Marc-Andre ter Stegen
Weit­ge­hend beschäf­ti­gungslos. Bereitet dem ört­li­chen Arbeitsamt trotzdem keine schlaf­losen Nächte, weil das in seinem Fall ja ein gutes Zei­chen ist. Zumal er in der ein­zigen brenz­li­chen Situa­tion, sofern man Szenen in der Nach­spiel­zeit beim Stand von 6:0 brenz­lich nennen darf, blitz­schnell die Pranke aus­fuhr und den Schuss von King mit Hilfe des Pfos­tens um eben jenen lenkte. Sägt natür­lich trotzdem nicht am Stuhl von Manuel Neuer. Allein, weil es für diese Art Stuhl auch in den nächsten Jahren keine Säge geben wird.

Jonas Hector
Mitt­ler­weile die Kon­stante unter Löw. Was nicht nur an man­gelnder Kon­kur­renz auf seiner Posi­tion liegt, son­dern auch daran, dass Jonas Hector seinen Dienst der­maßen ver­läss­lich nach Vor­schrift ver­richtet, dass ihm – wäre er nicht längst Mil­lionär – eigent­lich A15 zustünde. Berei­tete das Tor von Özil mit einem cle­veren Pass in den Rück­raum vor und wird bei der WM Stamm­spieler sein. Und spä­tes­tens dann nie mehr in seinem Leben fürs Kölsch zahlen müssen.

Mats Hum­mels
Strahlte mehr Sicher­heit aus als ein Granit-Falt­schloss, das ein Granit-Falt­schloss abschließt. In einem Safe. In der Form ein Abwehr­chef, wie man ihn sich model­lieren würde. Aller­dings, genau wie seine Kol­legen in der Defen­sive, von den Nor­we­gern nicht gefor­dert.

Antonio Rüdiger
Hatte hinten alles im Griff und wirkt sta­biler als noch vor wenigen Monaten. In der Spiel­eröff­nung aller­dings noch nicht auf dem gleich Level wie Hum­mels oder Boateng. Aber, auch die beiden kamen nicht per per­fekt geschla­genem Dia­go­nal­ball auf die Welt, son­dern mussten sich im Laufe der Jahre vieles erar­beiten. Ins­ge­samt auf einem sehr guten Weg.

Joshua Kim­mich
Guckt immer so ver­schreckt, dass man sich um ihn sorgt. Spielt dann aber so abge­zockt, dass man sich für die eigenen Sorgen schämen möchte, weil sie einem nur wieder ver­deut­li­chen, was man im Ver­gleich zu diesem Jüng­ling auf dem Platz doch für ein Schisser ist. Ließ hinten nichts anbrennen und zeigte mit der Vor­lage zum 6:0, dass er offensiv schon bald ein Upgrade zu Philipp Lahm dar­stellen könnte.

Toni Kroos
Mutiert mit jedem Spiel mehr zum unan­ge­foch­tenen Chef auf dem Platz. Und füllt diese Rolle als eine Art Feld­herr aus, der seine mes­ser­scharfen Pässe eis­kalt durch die geg­ne­ri­schen Reihen schickt wie Eli­te­truppen. Spielte seinen ersten Fehl­pass nach einer Stunde, und das viel­leicht auch nur, weil er den Sta­tis­ti­kern ihren Job erleich­tern wollte, auf dass sie nicht weiter von seiner Wahn­sinns­quote abge­lenkt würden. So wie er gefühlt allen auf dem Platz alles erleich­tern möchte. Und das auch kann.

Sebas­tian Rudy
Durfte end­lich auch mal bei den Großen im Zen­trum mit­spielen. Fügte sich dort naht­loser ein als Sili­kon­kissen in Pro­mi­brüste. Aber, Hand aufs Herz: Wenn ein Sebas­tian Rudy allein in der ersten Hälfte den Ball dreimal mit der Hacke mit­nimmt oder zum Mit­spieler wei­ter­leitet, muss sich in erster Linie der Gegner hin­ter­fragen.