46 Tage Lothar Mat­thäus
Am Anfang war es Liebe. Im ersten Sai­son­spiel läuft das Team von Atlé­tico Para­na­ense zu Ehren von Mat­thäus sogar in schwarz-rot-gol­denen Tri­kots auf. Doch nur wenige Wochen später, im März 2006, wird Lothar einem Schieds­richter gegen­über hand­greif­lich und ver­lässt Bra­si­lien bei Nacht und Nebel. Zehn Tage lang sucht ihn der Verein, dann meldet er sich. Um zu kün­digen.

44 Tage Brian Clough
Schon wäh­rend seiner Antritts­rede bei Leeds United belei­digte der Trainer seine neuen Spieler – und das war noch der har­mo­ni­sche Teil der Bezie­hung. Clough hasste Leeds so sehr wie Leeds ihn (man stelle sich vor, Chris­toph Daum würde den FC Bayern über­nehmen), und so ent­wi­ckelte sich im Sommer 1974 ein Klein­krieg, den der Best­seller The Damned United“ bril­lant doku­men­tiert.

20 Tage Alberto Male­sani
Nur drei Spiele nach seiner Ver­pflich­tung feu­erte der FC Genua Male­sani wieder, im Anschluss an ein 1:4 gegen Siena im April 2012, bei dem erboste Fans das Feld mit Leucht­ra­keten gera­dezu pflas­terten. Das Rekord­ver­däch­tige an der Geschichte ist, dass der Klub Male­sani schon zum zweiten Mal in jener Saison ent­ließ – er war bereits zwi­schen Juni und Dezember Coach des Teams gewesen.

16 Tage Knut Hahn
Hahn war schon der dritte Offen­ba­cher Trainer der Saison (nach Peter Neururer und Dra­goslav Ste­pa­novic), als er im Oktober 2010 ans Ruder kam. Er machte seine Sache gut und blieb in vier Spielen unge­schlagen – dann aber musste er wieder in die Schule. Hahn war näm­lich Gym­na­si­al­lehrer und durfte die Elf nur wäh­rend der Herbst­fe­rien trai­nieren. Kaum war er weg, verlor der Klub viermal in Folge.

9 Tage Dettmar Cramer
Der Mann, den sie Napo­leon“ nannten, kam 1974 nach Berlin, sah und ging wieder. Noch vor Beginn des Trai­nings­la­gers. Ver­mut­lich merkte er, dass Hertha kein Geld für Neu­zu­gänge hatte. Nicht von der Hand zu weisen ist aber auch die Erklä­rung, die Der Tages­spiegel“ fand: Zu groß erschien vielen die Kluft zwi­schen dem ›Intel­li­genz-Trainer‹ und dem geis­tigen Stan­dard der meisten Spieler.“

8 Tage Rein­hold Fanz
Als er Fanz 2004 in der Win­ter­pause enga­gierte, übersah der KSC ein Detail: Sieben Jahre vorher hatte der Coach etwas über Utz Claassen gesagt, das wir nach einem Urteil des OLG Celle nicht wie­der­geben dürfen. Dieser Claassen war nun Chef des Karls­ruher Haupt­spon­sors, fühlte sich von der Trai­ner­wahl gera­dezu brüs­kiert“ und drohte mit Taschen­geld­entzug. Der KSC kuschte, Fanz musste gehen.

5 Tage Uwe Kli­maschefski
Am 31. März 1990, einem Samstag, tritt Darm­stadts Coach zurück. Am Montag wird Kli­maschefski geholt. Am Mitt­woch ver­liert das Team mit 0:2 in Bay­reuth. Am Freitag sagt Kli­maschefski, dass er mit dieser Mann­schaft nicht an den Klas­sen­er­halt glauben kann“ und tritt zurück. Kom­mentar von Prä­si­dent Walter Kröger: Die Ereig­nisse dieser Woche sind ganz nor­male Vor­gänge im Pro­fi­ge­schäft.“

1 Tag Heinz Höher
Nach acht Jahren ohne Job kam Höhers große Chance am 17. Oktober 1996: Lübeck ent­ließ Michael Lor­kowski, und nur Stunden später lei­tete Höher schon das Trai­ning – bis er plötz­lich zusam­men­brach. Zunächst glaubte man an einen Herz­an­fall, aber bald gestand Höher, dass er nur zu viele Pillen („acht Kap­seln“) gegen sein Alko­hol­be­dürfnis“ geschluckt hatte, jeweils auf nüch­ternen Magen“.

15 Stunden Paul Breitner
Eines Abends im Sep­tember 1998 ruft DFB-Prä­si­dent Egi­dius Braun den E‑Ju­gend-Trainer des TSV Brunn­thal an („Papa, ein Herr Braun ist dran!“) und fragt ihn, ob er Team­chef der Natio­nalelf werden möchte. Der Trainer möchte. Um 22 Uhr ruft Braun noch mal an („Herr Breitner, Sie ziehen doch nicht zurück?“). Am nächsten Vor­mittag kommt der dritte Anruf: Ver­gessen Sie alles.“

10 Minuten Leroy Rose­nior
Es wird schwierig sein, den aktu­ellen Rekord­halter für die kür­zeste Amts­zeit eines Trai­ners vom Thron zu stürzen, denn der damals 42-jäh­rige Rose­nior verlor am 17. Mai 2007 seinen Job, noch wäh­rend er der Presse vor­ge­stellt wurde. In jenen Minuten wech­selte der eng­li­sche Fünft­ligist Tor­quay den Besitzer, und die neuen Eigen­tümer hatten einen anderen Mann für den Posten im Auge.