Seite 2: Sechzehn Spiele, sechs Positionen, eine Blutgrätsche

Nach einem Jahr ist die Leihe vorbei. Zurück zur TSG? Keine Option für Haberer, statt der Rück­kehr ins Kraich- wech­selt er für rund zwei Mil­lionen ins Breisgau. Die rich­tige Ent­schei­dung: Seitdem hat er sich unter Chris­tian Streich zum Leis­tungs­träger ent­wi­ckelt, gewann in diesem Jahr mit der deut­schen U21 die Euro­pa­meis­ter­schaft.

Haberer ist aus Streichs Mann­schaft nicht mehr weg­zu­denken. In allen bis­he­rigen 16 Sai­son­spielen kam er zum Ein­satz, stand immer in der Startelf. Aller­dings fast immer auf einer anderen Posi­tion: Haberer lief schon als Mit­tel­stürmer, hän­gende Spitze, Links­außen, Rechts­außen, als offen­siver und defen­siver Mit­tel­feld­spieler auf.

Haberer ist aus­ge­spro­chen dis­zi­pli­niert in Pres­sing und Gegen­pres­sing, seine Schnel­lig­keit macht ihn auf den ver­schie­denen Posi­tionen ebenso wert­voll wie seine Qua­li­täten im Pass­spiel, die in den letzten Par­tien im zen­tralen Mit­tel­feld beson­ders zum Tragen kommen. Auch die Tor­ge­fahr kommt langsam zurück, mitt­ler­weile steht er bei jeweils zwei Toren und Vor­lagen.

Von seiner Zwei­kampf­stärke konnte sich Streich bereits per­sön­lich über­zeugen. Am 11. Spieltag gegen Schalke holte Haberer seinen Coach per ein­ge­flo­gener Blut­grät­sche rabiat von den Beinen. Unab­sicht­lich natür­lich. Seinem Stan­ding beim Trainer hat es auch nicht geschadet. Wie auch: Seine Viel­sei­tig­keit macht den Jungen aus dem Allgäu für Streich quasi unver­zichtbar. 

Die deut­sche AJ Auxerre

Haberer hätte damals aus der All­gäuer Heimat auch statt nach Unter­ha­ching zum großen FC Bayern wech­seln können. In der Jugend gab es schon die Über­le­gung, nach Mün­chen zu wech­seln“, sagte er im Oktober der tz. Ich habe mich aber für einen anderen Weg ent­schieden, was auch richtig war.“

Ein anderer Weg, der über die unbe­frie­di­gende Zwi­schen­sta­tion Hof­fen­heim vor­erst beim SC Frei­burg endet. Einem der besten Aus­bil­dungs­ver­eine Europas, der deut­schen AJ Auxerre sozu­sagen. Einem Verein, der es nicht leicht hatte zu Sai­son­be­ginn, mitt­ler­weile aber Spiel für Spiel ins Rollen kommt. 

Drei Siege holte der SC aus den letzten vier Spielen. Gegen Augs­burg soll heute der nächste Dreier folgen. Einer wird ganz sicher mit dabei sein: Janik Haberer. Egal auf wel­cher Posi­tion. Und auch wenn er, wie das bei Aus­bil­dungs­ver­einen nun mal so ist, früher oder später wei­ter­ver­kauft wird: In der Moment­auf­nahme machen der Sport-Club, Chris­tian Streich und die jungen Wilden um Janik Haberer genau das, was sie am besten können.

Hach, der SC Frei­burg. Ein groß­ar­tiger Verein.