Seite 2: „Ich habe gespürt, wie sie mir mit einer Spritze das Blut aus dem Kopf zogen.“

Wie ist das, wenn man ver­prü­gelt wird?
Es hat alles weh getan. Ich habe in der Nacht gespürt, wie sie mir mit einer Spritze das Blut aus dem Kopf zogen.

Der VfB Stutt­gart und Sie trennten sich dar­aufhin.
Es wurde in jenen Tagen geschrieben, geschrieben und noch mehr geschrieben. Es wurde so getan, als hätte ich jemanden umge­bracht. Vieles ent­sprach nicht der Wahr­heit.

Laut den Gerichts­akten sollen Sie frontal auf Ihre Angreifer zuge­laufen sein und gerufen haben: Dich lege ich um.“
Die Gerichte haben ent­schieden. Einen Freund lässt man nicht allein. So bin ich erzogen worden, so bleibe ich. Wenn meine Familie oder Freunde ange­macht werden, dann stelle ich mich davor und lebe mit den Kon­se­quenzen.

Fünf Monate nach der Tren­nung in Stutt­gart unter­schrieben Sie in Darm­stadt.
Die VfB-Fans hatten 50 000 Unter­schriften für meinen Ver­bleib gesam­melt, das hat mich beein­druckt. Ich habe damals in der Heimat über alles nach­ge­dacht. Ich habe in der Zeit viele Gespräche mit meinen Eltern geführt und wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es kein Fehler in Stutt­gart war. Ich war zur fal­schen Zeit am fal­schen Ort. Und dann kam ein Anruf von Torsten Frings, dem dama­ligen Darm­städter Trainer.

Der wie Sie in Dort­mund gespielt hat. Was bedeutet diese Stadt, der BVB, für Sie?
Dat is ein­fach Heimat. Liebe. Stolz. Und eine Ehre, für diesen Verein auf­zu­laufen. Ich werde für immer Dort­mund-Fan sein, da gibt’s nichts anderes.

Ihr schönster Moment mit dem Verein?
Die erste Meis­ter­schaft. Weil es über­ra­schend kam, weil es mein Verein ist. Die Men­schen jubeln dir zu und du spürst, du bist einer von denen. Ich lebe ja jetzt wieder hier. Mit meiner Frau, mit meiner Tochter. Wenn ich mit ihr und einem Ball heute Nach­mittag in den Garten gehen werde, dann ist das der beste Moment. Ganz ehr­lich?

Hm..?
Ich will meine Ruhe haben und Spaß beim Fuß­ball­spielen.