Das Dilemma ist bekannt: Wer in der Regio­nal­liga Meister wird, will auch direkt auf­steigen. Seit 2012 war das aber nicht mög­lich bei fünf Meis­tern aus den Regio­nal­ligen gegen­über drei Abstei­gern aus der 3. Liga. Die Lösung schien ein­fach: Eine Regio­nal­liga-Reform mit der Redu­zie­rung auf vier Staf­feln. Für dieses Modell ist die 3. Liga schon jetzt in Vor­leis­tung gegangen. Seit dieser Saison kämpfen vier Mann­schaften gegen den Abstieg. Ein Kom­pro­miss für die zwei­jäh­rige Über­gangs­zeit – und gleich­zeitig ein Ver­trau­ens­vor­schuss, der bitter ent­täuscht wurde. 

Rück­kehr zu drei Abstei­gern gefor­dert 

Denn die Reform­pläne des DFB gelten als geschei­tert, die ver­ant­wort­liche Arbeits­gruppe wurde vor einigen Wochen auf­ge­löst. Der­zeit scheint eine Eini­gung der Regio­nal­ligen Nord, Nord-Ost und Bayern nicht in Sicht. Dass die Ver­eine der 3. Liga nun an der Glaub­wür­dig­keit des DFB zwei­feln, ist in meinen Augen völlig nach­voll­ziehbar. Ein Deal macht nur dann Sinn, wenn beide Seiten ihren Teil erfüllen. Statt­dessen hat der Vor­schlag einer zwei­glei­sigen 3. Liga die Gemüter nur noch mehr erhitzt.

Ich halte diese Idee für absolut nicht ziel­füh­rend. Diese Liga hat sich seit ihrer Grün­dung vor zehn Jahren eta­bliert. Die Kluft zwi­schen Profi- und Ama­teur­fuß­ball ist kleiner geworden, das war 2008 das erklärte Ziel. Der Zuschau­er­schnitt ist aktuell auf Rekord­kurs, die Attrak­ti­vität durch die vielen Tra­di­ti­ons­ver­eine enorm gestiegen und sport­lich ist die 3. Liga span­nend wie nie. Die Ein­füh­rung einer Zwei­glei­sig­keit würde dieses Erfolgs­mo­dell zer­stören. 

Lösungs­ori­en­tierte Gedan­ken­spiele 

Vom SV Babels­berg 03 aus der Regio­nal­liga Nord-Ost kam der Vor­schlag, die 3. Liga auf 22 Teams zu erhöhen, von denen am Ende fünf absteigen und damit die aktu­elle Regio­nal­li­gastruktur bei­zu­be­halten. Vier Spiele mehr pro Saison scheint mir mit Blick auf den Ter­min­ka­lender schwer vor­stellbar – es sei denn, die Dritt­li­gisten würden nicht mehr im Lan­des­pokal antreten. Die Ent­schei­dung über die Reform fällt beim DFB-Bun­destag im kom­menden Jahr. Kurio­ser­weise haben die Dritt­li­gisten hier aber kein Stimm­recht. 

Des­halb war diese Pro­test­ak­tion umso wich­tiger. Die 3. Liga hat sich Gehör ver­schafft und klar posi­tio­niert. Alle Ver­eine haben aus­nahmslos mit­ge­zogen. Die unein­ge­schränkte Einig­keit zu diesem Thema war meiner Mei­nung nach das wich­tigste Zei­chen des 17. Spiel­tags.