Ich hasste Man­chester United seit meiner Kind­heit – nun liebe ich Gary Neville.“
 
Wesley Hall ist 33 Jahre alt und ist momentan einer der gefrag­testen Gesprächs­partner in den eng­li­schen Medien. Die BBC“ berich­tete über ihn, die Man­chester Evening News“ und auch der Mirror“. Denn Hall arbeitet für die Hilfs­or­ga­ni­sa­tion Man­chester Angels“, die sich für obdach­lose Men­schen enga­giert. Außerdem hat Hall am Wochen­ende einen Anruf von Gary Neville erhalten.

Der Stock Exchange“ heißt nun Sock Exchange“
 
Es begann damit, dass der Akti­vist und seine Mit­streiter am Sonntag die alte Börse in Man­chester besetzten, ein his­to­ri­sches Gebäude aus dem frühen 20. Jahr­hun­dert, das in der Nor­folk Street steht. In Eng­land haben sie das Gebäude mit Grade II“ klas­si­fi­ziert, das sind par­ti­cu­larly important buil­dings of more than spe­cial inte­rest“.

Die Akti­visten um Hall enterten also das Gebäude und hängten Banner an die Fenster, auf einem stand: Wir wollen nur einen Platz zum Leben.“ Im Inneren bauten sie Zelte auf, rollten Iso­matten aus und drehten Gas­ko­cher auf. Sie wollten hier eine zen­trale Anlauf­stelle für Obdach­lose in Man­chester errichten, von wo aus sie Klei­dung oder Mahl­zeiten ver­teilten. Außerdem wollten sie Work­shops und natür­lich ein Bett für die Nacht anbieten. Der Name ihrer Initia­tive: Ope­ra­tion Safe Winter“. Das Gebäude nannten sie kur­zer­hand von Stock Exchange“ in Sock Exchange“ um.
 
Die Sache war nur: Das Gebäude ist seit einiger Zeit in Besitz von Gary Neville und Ryan Giggs. Die Ex-Profis von Man­chester United hatten es für etwa 1,5 Mil­lionen Pfund gekauft und wollten es in ein Luxus­hotel umbauen, 35 Betten, Dach­ter­rasse, Restau­rant, Bar, im Keller ein exklu­siver Fit­ness­studio und ein Spa-Bereich. Eine ganz edle Adresse.

Ich habe kein Pro­blem damit, dass ihr dort wohnt“
 
Wie also würden die beiden Fuß­baller auf die Beset­zung reagieren? Hall hatte sich auf eine zähe Aus­ein­an­der­set­zung vor­be­reitet, eine Zwangs­räu­mung oder einen Rechts­streit, da klin­gelte sein Handy. Am anderen Ende war Gary Neville und sagte, dass die Beset­zung in Ord­nung sei. Ich habe kein Pro­blem damit, dass ihr dort wohnt. Küm­mert euch ein­fach ein biss­chen um das Gebäude und respek­tiert es“, sagte der Ex-Profi, der aktuell Co-Trainer der eng­li­schen Natio­nal­mann­schaft ist.
 
Die Akti­visten, so Neville weiter, könnten bis Februar 2016 in dem Haus wohnen, schließ­lich würden die Umbau­ar­beiten in dem besetzten Teil erst dann beginnen. Die ein­zige Bedin­gung: Gut­achter und Hand­werker müssten jeder­zeit Zugang zum Gebäude haben.