Spa­nien
In die Fuß­stapfen von Vicente del Bosque zu treten, ist unge­fähr so dankbar, wie Albert Ein­stein mit einer Idee zu kommen, kurz nachdem er die Rela­ti­vi­täts­theorie auf­ge­stellt hat. Aber irgend­je­mand muss den Job ja machen.

In diesem Fall ist das Julen Lope­tegui, 47 Jahre alt. Größte Erfolge: keine. Weder bei Rayo Valle­cano noch beim FC Porto konnte sich der ehe­ma­lige Tor­wart nach­haltig in die Ver­eins­his­torie coa­chen. Immerhin ist er dem Ver­band bes­tens bekannt. Zwi­schen 2010 und 2014 stand er sowohl der U19 als auch der U20 und U21 vor. 

Ein großer Vor­teil könnte sein, dass dem gebür­tigen Basken keine Vor­liebe für einen der beiden größten Ver­eine des Landes nach­ge­sagt werden dürfte. Lope­tegui hielt als Spieler sowohl für den FC Bar­ce­lona als auch für Real Madrid den Kasten sauber. 

Der Kader für das erste Qua­li­fi­ka­ti­ons­spiel gegen Israel unter­scheidet sich nur unwe­sent­lich vom EM-Kader. Andres Iniesta ging von allein, Iker Cas­illas wurde vor­erst nicht berück­sichtig. Dafür kehrt Bay­erns Javi Mar­tinez zurück. Als Hoff­nungs­träger gelten Reals Shoo­ting­star Marco Asensio und Atle­ticos Saul, der vor seinem Län­der­spiel­debüt steht.

Bel­gien
In Bel­gien setzt man nach der ent­täu­schenden EM eben­falls auf einen neuen Trainer: Roberto Mar­tinez. Auch nicht gerade die Kir­sche auf dem Kuchen inter­na­tio­naler Top-Trainer, aber immerhin in Eng­land mit einem guten Ruf behaftet.

Sofern man nicht gerade bei den Fans seiner letzten Sta­tion, dem FC Everton, nach­fragt. Denn wäh­rend er bei Swansea und Wigan für seine gute Auf­bau­ar­beit gelobt wurde, lie­ferte er bei den Tof­fees“ vor allem in einer Dis­zi­plin Top­werte ab — beim Auf der Stelle treten“. 

Richtig spek­ta­kulär dagegen ist der neue Co-Trainer der roten Teufel: Thierry Henry. Der wollte eigent­lich im Nach­wuchs­be­reich des FC Arsenal ein­steigen, doch Arsène Wenger wollte sich par­tout nicht damit anfreunden, dass Henry seinen hoch dotierten Ver­trag als TV-Experte nicht ruhen lassen wollte.

Für den bel­gi­schen Ver­band ist das hin­gegen kein Pro­blem. Aus lauter Dank­bar­keit spendet Henry dafür seine Co-Trainer-Gage einem sozialen Zweck. Was zu ver­schmerzen sein sollte, da die sich angeb­lich ohnehin nur auf eher sym­bo­li­sche 50.000 Euro pro Jahr belaufen soll.

Was man dafür kriegt? Zumin­dest schon mal mar­kige Worte: Bel­gien kann Geschichte schreiben, man muss nur daran glauben“, so Henry.