Ein gän­giges Kli­schee besagt, dass Fuß­ball­profis auf dem Rasen­rechteck Super­helden sind, im All­ge­meinen aber nicht als tiefster Löffel in der Schub­lade gelten. Das ist natür­lich großer Unsinn, denn nur weil ein Mensch für viel Geld die Fuß­ball­schuhe schnürt, ist er nicht weniger klug als sein Otto­nor­malfan. Das Pro­blem ist anders gela­gert, denn über­durch­schnitt­lich häufig kriegen die Helden in kurzen Hosen unmit­telbar nach Abpiff aus­bau­fä­hige Fragen gestellt. Der Milch­säu­re­spiegel ist im Keller, die Hirn­durch­blu­tung auf Minimum gestellt, da sagt man Sachen wie Das Unmög­liche mög­lich zu machen wird ein Ding der Unmög­lich­keit“. 

Der Voll­blut­gram­ma­tiker hat eine Nach­richt

Nun steht Thorsten Legat kei­nes­falls im Ver­dacht, kein Freund des gesto­chen scharfen Wortes zu sein. Und so beehrte uns der Voll­blut­gram­ma­tiker im Dschun­gel­camp auch heute mal wieder mit einer Weis­heit fürs Leben und sagte: Der Klü­gere lässt nach.“

Dazu kann man nur eins sagen: Recht hat er! Denn wo sich die geis­tige Elite früher durch bahn­bre­chende Ideen, krea­tive Lösungs­vor­schläge oder auf­rüt­telnde Bot­schaften als Trieb­feder der Gesell­schaft posi­tio­nierte, herrscht heute gäh­nende Leere. Statt­dessen kübeln die ver­meint­lich Klugen lieber ihren Zynismus über die ver­meint­lich Dummen aus und ölen sich im spär­li­chen Applaus in Talk­shows und Kom­men­tar­spalten. Die gesunde Skepsis ist nicht mehr ihr Antrieb, sie arbeiten sich an Nie­der­gang der Mensch­heit ab, ohne selbst für neuen Antrieb zu sorgen. Sie über­lassen denen das Spiel­feld, die sie einst ver­ach­teten und stehen lieber dösig im Abseits herum. Rot­wein trin­kend. Die Rah­men­brille polie­rend. Ver­stei­nert am Schach­brett des Lebens.

Wo sind die Visionen?

Aber wo sind die Visionen von einst nur hin? Wo sind die Aus­wege aus der Trost­lo­sig­keit des All­tags? Wo ist das schüch­tern glim­mende Licht am Ende des Tun­nels aus Wort­witzen, Schen­kel­klop­fern und stumpfen Parolen?

Denn in dieses geis­tige Vakuum stoßen auto­ma­tisch die Men­schen­fänger und erobern sich die Deu­tungs­ho­heit. Legat hat das erkannt und wagt vor dem größt­mög­li­chen Publikum den Hil­fe­schrei. Nach Liebe. Nach Gehör. Nach Ideen, die die Welt ver­än­dern.

Werdet laut

Also, ihr Klü­geren, hört end­lich auf, nach­zu­lassen. Legt mal einen Zahn zu. Zeigt euch. Werdet laut. Steigt auf aus den Trüm­mern der Ruinen, die ihr selbst hin­ter­lassen habt. Traut euch. Wir brau­chen euch.

Danke für den Hin­weis, Thorsten Legat.