Oktober

Auf­reger des Monats: Wolf­gang Niers­bachs Pres­se­kon­fe­renz
Ich möchte am heu­tigen Tag die Gele­gen­heit nutzen, in aller Offen­heit und Ehr­lich­keit die Dinge so dar­zu­stellen, wie ich sie in Erin­ne­rung habe.“ So begann im Oktober eine der erhel­lendsten Pres­se­kon­fe­renzen seit es Pres­se­kon­fe­renzen gibt. Im Mit­tel­punkt stand dabei der hilf­lose und unheim­lich ver­gess­liche DFB-Prä­si­dent Wolf­gang Niers­bach, der sich erst­mals öffent­lich den Fragen nach schwarzen Kassen und dubiosen Mil­lio­nen­be­trägen stellte. Sein Gedächtnis hatte er an diesem Tag leider zu Hause ver­gessen. Auch als er später danach suchte, war es ein­fach nicht auf­findbar. Wahr­schein­lich ist es durch das selbe Wurm­loch wie die rät­sel­haften 6,7 Mil­lionen Euro in ein Par­al­lel­uni­versum ent­schwunden. Ein Uni­versum, in dem sich Niers­bach erin­nert und im Fuß­ball alles mit rechten Dingen zugeht.

Spieler des Monats: Didier Drogba
Lange brauchte Didier Drogba nicht, um die Herzen der Mont­real-Impact-Anhänger zu gewinnen. Bei seinem ersten Ein­satz über 90 Minuten stellte sich der Ivorer mal kurz mit einem Hat­trick vor. Sein Meis­ter­stück für den kana­di­schen MLS-Klub lie­ferte Drogba Ende Oktober gegen Toronto ab. Inner­halb von zwei Minuten drehte er einen 0:1‑Rückstand zu Gunsten seiner Mann­schaft um. Das Kuriose dabei: Drogba erzielte beide Treffer mit der Hacke. Erst mit der linken, eine Minute später dann mit der rechten. Das macht dem 37-Jäh­rigen so schnell keiner nach.

Video des Monats: The Normal One“
Schon nach seinem ersten Inter­view gras­sierte in Liver­pool die Klop­po­manie. Der Quer­denker und Heiß­sporn Jürgen Klopp wurde herz­lich an der Anfield Road auf­ge­nommen und nach seinen ersten Spielen sogleich zum Heil­bringer erklärt. Das zu diesem Anlass leicht ver­än­derte Beastie-Boys-Video, in dem Klopp gemeinsam mit Phil­ippe Cou­t­inho und James Milner die Straßen unsi­cher macht, beschreibt die Gefühls­lage der Liver­pooler ziem­lich tref­fend. Sehr zum Leid­wesen der Herren Wenger und Van Gaal.



Schlag­zeile des Monats: Sommer, Sonne, Schwarz­geld“

Mit dieser Alli­te­ra­tion zer­störte der Spiegel“ die Illu­sion der Bil­der­buch-WM 2006. Wie kleine Kinder, denen zum ersten Mal bewusst wird, dass der Weih­nachts­mann in Wahr­heit Onkel Erwin von nebenan ist, mussten die Deut­schen mit ansehen, wie ihr per­fektes Som­mer­mär­chen Risse bekam. Sogar die Licht­ge­stalt Franz Becken­bauer verlor im Zuge des DFB-Skan­dals ihren Glanz. Offen bleibt nach wie vor die Frage, wes­halb nicht mit der WM gleich auch der WM-Sieg mit­ge­kauft wurde. Wenn­schon, denn­schon.