Seite 2: „In Deutschland ist der Fußball ein körperlicher"

Haben Sie vor Ihrem Wechsel schon Spiele der Thai League im Sta­dion gesehen?
Ich habe mir das Trai­ning im Sta­dion von Burinam United ange­schaut. Da war ich über­wäl­tigt, ein rie­siges Sta­dion. Ansonsten nur You­Tube-High­lights und ein paar Spiele, die hoch­ge­laden wurden. Vor einer Woche hatten wir ein Test­spiel gegen Bangkok United, das habe ich mir im Sta­dion ange­schaut.

Der Liga­be­trieb der Thai League wurde für diesen Monat ein­ge­stellt. Wie sieht Ihr Trai­ning in den kom­menden Wochen aus?
Wir trai­nieren wei­terhin im Sta­dion. Zwi­schen­durch bekommen wir auch frei oder machen Test­spiele. Das letzte gegen Bangkok United wurde leider abge­sagt. Wir waren auf der Auto­bahn und kamen nicht durch eine Grenz­kon­trolle durch. Dann mussten wir umkehren und haben ein Trai­nings­spiel gemacht.

Wie schätzen Sie das Niveau der Thai League ein? Wo würden Sie den thai­län­di­schen Profi-Fuß­ball im deut­schen Ligen­system ein­ordnen?
Das ist schwer zu sagen. Hier wird ein anderer Fuß­ball gespielt. Auf­grund der Wet­ter­be­din­gungen ist es schwie­riger, viel zu rennen und viel zu laufen. Hier werden viele lange Bälle gespielt. Wir haben vorne Derley, einen großen Bra­si­lianer, den wir immer suchen. Wir schlagen viele lange Bälle auf ihn und er ver­sucht dann, den Ball fest­zu­ma­chen oder direkt zum Tor zu gehen. In Deutsch­land ist der Fuß­ball ein biss­chen kör­per­li­cher.

Welche Unter­schiede konnten Sie im Trai­ning aus­ma­chen?
Die Atmo­sphäre im Trai­ning ist ganz anders. Das habe ich auch direkt am ersten Tag gemerkt. Hier wird sehr viel gelacht. Natür­lich herrscht auch eine gewisse Grund­span­nung. Aber der Spaß steht im Vor­der­grund. Ich gewöhne mich noch daran. Wäh­rend die andere lachen, schaue ich manchmal ein wenig ernst.

Ihr neuer Trainer, Mario Gju­rovski, ist 35 Jahre alt, hat selbst sieben Jahre lang in Thai­land gespielt und ist seit drei Monat im Amt. Wie erleben Sie ihn?
Mario ist ein klasse Trainer. Man merkt ihm an, dass er Spieler war. Er brennt auf dem Platz, pusht uns alle hoch. Das nimmt einen richtig mit.

Den Döner ver­misse ich jetzt schon“

Was wurde Ihnen von ihm und vom Verein in Aus­sicht gestellt?
Muang­thong United ist gerade dabei, die Mann­schaft umzu­struk­tu­rieren. Der Verein setzt ver­mehrt auf junge Spieler. Das macht es ein­fa­cher für mich. Zukünftig soll ich mehr Ver­ant­wor­tung über­nehmen. Doch zunächst ist ein Stamm­platz in der Mann­schaft mein Ziel.

Der Fuß­ball hat in Thai­land in den letzten Jahr­zehnten stark an Popu­la­rität gewonnen. Was erwarten Sie, unab­hängig vom der­zeit ein­ge­stellten Liga­be­trieb?
Mir haben viele gesagt, dass Muang­thong die besten Fans der Liga hat. Ich freue mich riesig darauf, die Fans hof­fent­lich bald im Sta­dion erleben zu dürfen. Als der Transfer auf den Social-Media-Kanälen ver­öf­fent­licht wurde, hat mich eine rich­tige Nach­richten-Flut auf meinem Insta­gram-Account erreicht.

Bekommen Sie auch noch Nach­richten von Ihren ehe­ma­ligen Kol­legen von TeBe? Oder wurden Sie schon aus der WhatsApp-Gruppe geschmissen?
Aus der Gruppe habe ich mich selbst ver­ab­schiedet. Zu den meisten habe ich immer noch Kon­takt und werde den auf jeden Fall halten. Das sind klasse Leute.

Viel Neues wartet auf Sie, doch einiges haben Sie gezwun­ge­ner­maßen zurück­ge­lassen. Zum Bei­spiel die Ber­liner Döner-Viel­falt. Wodurch ver­su­chen Sie, diese in Thai­land zu ersetzen?
Den Döner kann man mit der asia­ti­schen Küche auf jeden Fall ersetzen. Es gibt hier eine große Viel­falt an Essen, die auch meis­tens sehr gesund ist. Aber den Döner ver­misse ich jetzt schon.