Seite 2: Glück gehabt, Peter Maffay!

7.
Viel­leicht war er in seiner frü­heren Kar­riere auch einer der Gründe dafür, dass die Finnen bei den PISA-Tests der ver­gan­genen Jahre immer beson­ders gut abschnitten. Deutsch­land dagegen mau­serte sich zum VfL Bochum der PISA-Studie und düm­pelte immer nahe der geis­tigen No-go-Area der Ergeb­nis­liste herum. Nei­disch blickten die von sol­chen Resul­taten gebeu­telten Bil­dungs­mi­nister in Rich­tung Norden und suchten nach Anre­gungen bei den Stre­bern aus Finn­land. Auf die Idee, deut­sche Mons­ter­ro­cker in den Dienst der Päd­agogik zu stellen, sind sie aber nicht gekommen. Glück gehabt, Peter Maffay. 

8.
Eines der fin­ni­schen Natio­nal­ge­richte ist Kala­kukko“. Ein Fisch, vor­nehm­lich Barsch oder Forelle, wird in Rog­genteig geba­cken und in dieser Form ver­zehrt. Sozu­sagen ein Barsch im Schlaf­rock“. Kala“ heißt übri­gens Fisch und kukko“ bedeutet so viel wie ver­ste­cken“. Nachdem der Brot­teig vier bis fünf Stunden geba­cken wurde, bekommt der gewöhn­liche Mit­tel­eu­ro­päer beim Anblick des Brot­ko­losses das Gefühl, ein Pottwal sei auf seinem Küchen­tisch gestrandet. Die Finnen stehen drauf. Ihnen macht das Essen des Fisches genauso viel Spaß, wie ihn vorher im Teig zu ver­ste­cken. Man merkt: In Finn­land kommt selten Lan­ge­weile auf. 

9.
Als Beleg dafür können auch 20 Männer aus Oulu her­halten. Eines Abends fand man sich zusammen und hatte keinen Elch mehr zu erlegen, keine Sauna in der Nähe, keine Instru­mente zur Hand um schönen Heavy Metal zu spielen, kurz: Es gab nichts zu tun. Was einen Mit­tel­eu­ro­päer in tiefe Depres­sionen stürzen würde, zwingt einen Finnen noch nicht mal zu ernsten Stirn­falten. Kur­zer­hand grün­deten die 20 tap­feren Nord­männer die Gruppe Huutajat“, was soviel wie Schreichor“ bedeutet und ziem­lich exakt das trifft, was die Männer seitdem regel­mäßig tun. Schon nach wenigen Wochen traten sie zum ersten Mal auf und schrieen unter anderem die fin­ni­sche Natio­nal­hymne – die Presse war begeis­tert. Seitdem haben sie ihr Reper­toire beständig erwei­tert und sind über Finn­land hinaus bekannt. Wer weiß, viel­leicht sieht man sie auch vor dem Spiel gegen Deutsch­land auf dem Spiel­feld in Hel­sinki, denn die deut­sche Natio­nal­hymne haben sie auch im Pro­gramm. 

10.
In der Fir­men­zen­trale von Nokia wird diese dagegen bestimmt nur noch selten abge­spielt. Nach dem Rückzug aus dem deut­schen Pro­duk­ti­ons­standort Bochum, leidet der Kon­zern in hie­sigen Gefilden an einem Image­pro­blem. Viel­leicht hat man bei den Finnen in Bezug auf die Stand­ort­ver­le­gung aber auch ein­fach nur die Zei­chen der Zeit erkannt, denn kaum einer hat das bisher so gut geschafft wie Nokia. Bis 1967 wurden vor­nehm­lich Gebrauchs­ge­gen­stände, sprich Gum­mi­stiefel und Rad­mäntel pro­du­ziert. Dann kam die Fusion mit den Tech­no­lo­gie­un­ter­nehmen Fin­nish Rubber Works und Fin­nish Cabble Works. Ab da an ging es steil bergauf, wenn auch mit ganz anderen Pro­dukten. In der Fir­men­zen­trale in Espoo bekommt trotzdem auch heute keiner nasse Füße mehr. 

11.
Zu guter Letzt noch eine Nach­richt an die lieben Kleinen: Wenn ihr bisher dachtet, der Weih­nachts­mann wohne am Nordpol, dann sind leider eure Wunsch­zettel nie­mals ange­kommen. Kein Wunder also, wenn jedes Jahr das Fal­sche unterm Christ­baum liegt. Wir bei 11FREUNDE helfen aber gerne weiter und prä­sen­tieren euch seine rich­tige Adresse in Rova­niemi, der Haupt­stadt Lapp­lands:
Santa Claus / Joulu­pukin Pää­posti / FIN-96930 Napa­piiri / Finn­land 

Ob der Weih­nachts­mann direkt neben dem mit einem Strich gebauten Haus vom Niko­laus wohnt, ist uns aller­dings nicht bekannt. Was wir aber wissen ist, dass der fin­ni­sche Natio­nal­fei­ertag auf dem 6.Dezember liegt, hier­zu­lande als Niko­laustag bekannt. Purer Zufall? Wohl kaum. In einem Land, in dem der Weih­nacht­mann sein Post-Office hat, wird wohl auch der Niko­laus die ihm gebüh­rende Wert­schät­zung erhalten.