Elkin Soto/​Manuel Neuer
Spä­tes­tens mit der WM ist Manuel Neuer zu einem der­ar­tigen Super­held im Tor geworden, dass sich Marvel bereits die Rechte für eine 20-tei­lige Comic-Serie gesi­chert hat. Arbeits­titel: Superman(u) und die Unhalt­baren Vier“. Umso erstaun­li­cher ist es daher, dass sich Elkin Soto am Freitag anschickte, nicht nur gegen Neuer zu treffen, son­dern ihn dabei auch noch zu tun­neln. Die ulti­ma­tive Demü­ti­gung für unseren tap­feren Super­helden, der sich nach dieser Nie­der­lage nun wahr­schein­lich erst einmal in seinen geheimen Unter­schlupf zurück­ziehen wird, um in einem mit dra­ma­ti­scher Musik unter­legten Zusam­men­schnitt von Trai­nings­szenen gestärkt zurück­zu­kehren, seinen bösen Gegen­spieler, nennen wir ihn El Kin, zu bekämpfen und schließ­lich die Macht auf Krypton wieder an sich zu reißen. Viel­leicht macht Neuer aber auch erstmal Ferien, wissen wir nicht.

Bas­tian Schwein­s­teiger
Im Frei­stoßtor-Leis­tungs­kurs, der unter der Lei­tung von Dr. H. Calha­noglu an der renom­mierten Jun­inho-Per­nam­bucano-Fuß­ball­schule statt­findet, gehörte Bas­tian Schwein­s­teiger lange Zeit eher zu den Under­achie­vern. Was wir prin­zi­piell sym­pa­thisch finden, sind wir schließ­lich Gar­nicht-Achiever. Wie dem auch sei, dass Basti eigent­lich zu den Hoch­be­gabten in der Klasse gehört, zeigte er am Freitag gegen Mainz, als er einen Frei­stoß von der Straf­raum­grenze so sahnig-but­ter­weich in den Winkel zuckerte, dass man einen Brot­auf­strich aus diesem Tor machen sollte. Für seinen Frei­stoß­treffer gibt es von uns natür­lich eine Eins mit Stern­chen und einen Smiley-Auf­kleber aufs Haus­auf­gaben-Heft. Glück­wunsch.

Jan-Ingwer Callsen-Bra­cker
Die Geste, die Augs­burgs Jan-Ingwer Callsen-Bra­cker nach 70 Sekunden gegen Glad­bach machte – hoch­springen und dabei die Faust geballt in den Himmel recken – kennen wir nur zu gut, schließ­lich machen wir sie auch oft. Wenn es beim Flei­scher Hack­röll­chen gibt. Wenn wir einen Keks in der Sofa­ritze finden. Wenn im Nach­mit­tags­pro­gramm ein Nippel zu sehen ist. Auf dem Fuß­ball­platz indes sollte man, so man nicht gerade ein Tor geschossen hat, diese Geste lieber bleiben lassen, denn im eigenen Straf­raum kann sie sehr schnell zu einem Elfer führen. So wie eben im Falle Callsen-Bra­ckers, dessen Hand­spiel nach Ecke zum frühen 0:1 führte. Aber gut, viel­leicht hatte er gerade einen Keks gefunden, wer weiß.

Davie Selke
Bre­mens Davie Selke gilt ja bereits seit län­gerem als ein Ver­spre­chen auf die Zukunft. Dass der Bub schon jetzt mehr als pas­sabel kicken kann, zeigte er im Spiel gegen Dort­mund. Sein Tor zum 1:0 gilt es dabei zu erwähnen, vor allem aber die Tat­sache, dass Selke derart gna­denlos mit Mats Hum­mels Schlitten fahren ging, dass dieser dem Jung­star seine Welt­meister-Medaille schenkte. Im Gegenzug musste Selke ver­spre­chen, Hum­mels in Zukunft in Ruhe zu lassen.

Jürgen Klopp
Apropos Dort­mund: Dort kann man trotz des 1:2 in Bremen zumin­dest ein biss­chen auf­atmen. Denn: Durch Joselus Last-Minute-Treffer in Frei­burg muss Jürgen Klopp mit seinem BVB nun doch nicht auf dem acht­zehnten Tabel­len­platz über­win­tern, son­dern auf dem sieb­zehnten. Puh. Für die Laune in Dort­mund könnte das bei aller Unkerei aber tat­säch­lich von Bedeu­tung sein, denn ein ehr­gei­ziger Emo­tioni wie Klopp würde die Weih­nachts­tage wahr­schein­lich lieber mit den Eiern in einer Bären­falle ver­bringen, als auf dem letzten Tabel­len­platz. Wir sind froh, dass ihm beides erspart bleibt.