Seite 3: „In dieser Krise sieht man, wie wichtig Fans für unseren Sport sind“

Was löst die Vor­stel­lung in Ihnen aus, ein ganzes Jahr in leeren Sta­dien und ohne diese Fans Fuß­ball spielen zu müssen?
Die Vor­stel­lung macht mich traurig. Spe­ziell bei uns in Glad­bach sind die Zuschauer wie ein zwölfter Mann, die Unter­stüt­zung im Borussia-Park ist enorm. In dieser Krise sieht man mal, wie wichtig Fans im Sta­dion für unseren Sport sind.

Als einer von nur wenigen Bun­des­liga-Profis haben Sie bereits Erfah­rung mit Geis­ter­spielen, kurz vor der Corona bedingten Unter­bre­chung spielten Sie mit Glad­bach ohne Zuschauer gegen Köln. Ein komi­sches Gefühl?
Sogar ein extrem komi­sches Gefühl. Nor­ma­ler­weise singen unsere Fans das ganze Spiel über, an dem Abend fehlte diese Stim­mung, dieser Elan von außen. Aber es hilft ja nichts. So lange keine Fans ins Sta­dion dürfen, hoffe ich darauf, dass sie uns vor dem Fern­seher anfeuern werden. Im Borussia-Park selber haben wir stell­ver­tre­tend für sie zumin­dest ein paar Papp­fi­guren auf­ge­stellt. So sind die Fans zumin­dest ein biss­chen dabei.

Viele Men­schen in Deutsch­land haben wenig Ver­ständnis dafür, dass die Bun­des­liga unbe­dingt die Saison beenden möchte. Wie sehen Sie die Dis­kus­sion?
Ich sage: Die Politik muss über dieses Thema ent­scheiden. Die großen Instanzen. Und ich ver­traue darauf, dass die Men­schen in den ver­ant­wort­li­chen Posi­tionen wissen, was sie tun. Dem­entspre­chend werde ich auf das hören, was sie sagen. Und wenn sie sagen, dass es ver­tretbar ist zu spielen, dann spiele ich auch.

Haben Sie sich in den ver­gan­genen zwei Monaten eigent­lich gelang­weilt?
Nein, gar nicht, für mich selber sind die Wochen wie im Flug ver­gangen. Ich hatte Zeit, mir ein paar eigene Par­tien aus der Saison anzu­schauen und mein Spiel zu stu­dieren. Außerdem bin ich sowieso gerne zu Hause und gehe auch nor­ma­ler­weise nicht dau­ernd raus. Zudem hatten wir Spieler ja ein straffes Pro­gramm zu erle­digen, unsere Trainer hatten zig Übungen für zu Hause vor­be­reitet.

Warum sollten wir nicht Deut­scher Meister werden?“

Also muss sich auch nie­mand um ihr Kampf­ge­wicht sorgen…
Nein, ich bin nicht dick geworden. (Lacht.) Ich esse auch kein Junk­food, son­dern koche selber: Nudeln, Reis, Fisch, Hühn­chen. Ich liebe Hühn­chen.

Was haben Sie in der Zeit ohne Bun­des­liga-Fuß­ball am meisten ver­misst?
Mir fehlt genau das, die Bun­des­liga, der Wett­kampf. Ich bin Leis­tungs­sportler, ich will mich beweisen. Wenn ich das nicht machen kann, nervt das gewaltig.

Sie selber haben gleich in den ersten Monaten in Deutsch­land sport­lich über­zeugt, auch für Ihre Mann­schaft lief es her­vor­ra­gend. Glauben Sie, dass Sie mit Glad­bach eines Tages Deut­scher Meister werden können?
Natür­lich, wir haben in dieser Saison gezeigt, dass wir eine gute Mann­schaft sind und große Spieler haben. Wir haben die Bayern zu Hause geschlagen, wir haben einen guten Chef­trainer und ein gutes Trai­ner­team. Warum sollten wir nicht Deut­scher Meister werden?