Zwi­schen Man­chester City und Crystal Palace liegen Welten. Zwi­schen ihren Sta­dien hin­gegen schlappe 218 Meilen. Aber auch das sind gut fünf Stunden Auto­bahn­fahrt. Wenn man nicht wieder kurz vor Lap­worth, Höhe Hockley Heath, in den Stau gerät.

Fünf Stunden Fahrt, in denen sich die Jungs von Pep Guar­diola super-super vor­be­reiten könnten auf ihren nächsten Gegner. Oder auf die nächste super-super Mann­schafts­an­sprache. Tote Zeit jeden­falls, die sich am Spieltag besser nutzen lässt als on the road“. Auch wenn das bedeutet, im Zug durch das König­reich zu flitzen. (Oder wie immer das ange­sichts des Zustands“ der bri­ti­schen Railway“ heißt.)

Man­ches­ters Trai­nings­platz in London

Und weil mit Arsenal, Chelsea, Crystal Palace, Fulham, Tot­tenham und West Ham gleich sechs Ver­eine der Pre­mier League in Eng­lands Haupt­stadt behei­matet sind, und weil das in anderen Sai­sons noch viel mehr Teams waren und sein werden, und weil Wat­ford gleich vor der Tür ist und Sout­hampton, Bour­ne­mouth und Brighton um die Ecke sind, ergibt es durchaus Sinn, was laut neu­esten Gerüchten längst geplant wird vom Scheich-Klub an der Maine Road: ein Trai­nings­zen­trum nicht nur in Man­chester, son­dern auch in London.

Es soll eine Miniatur-Replik des 225 Mil­lionen Euro teuren Ori­ginal-Geländes ent­stehen. Das nennt sich City Foot­ball Aca­demy“ und umfasst über ein Dut­zend Trai­nings­plätze, ein Sta­dion mit­samt Physis-Ein­rich­tung, Schlaf­mög­lich­keiten und Kan­tine. 



Dass der Klub nun auf Aus­wärts­fahrten in und um London nicht mehr auf 5‑S­terne-Hotels zurück­greifen mag, klingt irgendwie eklig und nach unschöner neuer Welt, in der alles mög­lich ist, wenn man nur genug Geld dafür hat. Klingt zugleich aber natür­lich auch total sinn­voll. Als würde ein Heer schon in Frie­dens­zeiten eine Kaserne auf fremden Ter­ri­to­rien errichten. Ist halt nicht fair dann. Aber darum küm­mert man sich bei Man­chester City ja ohnehin eher weniger.

Und man stelle sich vor, der Ham­burger SV hätte in jeder deut­schen Stadt einen Bedarfs­trainer auf Abruf. Nur falls mal wieder Not am Mann wäre. Weil man ja weiß, dass bald wieder Not am Mann ist. Oder sie würden eine exakte 1:1‑Kopie des nie­der­rhei­ni­schen Bau­ern­hofs von Jupp Heynckes an die Säbener Straße setzen. Damit Cando bellen kann, wie er will, aber nicht mehr bellen muss.

In jedem Hafen eine Braut

Aber warum Halt machen, wo die Straße vor­erst endet?! Warum nicht gleich die kom­plette Pre­mier League kaufen und alle Spiele im Etihad aus­tragen? Und wenn man schon dabei ist, für die rich­tige Börse lassen sich sicher auch die läs­tigen Heim- bezie­hungs­weise dann ja Aus­wärts­fans kaufen. So rein stim­mungs­tech­nisch. Alles nur eine Frage des Geldes. Wie die Idee, sich in London, fünf Stunden vom hei­mi­schen Sta­dion ent­fernt, ein Trai­nings­zen­trum zu errichten.

Oder wie Heinz Rüh­mann einst sang: In jedem Hafen eine Braut, das ist doch nicht zu viel. Solange jede uns ver­traut, ist das ein Kin­der­spiel!“