Wenn der VfL Wolfs­burg mit Bruno Lab­badia heute auf For­tuna Düs­sel­dorf trifft, geht es für den Wolfs­burger Trainer in gewisser Weise auch gegen seinen wan­delnden Gegen­part. Im dies­jäh­rigen Win­ter­trai­nings­lager der Düs­sel­dorfer war bekannt geworden, dass Fried­helm Fun­kels Ver­trag nicht über die lau­fende Saison hinaus ver­län­gert wird. Ich bin sehr, sehr ent­täuscht“, sagte der sicht­lich emo­tional ange­schla­gene Auf­stiegs­trainer und beklagte das man­gelnde Ver­trauen. Vier Tage später folgte die Kehrt­wende: Fun­kels Ver­trag wurde bis 2020 ver­län­gert.

Vier Tage sind nun auch ver­gangen, seit Bruno Lab­badia seinen Abschied vom VfL Wolfs­burg ver­kündet hat. im Sommer soll Schluß sein. Dass sich an dieser Ent­schei­dung noch einmal etwas ändern wird, war und ist im Gegen­satz zum Fall Funkel aller­dings nicht zu erwarten. Zu ent­schlossen hat sich Lab­badia gegen ein wei­teres Enga­ge­ment aus­ge­spro­chen, zu unüber­windbar sind scheinbar die Dif­fe­renzen mit dem Wolfs­burger Sport­vor­stand Jörg Schmadtke.

Chemie stimmt nicht

Die Hin­ter­gründe der, wie es scheint, ein­ver­nehm­li­chen Tren­nung sind bisher weit­ge­hend unklar. Alle Betei­ligten legen bisher eine erstaun­liche Ver­schwie­gen­heit an den Tag.

Klar ist – und womög­lich ist das auch schon das ganze Geheimnis –, zwi­schen Lab­badia und Schmadtke stimmt die Chemie über­haupt nicht. Ent­spre­chend lesen sich die ersten State­ments von Trainer und Manager zum Geschehen unter­halb der Woche. Schmadtke spricht ledig­lich davon, den Zeit­punkt der Ent­schei­dung zu bedauern. 

Ver­rä­te­ri­scher Kon­junktiv

Lab­badia hin­gegen wurde recht deut­lich: Eine wei­tere Zusam­men­ar­beit wäre für den VfL nur ziel­füh­rend und sinn­voll, wenn ein kon­se­quenter fach­li­cher Aus­tausch zwi­schen den sport­li­chen Ver­ant­wort­li­chen über die gesamte Saison gegeben wäre.“ Selten hat wohl ein Kon­junktiv derart viel über das gestörte Ver­hältnis zweier alter Hasen im Fuß­ball-Geschäft ver­raten: Die Mun­keleien, wonach Lab­badia und Schmadtke seit Monaten anein­ander vorbei arbeiten, dürften damit als erwiesen gelten.

Dass Lab­badia über die lau­fende Saison eine Per­spek­tive in Wolfs­burg hat, schien in den ver­gan­genen Wochen ohnehin immer unwahr­schein­li­cher zu werden. Stets hieß es von allen Seiten, es bestehe Einig­keit, sich erst im April zu ergeb­nis­of­fenen Ver­hand­lungen über eine mög­liche Ver­trags­ver­län­ge­rung zusam­men­zu­setzen. Dass von dieser Devise trotz des sport­li­chen Erfolgs der Wolfs­burger nicht abge­wi­chen wurde, wer­teten viele bereits als deut­li­ches Zei­chen gegen eine Fort­füh­rung des Enga­ge­ments Lab­ba­dias.