Kopie von QUADRAT 1 1 für Hochformate 9

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Stefan Bre­de­höft vs. Chris­tian Ziege und Armin Prill

Es muss in der Saison 1982/83 gewesen sein. Ich spielte in der C‑Jugend für meinen Hei­mat­verein TV Oyten. Wir hatten damals eine Klub-Freund­schaft mit dem TSV Rudow Berlin, der uns zum Gast­spiel einlud. Die Ber­liner emp­fingen uns auf feinster Schlacke – und ver­sohlten uns so richtig. End­stand: 2:10! Nicht sehr freund­schaft­lich. Als rechter Ver­tei­diger bekam ich es mit einem Linksfuß zu tun, gegen den ich keinen Stich tat. Sein Name: Chris­tian Ziege. Ein Jahr später besuchten uns die Rudower in Oyten, jeder von uns beher­bergte einen Gast­spieler. Bei mir war das Armin Prill, der dann später immerhin bei Energie Cottbus unter Ver­trag stand. Heute ist er übri­gens Trainer bei der dritten Mann­schaft von Hertha BSC. Viel­leicht sollte ich die alten Kon­takte mal wieder auf­fri­schen und mich nach einer Stamm­platz­ga­rantie erkun­digen. Der alten Zeiten wegen.

Jonas Heyenga vs. Shko­dran Mus­tafi

2005 emp­fing unsere C‑Jugend von der JSG Steinau/​Marjoß in der Bezirks­liga Fulda den SV Roten­burg, die bis dahin jedes Spiel gewonnen hatten und auch uns keine Chance lassen sollte. Was vor­rangig an einem bul­ligen Stürmer lag, der uns sieben oder acht Stück ein­schenkte. End­ergebnis: 0:12. Was für eine Packung. Etwas Erleich­te­rung ver­schaffte uns die Tat­sache, dass dieser Typ ein Jahr später bei einem Hal­len­tur­nier vom Ham­burger SV ent­deckt wurde und später sogar beim FC Everton unterkam. 2014 wurde Shko­dran Mus­tafi dann Welt­meister.

Ein bul­liger Stürmer schenkte uns sieben oder acht Stück ein“

Jonas Heyenga

Ralf Simon vs. Bodo Ill­gner

Als ich noch jung, schnell und kna­ckig war, spielte ich in der Jugend für den ruhm­rei­chen SV Blau-Weiß Oede­koven am Stadt­rand von Bonn. In der A‑Jugend, Saison 1982/83, emp­fingen wir den 1. FC Hardt­berg zu einem Freund­schafts­spiel auf unserem hei­mi­schen Geläuf, das nur 300 Meter von meinem Eltern­haus ent­fernt lag. Wie immer spielte ich auf Links­außen. Weil meine 1,65 Meter offenbar wenig Gefahr aus­strahlten, wies der geg­ne­ri­sche Keeper gleich zu Beginn seine Ver­tei­diger an, dass sie den Kleinen da“ ruhig laufen lassen könnten. Es dau­erte nicht lange, bis ich frei vor besagtem Tor­wart auf­tauchte, lässig an ihm vor­beizog und das 1:0 erzielte. Meine ganz per­sön­liche Rache. Ich hoffe, Bodo Ill­gner hat mir heute längst ver­ziehen.

Philipp Ost­sieker vs. Sven Ulreich (und andere)

Im beschau­li­chen Lüb­becke in Ost­west­falen findet seit etwa zwei Jahr­zehnten der Freeway Cup“ statt, der zwi­schen­zeit­lich schon als inof­fi­zi­elle Deut­sche B‑Ju­gend-Hal­len­meis­ter­schaft“ beti­telt wurde. 2003 durfte ich (Jahr­gang 1986) etwas über­ra­schend mit der Kreis­aus­wahl Her­ford an diesem wie immer hoch­ka­rätig besetzten Tur­nier teil­nehmen. Gegen Arminia Bie­le­feld (mit Robert Tesche) schafften wir ein acht­bares 2:2‑Unentschieden, Werder Bremen holten uns beim 2:4 zurück auf den Boden der Tat­sa­chen, dann stand das Spiel gegen den Tur­nier­fa­vo­riten VfB Stutt­gart auf dem Pro­gramm. Favorit, weil im Kader einige Top-Talente standen, dar­unter Sven Ulreich, Serdar Tasci und Andreas Beck. Schnell lagen wir 0:2 hinten, ehe ich mir ein Herz fasste und alleine auf Ulreich zustürmte. Schneller Haken, ein­ge­sprun­gene Grät­sche und der Ball war im Tor. Den Jubel in der Halle höre ich bis heute, die erhofften Talent­späher haben sich trotzdem nie bei mir gemeldet. Was viel­leicht auch an der abschlie­ßenden 0:7‑Reibe gegen die Jugend von Borussia Dort­mund lag.

Werner ver­wei­gerte mir den Hand­schlag. Spä­tes­tens da wusste ich, dass ich einen guten Job gemacht hatte“

Yannick Weber

Lukas Metz­ma­cher vs. Eric Maxim Choupo-Moting

Kaum waren wir mit meinem USC Paloma Ham­burg in die C‑Sonderklasse auf­ge­stiegen, war­teten die Großen der Han­se­stadt auf uns: natür­lich der HSV und der FC St. Pauli. Jeder sprach damals von den Fähig­keiten Tonay Toruns, der beim HSV spielte und Sachen drauf­hatte, die sonst kein anderer Kicker der Jahr­gänge 89/90 beherrschte. Aber auch der lange Schlacks im Angriff von St. Pauli sollte ganz gut kicken können. Nach einer 0:11-Niederlage – der höchsten Pleite meiner gesamtem Fuß­baller-Lauf­bahn – kannte auch ich den Namen des besagten Stür­mers. Eric Maxim Choupo-Moting stand gegen uns nur eine knappe halbe Stunde auf dem Platz, schoss da aber sage und schreibe fünf Tore. Der Bur­sche, dachte ich mir nach dem Schluss­pfiff, wird es bestimmt mal weit bringen. Nicht unbe­dingt ins Cham­pions-League-Finale oder zum FC Bayern, aber viel­leicht ja in die Bun­des­liga.

Yan­nick Weber vs. Timo Werner

Als U‑17-Spieler von Mainz 05 habe ich in meiner Jugend gegen einige Super-Talente spielen dürfen. Serge Gnabry, Niklas Süle, Joshua Kim­mich oder Leon Goretzka. Unver­gessen ist das Duell gegen Timo Werner, damals VfB Stutt­gart, der als eine der größten Offen­siv­hoff­nungen nicht nur in Deutsch­land, son­dern in Europa galt. Weil unser etat­mä­ßiger Ver­tei­diger – Char­maine Häusl, der heute in der Regio­nal­liga für den Ber­liner AK spielt – ver­schlafen hatte, stellte mich unser Trainer gegen Werner auf. Mein Spitz­name – Holz“ – war Pro­gramm, ent­spre­chend rigoros ging ich gegen Werner zu Werk. Danke noch mal an den Schieds­richter, dass er mich nicht vom Feld geschmissen hat, mög­li­cher­weise hätte ich es ver­dient gehabt. So durfte ich Werner 90 Minuten lang beackern, ihm gelangen nur zwei Tore und wir gewannen mit 3:2. Stink­sauer mar­schierte mein Gegen­spieler nach der Partie in die Kabinen und ver­wei­gerte mir den obli­ga­to­ri­schen Hand­schlag. Spä­tes­tens da wusste ich, dass ich einen guten Job gemacht hatte.

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