Die ver­gangen Wochen waren für die Fans vom spa­ni­schen Erst­li­gisten CD Leganés mit Sicher­heit nicht leicht. Denn ihr Team steht nicht nur mitten im eisigen Abstiegs­kampf, auch auf ihren Tops­corer und Dau­er­brenner Martin Braithwaite werden sie ab sofort ver­zichten müssen, was den sport­li­chen Aus­blick der Pepi­n­eros“ in der Rück­runde nicht gerade ver­bes­sert. Am Don­ners­tag­vor­mittag gab der FC Bar­ce­lona die Ver­pflich­tung von Braithwaite bekannt. Die Kata­lanen zahlten seine Aus­stiegs­klausel von knapp 18 Mil­lionen Euro – trotz des bereits geschlos­senen Trans­fer­fens­ters. Und wäh­rend sich die Kata­lanen auf einen neuen und treff­si­cheren Mann in ihrer Offen­sive freuen dürfen, steht Leganés nun vor großen Fra­ge­zei­chen und äußert scharfe Kritik gegen­über der Liga.

Immer wieder kamen in den ver­gan­genen Wochen in Folge der erneuten schweren Ver­let­zung von Barças Ous­mane Dem­bélé Gerüchte auf, dass der amtie­rende spa­ni­sche Meister noch ein Mal auf dem Markt tätig werden könnte. Denn neben Ous­mane Dem­bélé steht auch Luis Suaréz auf der Liste der Lang­zeit­ver­letzten bei den Kata­lanen. Dem­bélé hatte sich nach seinem Come­back im Mann­schafts­trai­ning einen Seh­nen­riss im Ober­schenkel zuge­zogen und wird bis zum Ende der Saison nicht mehr auf­laufen können. Was die Ver­ant­wort­li­chen von Bar­ce­lona wie­derum dazu befugte, einen Not-Transfer“ zu tätigen – auch außer­halb der Trans­fer­pe­riode, die bereits seit mitt­ler­weile drei Wochen beendet ist.

Doch dank einer Son­der­re­ge­lung der spa­ni­schen Liga ist es Ver­einen erlaubt, im Falle von scher­wie­genden und lang­fris­tigen Aus­fällen auf der­selben Posi­tion auch danach noch auf dem Markt aktiv zu werden. Die Aus­fall­zeit des Spie­lers muss dabei min­des­tens fünf Monate betragen. Und erst nachdem der Antrag des Ver­eins vom spa­ni­schen Ver­band geneh­migt wurde, haben die Ver­ant­wort­li­chen 15 Tage Zeit, einen der­ar­tigen Not-Transfer“ abzu­wi­ckeln. Der Spieler muss dabei ent­weder ver­tragslos sein oder bei einem anderen spa­ni­schen Klub unter Ver­trag stehen.

Ein enormer und irrepa­ra­bler Schaden“

Und um zu ver­stehen, welche Kon­se­quenzen der Wechsel von Martin Braithwaite für den Verein hat, müssen wir etwas weiter aus­holen. CD Leganés stieg 2016 erst­malig in die erste Liga auf und gehört nicht gerade zu den Ver­einen der La Liga, die über ein rie­siges Budget ver­fügen. Aktuell stehen sie auf dem vor­letzten Tabel­len­platz und sind sogar das Team mit den wenigsten Tore der gesamten Liga. Ein­ziger Licht­blick bis­lang: Martin Braithwaite, der mit (immerhin) acht Toren Tops­corer von Leganés war. Außerdem absol­vierte kein anderer Spieler der Mann­schaft so viele Minuten wie der Däne. Sprich: Mit dem Wechsel ent­fällt den Pepi­n­eros“ eine unver­zicht­bare Größe und den Anhän­gern einer der wenigen Hoff­nungen auf den Klas­sen­er­halt.

Und im Gegen­satz zu Barça hat Leganés nun nicht die Mög­lich­keit noch ein Mal aktiv werden und auf den Aus­fall ihres Stür­mers reagieren. Die spa­ni­sche Liga muss sich nach dem voll­endeten Wechsel scharfer Kritik von den Leganés-Ver­ant­wort­li­chen aus­ge­setzt sehen. Denn im End­ef­fekt konnte Barça sein Pro­blem zwar lösen. Gleich­zeitig wird es aller­dings auch wei­ter­ge­geben. Genau das kri­ti­sierte nun auch Leganés Gene­ral­di­rektor Martín Ortega auf einer Pres­se­kon­fe­renz: Wir wollen unsere Stimme erheben. Uns wurde mit dem Transfer ein enormer und irrepa­ra­bler Schaden zuge­fügt. Wir können die Rege­lung ein­fach nicht nach­voll­ziehen.“

Imago46697204h

Martín Ortega

Imago Images