ach, Fuß­ball, das Spiel der Welt“, wie man so sagt, ist schon eine tolle Sache. Und DDR-Barde Frank Schöbel sang es so ähn­lich: Ja ja, der Fuß­ball ist rund wie die Welt!“ Fuß­ball sei sogar eine Welt­sprache“, behaupten manche. Diese sal­bungs­vollen Worte lassen uns dann am lau­testen nicken, wenn wir im Urlaub in … sagen wir mal Okla­homa, plötz­lich einen Ein­hei­mi­schen in einem Energie-Cottbus-Trikot sehen. Zack, Gesprächs­stoff für sechs Stunden ist garan­tiert. Wun­derbar.

Andersrum wird es dagegen pro­ble­ma­tisch. Wenn wir Deut­schen uns dem Fuß­ball poly­glott nähern wollen, miss­lingt dies stets. Und damit meine ich gar nicht einmal Lothar Mat­thäus, über dessen Eng­lisch in den lau­nigen Fuß­ball-Kolumnen dieser Welt schon hin­rei­chend schen­kel­ge­klopft wurde. Na gut, oder zitieren wir ihn wenigs­tens ganz kurz, damit die liebe Seele Ruhe hat: I hope we have a little bit lucky and can win next year the cham­pi­onship title.“

You don’t can win!“

Berti Vogts machte in Schott­land ähn­liche Erfah­rungen wie Lothar in den USA. Näm­lich die, dass die Leute dort nicht deutsch spre­chen, son­dern in einer hin­ter­lis­tigen, miesen, schwie­rigen, exo­ti­schen Rand­grup­pen­sprache: Eng­lisch. Dass Berti in Schott­land auf seinen ersten Pres­se­kon­fe­renzen regel­mäßig schwär­me­risch zum Aus­druck brachte I love the art of Scot­tish foot­ball“, war gar nicht schlimm. Er meinte zwar nicht die Kunst, son­dern wirk­lich die Art, aber die Schotten fühlten sich sicher gebauch­pin­selt, weil ihren Fuß­ball zuvor durch meh­rere Jahr­hun­derte hin­durch noch nie­mand jemals mit dem Wort Kunst“ in einem Satz genannt hatte.

Pro­ble­ma­ti­scher ist da schon, dass Berti Vogts im End­sta­dium seiner Tätig­keit bei den Bra­ve­hearts kon­sta­tierte: Only with pas­sion and only with aggres­sive play you don’t can win!“ (wört­lich!) Kurz darauf wurde er ent­lassen. Nun ist er Natio­nal­trainer Nige­rias. Und vor­aus­sicht­lich ringt er zur Stunde um die Aneig­nung der nige­ria­ni­schen Spra­chen.
Garstig werden unzu­rei­chende Sprach­kennt­nisse, wenn man sich in fal­schem Eng­lisch ein Tattoo ste­chen lässt wie Stefan Effen­berg, der sich mit Ex-Gespielin Claudia Strunz den hüb­schen Satz TRUE LOVE NEVER DIE!“ hat ste­chen lassen. Der Ste­cher, und damit ist aus­nahms­weise mal nicht Effe selbst gemeint, vergaß somit am Ende ein s“ – nie­mandem fiel es auf. Bestür­zend ist, dass – wie wir heute wissen – auch wahre Liebe“ sehr wohl ab und an mal stirb(t), sobald näm­lich nebenan eine wil­lige, blonde Nach­barin wohnt, die auf den dümm­li­chen Kose­namen Trinka“ hört, sich vor nichts ekelt und des­halb furchtlos mit Effe in die Kiste steigt. Ob sie beim Lie­bes­spiel über das feh­ler­hafte Tattoo gelacht hat oder auch wieder zu blöde ist, um den Fehler zu bemerken, ist nicht über­lie­fert. Über­lie­fert ist aber ein wun­der­schöner Satz seiner Ex Claudia Strunz: Unsere Tren­nung ist momentan end­gültig!“

Momentan end­gültig dürfte auch Schalkes Chris­tian Pander sämt­li­chen Respekt im eng­li­schen Sprach­raum ver­loren haben. Pander hat sich zu einer Musi­ker­kar­riere ent­schlossen und als Rapper einige Tracks auf­ge­nommen, die text­lich erstaun­lich gut gelungen waren … wenn Pander Grund­schüler wäre. So jedoch klingen sie eher wie die kon­se­quente Fort­set­zung der längst ver­drängten Rap­per­kar­riere von Daily-Soap-Knall­charge Oli P.“ (heute 59) mit anderen Mit­teln. Reime wie: Meine Familie war nicht arm, aber auch nicht reich – Trotzdem wuchs ich mit Liebe auf, und es hat mir gereicht“ hätte mein Deutsch­lehrer mir damals mit Schma­ckes um die Ohren gehauen. Aber gut, es waren halt andere Zeiten. Viel nie­der­schmet­ternder noch als Pan­ders Musik und Texte ist ohnehin das Pseud­onym geraten, das Pander sich gewählt hat: Er nennt sich Funky Pee“. Yo man. Denn Pee“ bedeutet nun mal, ich kann es nicht ändern, auf Eng­lisch … Pisse.