Seite 2: Wie die Fans die Lage interpretieren

Auch unter den Fans des VfL Wolfs­burg war die Über­ra­schung dann nicht mehr beson­ders groß. VfL-Ikone und Sport­di­rektor Marcel Schäfer sei den Fragen zur Zukunft des Trai­ners bereits in der Win­ter­pause auf­fällig deut­lich aus­ge­wi­chen, heißt es aus Fan­kreisen. 

Nicht zuletzt weil über die tat­säch­li­chen Beweg­gründe also kaum mehr als spe­ku­liert werden kann, ist der anste­hende Abschied Lab­ba­dias in Wolfs­burg ver­gleichs­weise unauf­ge­regt zur Kenntnis genommen worden. Man ist nach den ver­gan­genen Chaos-Jahren mit zwei Fast-Abstiegen und etli­chen Trai­ner­wech­seln – Lab­badia ist der fünfte Coach in den ver­gan­genen zwei­ein­halb Jahren – ein wenig lei­den­schaftslos geworden.

Team Lab­badia

Im Wesent­li­chen spaltet sich die Anhän­ger­schaft aber in zwei Posi­tionen. Auf der einen Seite stehen die Befür­worter Lab­ba­dias, die ihm die Haupt­ver­ant­wor­tung für den aktu­ellen sport­li­chen Erfolg seiner Mann­schaft antragen. Nach der letzt­jäh­rigen Ret­tung in der Rele­ga­tion hat sich der VfL Wolfs­burg in dieser Serie zwi­schen­zeit­lich bis auf Platz 5 gehievt. Mit aktuell 39 Punkten sind bereits nach 25 Spiel­tagen sechs mehr als in der Vor­saison gesam­melt. Das ursprüng­liche Sai­son­ziel Klas­sen­er­halt ist auch rech­ne­risch so gut wie ein­ge­tütet, sodass mitt­ler­weile eifrig in Rich­tung Europa geschielt wird.

Zudem gefällt vielen die ruhige, geer­dete und den­noch welt­män­ni­sche Art Lab­ba­dias, mit der er sich in Wolfs­burg, der kleinen Stadt mit dem großen Anspruch, gut ein­fügte. Schmadtke dagegen gilt ihnen als unkal­ku­lier­bares Risiko. Fakt ist: Der Manager eckt immer wieder an. Schon bei sämt­li­chen vor­he­rigen Sta­tionen geriet er irgend­wann mit Funk­tio­nären und Trai­nern anein­ander. In Han­nover soll Schmadtke mit Trainer Slomka irgend­wann fast gar nicht mehr gespro­chen haben.

Rei­sende soll man nicht auf­halten

Von der anderen Seite heißt es, Lab­badia habe seinen Auf­trag erfüllt, nun sei es eben an der Zeit, wei­ter­zu­ziehen. Der Abstieg 2018 wurde ver­hin­dert und der Mann­schaft eine neue Sta­bi­lität gegeben. Wir­kich nach­haltig sei diese aller­dings nicht. Guten Spielen folgten ver­meid­bare Punkt­ver­luste. Zuletzt gab es gegen den FC Bayern gar die höchste Nie­der­lage der Bun­des­liga-Geschichte.

Dazu soll Lab­badia in der Win­ter­pause neue Spieler gewollt, aber nicht bekommen haben. In seinem nun vor­zeitig ver­kün­deten Abschied sehen manche des­halb ein ein­ge­schnapptes und wenig pro­fes­sio­nelles Ver­halten. Schmadtke rechnen sie dagegen an, die nötige Ruhe in den Verein zu bringen. 

Hof­fen­heim, Schalke oder Madrid

Auch über ein mög­li­ches neues Enga­ge­ment Lab­ba­dias wird spe­ku­liert. Er werde den in der kom­menden Saison vakanten Trai­ner­posten in Hof­fen­heim über­nehmen, war zu lesen. Auch mit dem FC Schalke wurde er in Ver­bin­dung gebracht. Auf Twitter unkte jemand über den Trai­ner­wechsel bei Real Madrid: Bitter natür­lich für Bruno, dass Zidane so knapp vorher zuge­griffen hat“. Lab­badia erklärte unter­dessen, er habe kei­nerlei Beschäf­ti­gung in Aus­sicht.

So bleibt dem VfL Wolfs­burg nur, die Saison geordnet zu Ende zu bringen und sich früh­zeitig auf die Suche nach einem Nach­folger Lab­ba­dias zu machen. Man darf gespannt sein, wie die Mann­schaft auf die Mel­dung reagieren wird. Denn dass Lab­badia nicht über die Saison hinaus in Wolfs­burg bleiben wird, ist zwar sicher. Ob er aber in jedem Fall die lau­fende Runde zu Ende bestreiten wird, ist noch nicht aus­ge­macht.