Ein Bild sagt oft mehr als 1.000 Worte: Wie ein Gebirgs­bach stürzt das Wasser durch das malade Tri­bü­nen­dach von Old Traf­ford in die Tiefe. So foto­gra­fiert im April dieses Jahres, wenige Stunden vor dem Derby zwi­schen Man­chester United und Man­chester City (0:2). 

Seither hat sich, abge­sehen von ein biss­chen Flick­schus­terei, nicht viel getan in der 1910 eröff­neten Schau­bühne des Welt­fuß­balls. Außer, dass Old Traf­ford – nicht zuletzt auf­grund des rigiden Spar­kurses der ManU-Besitzer Avi und Joel Glazer – weiter vor sich hin gam­melte. Gerade eben entzog die FIFA der Spiel­stätte den Status einer inter­na­tio­nalen Top-Arena. Weil die Kabinen zu knapp bemessen, der Medi­en­be­reich zu klein und vieles andere schlicht alt und schäbig ist im Old Traf­ford, wo über die Jahr­zehnte immer wieder an- und umge­baut worden war. Zuletzt zwi­schen 2005 und 2006.

Gefahr, den Anschluss zu ver­lieren 

Dass vieles im Old Traf­ford nicht mehr zeit­gemäß ist, kann man gele­gent­lich sogar im Fern­sehen erkennen – wenn die Kamera auf die Bank des Heim­teams schwenkt. Nun ja, eigent­lich ist es ja keine Bank, son­dern eine eigene kleine Back­stein-Tri­büne, die einst Sir Alex Fer­guson für Reser­ve­spieler und Staff hatte errichten lassen. Doch inzwi­schen ist das Team rund ums Team so groß, dass manche seiner Mit­glieder weiter ober­halb auf der nor­malen Zuschau­er­tri­büne Platz nehmen müssen. Zwi­schen den Fans.

Pro­bleme wie diese wären ver­hält­nis­mäßig leicht zu lösen. Inzwi­schen gilt jedoch die gesamte Bau­sub­stanz in Old Traf­ford als min­des­tens frag­würdig. Auch in dieser Saison regnet es dann und wann herein, was bei Kom­men­ta­toren für eine Mischung aus Empö­rung und Fata­lismus sorgt: Die Glazer-Pfen­nig­fuch­serei gibt Old Traf­ford dem Ver­fall preis“, echauf­fierte sich die Daily Mail“. Der Daily Express“ ora­kelt ange­sichts der strah­lend-neuen Sta­dien von Kon­kur­renten wie Man­City, Arsenal oder Tot­tenham: Man­chester United läuft Gefahr, den Anschluss zu ver­lieren.“