Das Internet ver­gisst nichts. Neu­ester Beweis: Phil Neville, lange Jahre für Man­chester United am Ball und seit zwei Tagen Trainer der eng­li­schen Frauen-Natio­nal­mann­schaft, sieht sich schon am Tag nach seiner Ernen­nung mit sechs Jahre alten Tweets kon­fron­tiert, die ein­hellig als sexis­tisch und misogyn ver­ur­teilt werden.

Dass Frauen in der Früh ja damit beschäf­tigt sein sollten, sich um Früh­stück und die Kinder zu küm­mern, schreibt er da. Frauen, die für Gleich­be­rech­ti­gung ein­stehen, seien Heuch­le­rinnen. Und der Tief­punkt: Ein Bei­trag, der sich scheinbar über Gewalt gegen Frauen lustig machen soll.

Eine halb­gare Ent­schul­di­gung

So weit, so daneben. Ebenso sicher wie das Internet nicht ver­gisst, sind in der Regel auch die halb­garen Ent­schul­di­gungen, die dann folgen. Bei­spiel Phil Neville: Ich möchte klar­stellen, dass meine Kom­men­tare nicht meinen wahren und echten Cha­rakter wider­spie­geln. Ich möchte mich ent­schul­digen.“

Der Twitter-Account ist natür­lich inzwi­schen gelöscht. Wie es die gute Sitte ver­langt, springt auch Nevilles Ehe­frau dem Ange­klagten bei, die zu Pro­to­koll gibt, dass ihr Ange­trauter der ehr­lichste, net­teste, groß­her­zigste, lie­bens­wür­digste und flei­ßigste Mann“ und sowieso ein wun­der­voller Ehe­mann und Vater“ sei.

Nehmen wir an, Nevilles Ent­schul­di­gung ist den­noch ernst­ge­meint. Gehen wir auch davon aus, dass Neville keine Frauen hasst. Trotzdem wirft es zumin­dest einige Fra­ge­zei­chen auf, dass jemand, der min­des­tens gedan­kenlos-däm­liche Tweets über Frauen ver­fasst, eher aber ein Chau­vi­nist der alten Schule ist, nun das bedeu­tendste Frau­en­team Groß­bri­tan­niens coa­chen soll.