Ghana feiert. Jedem großen Tur­nier tut es ja gut, wenn der Gast­geber erfolg­reich ist. Doch was sich in Ghanas Haupt­stadt Accra abspielte, als Sulley Mun­tari in der Partie zwi­schen Ghana und Guinea kurz vor Spie­lende zum ent­schei­denden 2:1 traf, war eine regel­rechte Explo­sion der Freude. Als Schieds­richter Eddy Maillet von den Sey­chellen gut zwei Minuten nach dem ful­mi­nanten Sieg­treffer des Stür­mers vom eng­li­schen Pre­mier-League-Klub FC Ports­mouth das Eröff­nungs­spiel des Afrika-Cups abpfiff, begann eine ful­mi­nante Party auf den Straßen der Stadt.

Binnen Minuten war alles ver­stopft mit hupenden Autos und fei­ernden Men­schen. Und wäh­rend Michael Essien, Ghanas Top-Mit­tel­feld­mann vom FC Chelsea, vor den Jour­na­listen vom wich­tigsten Sieg seiner Kar­riere“ und dem unge­heuren Erwar­tungs­druck“ sprach, der auf seinem Team gelastet habe, fanden sich die Men­schen an zahl­rei­chen Stra­ßen­ecken zu Jubel-Partys zusammen, die alle wich­tigen Ver­kehrs­adern hoff­nungslos ver­stopften.

Natio­nalelf ohne Hotel­zimmer

Nichts­des­to­trotz freut sich Ghana über das rie­sige Inter­esse der ganzen Welt am Spek­takel. Das Eröff­nungs­spiel wurde welt­weit von vier Mil­li­arden Men­schen gesehen, die Fans aus den nahe gele­genen Nach­bar­län­dern Nigeria, Benin, Elfen­bein­küste, Kamerun, Senegal und Mali stürmen das Aus­rich­ter­land.

Sene­gals Staats­prä­si­dent Abdou­laye Wade stellte ange­sichts der rie­sigen Nach­frage seinen Pri­vatjet zur Ver­fü­gung, um den Fan­trans­port zu unter­stützen.

Freie Hotel­zimmer zu finden, ist in Accra schier unmög­lich, viele Hotel­wirte nutzen die große Nach­frage skru­pellos aus. Teil­weise wurden die Über­nach­tungs­preise ver­fünf­facht, Preise für ein Ein­zel­zimmer von 300 US-Dollar sind keine Sel­ten­heit. Unter der aus­ge­bro­chenen Gold­grä­ber­stim­mung litt kurio­ser­weise auch das Natio­nal­team der Gast­geber. Als Ghanas Natio­nal­team sein Hotel beziehen wollte, waren die Zimmer zu höheren Preisen wei­ter­ver­mietet worden.

Ein Traumtor von Salomon Kalou (65.) hat den Titel­am­bi­tionen des frü­heren Bun­des­trai­ners Berti Vogts ges­tern Abend einen Dämpfer ver­setzt. Im Kampf der afri­ka­ni­schen Fuß­ball-Giganten verlor Vogts mit Nigeria 0:1 (0:0) gegen Top­fa­vorit Elfen­bein­küste und steht in den wei­teren Spielen der Gruppe B schon unter Druck.

Wir haben gegen eine starke Mann­schaft ver­loren, die ein geniales Tor geschossen hat“, sagte ein ent­täuschter Vogts nach dem Abpfiff der Partie auf der Pres­se­kon­fe­renz.