Philipp Lahm vs. Marco Reus
Ganz klar: Seit etwa zwei Jahren ist Marco Reus der hei­ßeste Scheiß der Liga. Blitz­schnell, teils spek­ta­kulär, eis­kalt im Abschluss und dabei stets top-fri­siert – Reus ist in allen Belangen ein Bil­der­buch-Fuß­ball­profi. Dem Rolls-Reus im Fuhr­park der Liga steht heute Philipp Lahm gegen­über, gewis­sen­haft, tor­un­ge­fähr­lich, solide und meist eher bieder fri­siert – also das kom­plette Gegen­teil von Reus. Aller­dings ist Lahm auch ein her­aus­ra­gender Kicker und nicht umsonst seit 2010 Kapi­tän­chen der Deut­schen Natio­nal­mann­schaft. Der Rechts- wie Links­ver­tei­diger hat schon ganz andere Gegen­spieler abge­kocht, Reus aber auch schon ganz andere Gegen­spieler rund­ge­macht. Daher: Vor­teil BVB.

Van Buyten und Dante vs. Robert Lewan­dowski
Es ist nicht eben unwahr­schein­lich, dass Dante, Daniel van Buyten und Robert Lewan­dowki nächstes Jahr das gleiche Leib­chen tragen, denn die Gerüchte um einen Wechsel des Polen zu den Bayern halten sich hart­nä­ckig. Ebenso wahr­schein­lich ist, dass alle drei Spieler dar­über sehr erleich­tert sein dürften. Dante spielt eine Sah­ne­saison, die ihm wohl nur die wenigsten zuge­traut hätten. In der Füh­rungs­etage der Bayern wird sich wahr­schein­lich immer noch abge­klatscht ob des Glücks­griffs aus Glad­bach. Lewan­dowski auf der anderen Seite ist schnell, hält und ver­ar­beitet die Bälle, hat ein gutes Kopf­ball­spiel und ist dazu noch eis­kalt vor dem Tor – viele andere Stürmer mit derart her­aus­ra­genden Fähig­keiten gibt es der­zeit nicht. Bliebe Daniel van Buyten. Sagen wir so: Wie der manchmal hüftsteife Bel­gier sich in Situa­tionen, in denen der BVB schnell ins Angriffs­spiel umschaltet, gegen Lewan­dowski oder die nach­rü­ckenden Reus, Götze und Blas­zy­kowski prä­sen­tiert, könnte spiel­ent­schei­dend sein. Vor­teil BVB.

David Alaba vs. Jakub Blaszc­zy­kowski
Wohl dem, der solche Spieler hat. David Alaba war eigent­lich etat­mä­ßiger Mit­tel­feld­spieler, wurde aber zum Links­ver­tei­diger umfunk­tio­niert und schickt sich nun an, einer der welt­weit Besten seiner Zunft zu werden. Vorne gut, hinten gut, blut­jung und doch erfahren. Eine sel­tene Kombi, die es sonst nur – wie Stutt­garts Sven Ulreich einst scherzte – auf dem Stra­ßen­strich gibt. Alabas Gegen­über wird Jakub Blaszc­zy­kowski sein, der auf dem Spiel­be­richts­bogen zwar defen­siver geführt wird, bei Dort­munder Ball­be­sitz aber wohl auf seine Posi­tion im rechten offen­siven Mit­tel­feld vor­rückt. Der Pole ist alles in allem eine solide Sache, schnell, enga­giert und mit gutem Abschluss – auch diese Kombi gibt es auf dem… ach, lassen wir das. In diesem Duell könnte ent­schei­dend sein, inwie­weit Blaszc­zy­kowski Alabas Offen­siv­be­mü­hungen ein­dämmen kann. Vor­teil FC Bayern. 

Bas­tian Schwein­s­teiger vs. Mario Götze
Rechnet man die Markt­werte beider Spieler zusammen, kommt man auf eine Summe, mit der ein mit­tel­großer Dritte-Welt-Staat saniert werden könnte. Aller­dings sind beide die Kohle wert. Mario Götze ist sicher­lich einer der besten und spek­ta­ku­lärsten Offen­siv­spieler der Liga – wenn nicht der Beste. Sein Spiel­witz und Spiel­ver­ständnis sind oft zum Kopf­schüt­teln genial, zudem ist er gna­denlos effektiv. Uli Hoeneß und Mat­thias Sammer rennen beim Thema Götze wahr­schein­lich kra­chend mit den Köpfen anein­ander, aus Frust dar­über, dass der Junge ein­fach nicht bei Bayern Mün­chen unter Ver­trag steht. Dort­munds Nummer Zehn wird heute des Öfteren auf Bas­tian Schwein­s­teiger treffen, der unum­strit­tene Chef im Ring des Bayern-Mit­tel­feldes. Schweini ist seit Jahren über­ra­gend, trotzdem wurde vor Kurzem eine Pseudo-Debatte über seine Qua­lität los­ge­treten. Der große Olaf Thon ließ sich herab und urteilte über Mün­chens Parade-Sechser, dieser sei zu langsam und spiele nicht die rich­tigen Pässe. Schwein­s­teiger gab sich genervt und ver­mu­tete, Thon sei frus­triert, weil er im Fuß­ball keine Rolle mehr spiele. Wenn Schweini heute Abend ähn­lich gna­denlos aus­teilt, fliegt er ent­weder vom Platz oder schüch­tert Götze derart ein, dass dieser die Lust am Spiel ver­liert. Was dem aber wahr­schein­lich noch nie pas­siert ist. Und auch heute nicht pas­sieren wird. Vor­teil BVB.

Toni Kroos vs. Ilkay Gün­dogan
Die Floskel von Toni Kroos‘ Un! Glaub­lich! Guter! Schuss­technik!“, die sämt­liche Kom­men­ta­toren des Landes wöchent­lich ins Mikro schnapp­atmen, ist mitt­ler­weile fester Bestand­teil des paten­tierten 11FREUNDE-Plat­ti­tü­den­bingos. Aller­dings, das muss man ihm lassen, hat Kroos tat­säch­lich seine un! glaub­lich! gute! Schuss­technik! unlängst gegen Arsenal London gezeigt. Ihm gegen­über steht Ilkay Gün­dogan, beim BVB die Ent­de­ckung der Saison. Der Deutsch-Türke gibt mit erstaun­li­cher Sou­ve­rä­nität eine Art Quar­ter­back der Dort­munder. Wie Nuri Sahin sei­ner­zeit, der nach seinem Aus­flug zu Real Madrid nun wieder in Dort­mund ist und hinter Gün­dogan auf der Bank sitzt. Geht das so weiter, könnte ein Transfer-Per­pe­tuum-Mobile ent­stehen, Gün­dogan bald nach Madrid gehen, Sahin wieder ins Team rücken, bril­lieren, Gün­dogan in Madrid floppen, zurück­kehren, Sahin nach Madrid wech­seln, floppen, Gün­dogan bril­lieren, nach Madrid wech­seln und Sahin zurück­ge­holt werden, bril­lieren, wech­seln, floppen, wäh­rend Gün­dogan floppt, zurück­kehrt, bril­liert. Oder so. Wer weiß. Kroos wird trotzdem seine Momente haben: Vor­teil Bayern.

Thomas Müller vs. Marcel Schmelzer
Auch wenn er mit seinen dünnen Beinen und seinem unkon­ven­tio­nellen Lauf­stil an eine Figur aus der Augs­burger Pup­pen­kiste erin­nert, ist Thomas Müller nicht selten der Trumpf in der Bayern-Offen­sive. Seit drei Jahren schon knipst der bay­ri­sche Sym­pa­thie­bolzen wie er lustig ist, der­zeit steht er bei elf Toren und ebenso vielen Vor­lagen in der Liga. Auf der rechten Außen­bahn ist er der­zeit klar die Nummer Eins, wes­halb Kon­kur­rent Arjen Robben regel­mäßig die Diva her­vor­holt und via Presse über zu wenig Spiel­zeit nölt. Müller trifft heute auf Marcel Schmelzer. Der ist nicht nur am Mikrofon eine Urge­walt, son­dern auch ein pas­sa­bler linker Ver­tei­diger. Gegen Müller wird es trotzdem schwer, der ist bekannt­lich irgendwie immer überall und nir­gendwo, bis es dann irgend­wann eben mül­lert. Vor­teil Bayern.

Arjen Robben vs. Lukas Piszczek
Wenn einem wäh­rend der düs­teren Hertha-Jahre jemand erzählt hätte, was für ein her­aus­ra­gender Rechts­ver­tei­diger der damals eher durch­schnitt­liche Piszczek noch werden würde, hätte man sich wahr­schein­lich die Beine gebro­chen vor lauter lachendem Ober­schen­kel­klopfen. Einzig Jürgen Klopp hatte den Polen auf der Rech­nung, holte ihn für die geschätzte Ablöse von einer Kiste Iso­star“ nach Dort­mund und machte einen wirk­lich guten Spieler aus ihm. In dieser Saison aller­dings spielt Piszczek noch nicht ganz so gut wie letzte Runde. Das Duell gegen Robben wird auch des­halb span­nend, weil der hol­län­di­sche Flü­gel­flitzer heute auf dem unge­wohnten linken Flügel ran muss. Aber auch sei­ten­ver­kehrt wird der Mann mit dem wahr­schein­lich engsten Trikot der Welt wieder gefühlte 80 Mal den glei­chen Trick machen: die Hände vom Körper abspreizen, den Gegner schief anlaufen, ver­zö­gern, ver­zö­gern, ver­zö­gern und in die Mitte ziehen. Wie sol­ches Getänzel in der Kreis­liga gere­gelt wird, wissen wir. Piszczek aller­dings wird sich etwas Bes­seres ein­fallen lassen müssen. Vor­teil Bayern.

Mario Man­dzukic vs. Mats Hummels/​Felipe San­tana
Wenn es eine Chance gibt, Prin­zessin Peaches wirk­lich zu retten und Bowser und seine Schergen end­gültig in die Flucht zu schlagen, dann ist das wahr­schein­lich der Sturm des FC Bayern. Da spielen bekannt­lich gleich zwei Super Marios, was irgendwie unge­recht ist, denn Dort­mund hat schließ­lich nur einen (und der ist auch noch viel kleiner). Aber reicht es auch gegen die BVB-Defen­sive? Super Mario Man­dzukic darf sich heute wahr­schein­lich nicht mit Hum­mels, son­dern mit dessen Ersatz­mann Felipe San­tana messen. Der wird seit Jahren als der beste Ersatz­ver­tei­diger der Liga bezeichnet, bleibt aber eben auch genau das: Ein Ersatz­ver­tei­diger. Ohne Hum­mels wird es eng: Vor­teil Bayern.