Als Ansu Fati als kleiner Junge aus Guinea-Bissau nach Spa­nien kam, wusste Papa Bori Fati nicht einmal, dass sein Sohn Fuß­ball spielt. Bori Fati war ein paar Jahre vor seinem Sohn nach Spa­nien aus­ge­wan­dert und hatte von dessen Lei­den­schaft für Fuß­ball anschei­nend noch nichts mit­be­kommen: Sie sagten mir, dass ich gar keine Ahnung hätte, wie gut mein Sohn ist“.

Rund zehn Jahre später spielt der FC Bar­ce­lona im Camp Nou gegen Betis Sevilla. Lionel Messi, Luís Suarez und Ous­mane Dem­bélé sind ver­letzt und sitzen auf der Tri­büne. Es läuft die 78. Minute. Der erste Sieg der Spiel­zeit steht bereits fest, Arturo Vidal hat gerade das 5:1 erzielt. Am Spiel­feld­rand steht jetzt ein kräf­tiger Junge mit kurzen dunklen Haaren. Auf seinem blau-roten Trikot die Nummer 31. Er blickt nach oben, betet und klatscht im nächsten Moment mit Carles Pérez ab, der sich mit 21 Jahren fast schon alt vor­kommen muss, als er für den fünf Jahre jün­geren Team­kol­legen das Feld ver­lässt.

Im Alter von 16 Jahren und 298 Tagen debü­tiert Ansu Fati im Camp Nou und ist damit der jüngste Barca-Debü­tant seit Vicente Mar­tinez bei dessen erstem Auf­tritt im Jahre 1941.

Mut­ti­zettel für Fati

Fati läuft vor knapp 80.000 Zuschauern auf den Rasen der ehr­wür­digen Spiel­stätte. Die Wahr­heit ist, dass ich sehr nervös war“, sagt er dem Klub-TV nach dem Spiel. Aber ich habe nur Worte der Dank­bar­keit für alle, den Verein, den Trainer, die Fans, die mich sehr gut emp­fangen haben.“

Beim Ein­laufen klatscht er mit einem breiten Grinsen seine pro­mi­nenten Mit­spieler ab. Wäh­rend­dessen guckt sein Vater Bori ungläubig zu: Das ist der glück­lichste Tag meines Lebens. Als Ansu mir sagte, er wäre von Val­verde in die erste Mann­schaft berufen worden, fingen ich und meine Frau an, zu weinen. Als er aufs Feld kam, haben wir gesagt: Das kann nicht sein“, erzählt Bori Fati dem spa­ni­schen Radio­sender Cope“ später. Vor dem Spiel mussten die Eltern ihrem min­der­jäh­rigen Sohn die schrift­liche Erlaubnis erteilen, in späten Abend­stunden über­haupt auf dem Platz stehen zu dürfen.