour­nierte einen saf­tigen Auf­wärts­haken. Dann der Auf­tritt von Bristol-Mas­kott­chen City Cat“, anschlie­ßend aber­mals Tumult und Hiebe. Ordner schmissen alle fünf Mas­kott­chen aus dem Sta­dion, eines der Schwein­chen musste mit einer gespal­tenen Ober­lippe ärzt­lich ver­sorgt werden.

2.
Nach dem Sieg der Dort­munder gegen den FC Bayern im April 2012 wurde BVB-Mas­kott­chen Emma foto­gra­fiert, als es seine Not­durft am Mann­schaftsbus des FC Bayern ver­rich­tete. Die BVB-Pres­se­stelle inter­pre­tierte das Bild selbst­re­dend völlig anders. Emma hätte sich bei der Ver­rich­tung sicher hin­ge­setzt, die Biene habe am wun­der­schönen Mann­schaftsbus unseres Gastes den Rei­fen­druck kon­trol­liert“. Coach Jürgen Klopp wie­derum tadelte milde: Eine über­mü­tige Aktion und viel­leicht auch unnötig.“ Man beachte das viel­leicht“.

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3.
Um ein paar Pfund für die klammen Don­caster Rovers zu sam­meln, ent­schloss sich Tracy Chandler, an Spiel­tagen die Dame im Kostüm von Donny the Dog, halb­wegs ero­ti­sche Fotos in Strapsen und mit Hun­de­kopf im Arm in der Zei­tung Sunday Sport“ zu ver­öf­fent­li­chen. Schande!“, schäumte die Rovers-Chef­etage und feu­erte Chandler. Ich dachte, das sei das Ende“, berich­tete Tracy. Ich brach zusammen!“ Uner­war­tetes Happy End: Einen Tag später, offenbar nach Betrachten der Bilder, nahmen die Bosse die Kün­di­gung zurück.

4.
Eine Eule, spa­nisch LechuZa, nis­tete unter dem Sta­di­on­dach des kolum­bia­ni­schen Erst­li­ga­klubs Atle­tico Junior de Bar­ran­quilla und erwarb sich so den Status eines Mas­kott­chens. Dann aber tau­melte sie, bei einem Rund­flug von einem Ball getroffen, dar­nieder auf den Rasen. Kicker Luis Moreno von Depor­tivo Pereira beför­derte das arme Tier mit einem Tritt über die Außen­linie. Dann ging alles ganz schnell: Exitus der Eule, wütende Sprech­chöre von den Rängen („Mörder, Mörder!“), scharfes Verhör des Delin­quenten im Mann­schafts­hotel. 

5.
Als 2001 die Maul- und Klau­en­seuche in Deutsch­land gras­sierte, kos­tete das Trans­port­verbot für Klau­en­tiere das Kölner Mas­kott­chen Hennes VII. den Besuch des Heim­spiels gegen den VfL Wolfs­burg. Immerhin war der Bock, anders als Vor­gänger Hennes I., nicht selbst schuld. Der war in anfäng­li­cher Euphorie von den Spie­lern im Mann­schaftsbus mit zu den Aus­wärts­spielen genommen worden. Nachdem er jedoch mehr­fach sein Geschäft im Bus ver­richtet hatte, schei­terte die Mit­nahme am gehar­nischten Pro­test des Bus­fah­rers. 

6.
Ritter Keule, Mas­kott­chen des 1. FC Union Berlin, wird in diesem Leben wohl kein Pazi­fist mehr, schon auf­grund des stets mit­ge­führten Mor­gen­sterns. 2002 wurde Keule gesperrt, weil er nach dem Füh­rungstor gegen den VfB Lübeck in spon­taner Erre­gung auf den Platz gerannt war. So ein Mas­kott­chen hat nichts auf dem Feld zu suchen. Dazu kommt, dass die Anfeue­rung der Fans hinter dem Tor des Geg­ners unsport­lich ist“, moserte Schieds­rich­ter­be­ob­achter und Spiel­ver­derber Win­fried Heit­mann.

7.
Arminia Bie­le­feld stellte sich auf der Suche nach einem Mas­kott­chen ziem­lich unge­schickt an. Für seinen Plan, nicht nur den Ra­sen der Bie­le­felder Alm lila zu färben, son­dern auch die MiLka-Kuh als stän­diges Mas­kott­chen zu eta­blieren, ern­tete Manager Rüdiger Lamm 1996 Hohn und Spott. Nicht minder unglück­lich war das Mas­kott­chen eines regio­nalen Bier­her­stel­lers, eine braune Plas­tik­fla­sche, bei der leider die Arme ver­gessen wurden, die des­halb ständig unter Gleich­ge­wichts­stö­rungen litt und oft unver­mit­telt ein­fach umkippte.

8.
2004 verlor der KFC Uer­dingen gegen Düs­sel­dorf, anschlie­ßend bekam KFC-Mas­kott­chen Gro­ti­fant“ vom Gäs­te­keeper was auf den Rüssel. Ich hab gesagt: ›Jungs, beru­higt euch, ihr habt doch gewonnen‹“, erläu­terte Grotifant“-Träger Andreas Boshek, da kam Keeper Carsten Nuller auf mich zu und sagte: ›Dir trete ich das Ele­fan­ten­kostüm vom Schädel.‹ Das hat er auch getan.“ Ein Duell mit Vor­ge­schichte: Schon im Spiel zuvor hatte der Ele­fant bei einem Platz­sturm der For­tuna-Fans in die Kata­komben flüchten müssen.

9.
Cyril the Swan gilt als aggres­sivstes Mas­kott­chen Groß­bri­tan­niens. Regel­mäßig prü­gelt sich der tücki­sche Schwan vom wali­si­schen AFC Swansea mit geg­ne­ri­schen Fans und Mas­kott­chen. Er atta­ckierte Schieds­richter, spur­tete aufs Spiel­feld und rem­pelte einmal einen Funk­tionär von Nor­wich City an. Die Fans soli­da­ri­sierten sich mit einer Kam­pagne („Cyril is inno­cent“), trotzdem setzte es eine Geld­strafe. Dann wurde Cyril wieder rück­fällig, riss Mill­walls Löwen Zampa“ den Kopf ab und schoss ihn auf die Tri­büne – immerhin per Vol­ley­ab­nahme.

10.
Lenny Berry war 19 Jahre lang der Dar­steller von The City Gent, Mas­kott­chen des FC Brad­ford City. Zur Aus­stat­tung gehören Melone, Akten­koffer, Trikot und eine ordent­liche Plauze. Weil Berry aber wegen einer Zucker­krank­heit 45 Kilo­gramm abnahm, passte er nicht mehr so recht ins Kon­zept. Der Klub bot ihm einen Fat Suit“ zum Über­streifen an, der ihn optisch wieder zum Sumo­ringer gemacht hätte. Berry lehnte ab und wurde prompt gekün­digt. Wir mussten ein­fach etwas tun“, gab Prä­si­dent Roger Owens nüch­tern zu Pro­to­koll.