Manuel Neuer
Ja, es muss eine Qual sein, wenn man eigent­lich der beste Tor­hüter der Welt ist (oder von vielen als sol­cher bezeichnet wird), und dann nach einem eher unan­ge­nehmen Spiel von Laien mit Mikro­phonen auf sein Fach­ge­biet ange­spro­chen wird. Manuel Neuer muss sich nach der kri­ti­schen Nach­frage eines ARD-Repor­ters („Beim 1:1 gibt es, glaube ich, keine zwei Mei­nungen – das war ihr Fehler“) gefühlt haben wie der Star­ar­chi­tekt, dem nach dem Hausbau vor­ge­worfen wird, die Fenster seien nicht richtig ein­ge­setzt. Ent­spre­chend die Reak­tion des Mün­che­ners: Wollen sie mich ver­ar­schen?“ Der Schuss von Markus Feulner, so Neuer, sei eben so komisch geflogen, dass er keine Chance zur Abwehr gehabt habe. Das sahen die Zuschauer, die Jour­na­listen, also all die Laien da draußen, natür­lich anders. Zuspruch gab es dann aller­dings von einem wei­teren Fach­ar­beiter. Nürn­bergs Tor­hüter Raphael Schäfer behaup­tete nach Spie­lende steif und fest: Der war nicht haltbar. Ehr­lich!“

Huub Ste­vens
Da war er wieder, der Knurrer von Kerk­rade“. Dachte man schon, Schalke-Trainer Huub Ste­vens sei auf seine alten Tage ein lieber, in Ehren ergrauter Gute-Laune-Bär geworden, wurde man beim 0:2 der Schalker gegen Lever­kusen eines Bes­seren belehrt. Erst schiss Ste­vens seine Spieler Farfan und Holtby schon wäh­rend des Spiels zusammen, weil die sich nicht wie üblich zum soge­nannten Coo­ling Down“ auf die in der Kabine auf­ge­stellten Spin­ning-Räder gehockt hatten, dann ver­teilte Ste­vens auch noch nach Spie­lende auf­rich­tige Kom­pli­mente in Rich­tung seiner Unter­ge­benen: Ich hätte heute neun Spieler aus­wech­seln können!“ Wir ver­muten mal: Das wird eine schöne Trai­nings­woche in Gel­sen­kir­chen…

Kyriakos Papado­poulos
Bleiben wir doch bei wild gewor­denen Schal­kern. Der Grieche Kyriakos Papado­poulos ist eben­falls mit einem erstaun­li­chen Tem­pe­ra­ment gesegnet, unver­gessen ist sein irrer Blick wäh­rend der EM in Rich­tung Kol­lege Samaras oder sein Tun­nel­aus­raster nach dem Pokal-Aus gegen Borussia Mön­chen­glad­bach aus der Vor­saison. Gegen Lever­kusen flog Das Wild­pferd von Katerini“ (11FREUNDE-Neo­lo­gismus) nach 82 Minuten vom Platz und ließ seinen Frust an einer armen Geträn­ke­fla­sche aus, deren Inhalt einen noch ärmeren TV-Mit­ar­beiter erwischte. Immerhin: Papado­poulos und Trainer Ste­vens ent­schul­digten sich anschlie­ßend artig bei dem durch­nässten Jour­na­listen.

Ralph Hasen­hüttl
Ver­ständ­lich, dass der Trainer des VfR Aaalen ob eines dis­kus­si­ons­wür­digen Platz­ver­weises im Spiel gegen Pader­born in Rage geriet. Viel­leicht auch ver­ständ­lich, dass er seinen Unmut über Schieds­rich­terin Bibiana Stein­haus in sämt­liche Mikros arti­ku­lierte. Frag­würdig bleibt aber, warum Hasen­hüttl der Schieds­rich­terin vor­warf, nie Herr der Lage gewesen“ zu sein. Das wäre dann aber auch etwas zu viel ver­langt gewesen.

Domi Kum­bela
Der Braun­schweiger war im Spiel gegen Ingol­stadt der über­ra­gende Mann und setzte beim Jubel noch einen drauf. Er schnappte sich die blau­gelbe Mütze eines Fans und modelte so für die Braun­schweiger Fashion Week“. Très chic, wie der Ita­liener sagt.

Roel Brou­wers
Es gibt solche und solche Eigen­tore. Solche, die ein­fach nur scheiße sind und aus­sehen und solche, die zwar scheiße sind, aber richtig schön aus­sehen. Glad­bachs Ver­tei­diger Brou­wers ist ein sol­ches Kunst­stück gelungen, eine Flanke lenkte er so galant aufs eigene Tor, dass der Ball nach einer herr­li­chen Bogen­lampe gegen die Latte titschte und von dort ins Tor. Richtig scheiße für Brou­wers und Glad­bach: Es war das 1:2 in der 72. Minute gegen den VfB Stutt­gart. Gleich­zeitig der End­stand.

Alex Meier
Bis­lang war es doch immer so: Frank­furts Alex Meier gehörte zu den Fuß­bal­lern, die irgendwie zu gut für die zweite, aber irgendwie zu schlecht für die erste Liga waren. Die Ein­ein­halb-Bun­des­liga wäre Meiers Ter­ri­to­rium gewesen, aber, ach, die gibt es ja leider nicht. Gut für Meier, gut für die Ein­tracht, dass diese Zeiten offenbar vorbei sind, nach seinem dritten Dop­pel­pack in dieser Saison (gegen Hof­fen­heim, gegen Frei­burg, nun gegen Augs­burg) führt er gemeinsam mit Mario Mandzukic von den Bayern die Tor­schüt­zen­liste an (neun Tore) und ist der per­so­ni­fi­zierte Beweis für den so erstaun­li­chen Frank­furter Erfolg (nach zwölf Spiel­tagen auf Platz drei). Wo wir heute so bei Spitz­namen sind – auch Meier hat inzwi­schen einen. Kapitän Pirmin Schwegler erklärte: Er ist unser Dop­pel­pack-Meier.“ Sehr kreativ!

Mario Götze
Die Barden von Blu­men­topf“ wissen es schon seit Jahren: Es dreht sich alles nur um Autos und Frauen, denn Autos und Frauen machen uns glück­lich.“ Stimmt. Wir würden diese Text­zeile ergänzen, zumin­dest nach einem Mario-Götze-Wochen­ende wie diesem: Es dreht sich alles nur um Autos und Frauen und Götze-Solos, denn Autos und Frauen und Götze-Solos machen uns glück­lich.“ Wer es nicht gerade mit Schalke 04 hält, wird bei Götzes Tor gegen Fürth einen kurzen Schuss gute Laune ver­spürt haben, ein­fach, weil so viel Leich­tig­keit, Geschwin­dig­keit und Technik nicht unbe­dingt all­täg­lich sind in der Bun­des­liga. Danke dafür.

Klaus Allofs
Die mons­tröse Dau­nen­jacke mit dem W“, die Frisur, der Jubel, die geballte Faust – alles war wie immer, als Klaus Allofs am Sonntag bei einem Tor seiner Mann­schaft von der Bank auf­sprang. Ein­ziger Beweis für den Job­wechsel: Auf der All­of­schen Dau­nen­jacke prangte zwar ein W“, aber es gehörte zum VfL Wolfs­burg und nicht zu Werder Bremen. Muss man nicht gut finden, wie der Manager in Rekord­zeit die Pferde umsat­telte. Aber wenn wir mal ehr­lich sind, inter­es­siert uns doch eh nur das, was aufm Platz ist.

Manager-Posten in Bremen
Aus­sa­ge­kräf­tige Bewer­bungen bitte an: SV Werder Bremen GmbH & Co KGaA, Franz-Böh­mert-Straße 1c, 28205 Bremen“.

Thorsten Fink
Für uns das Zitat des Wochen­ends: Das Reh springt nicht von allein ins Maul des schla­fenden Löwen.“ Die Erklä­rung: HSV-Mann Heung-Min Song (Löwe) hatte per Abstauber (nicht von allein) das ein­zige Tor des Tages gegen den FSV Mainz (Reh) erzielt.