So sind wir zum Bei­spiel für die neue Aus­gabe von 11FREUNDE, die ab morgen im Zeit­schrif­ten­handel ist, nach Glasgow gefahren. Im Celtic Park gibt es seit dem Sommer wieder einen Bereich, in dem die Fans ganz offi­ziell stehen dürfen. Ultras und nor­male Fans haben uns erzählt, wie sie für diese Stehränge gekämpft haben und welche Hin­der­nisse über­wunden werden mussten. 

Es ist schon über­ra­schend genug, dass die Steh­plätze viel­leicht langsam nach Groß­bri­tan­nien zurück­kehren, wo sie vor zwanzig Jahren rigoros abge­schafft wurden. Doch noch ver­blüf­fender ist es, dass Ter­races nun auch dort Einzug halten, wo man so etwas eigent­lich gar nicht kennt – in den USA!

In Flo­rida baut der Klub Orlando City gerade sein eigenes Sta­dion. Im Moment spielt man noch im weit­läu­figen Cam­ping World Sta­dium, wo am 2. April 2017 Wrest­le­Mania 33 statt­finden wird. Spä­tes­tens dann möchte der Verein sein eigenes Heim haben – das Orlando City Sta­dium soll im März eröffnen.

Kein Sitz in Aus­sicht

Wer heute einen Blick auf die Bau­stelle wirft, reibt sich ver­wun­dert die Augen. Die Nord­tri­büne ist schon zu einem großen Teil fertig – und es ist weit und breit kein Plas­tik­sitz zu sehen. Beim Ent­wurf der ersten Steh­tri­büne in Nord­ame­rika haben wir an unsere Fans gedacht“, schreibt der Klub mit deut­li­chem Stolz auf seiner Web­site. Die Tri­büne ist so steil wie mög­lich errichtet worden und hat ein nied­riges, fla­ches Dach, um den Lärm ein­zu­fangen.“ 

Wer jetzt die Nase rümpft und meint, in einem ame­ri­ka­ni­schen Sta­dion könne keine rich­tige Stim­mung auf­kommen, hat die letzten Jahre ver­schlafen. Der Fuß­ball boomt in den USA und viele Fans nehmen sich euro­päi­sche oder süd­ame­ri­ka­ni­sche Anhänger zum Vor­bild. In Orlando geht die Post ganz beson­ders ab – obwohl der Verein noch sehr jung ist. Es ist schwer zu erklären, wie stark der Fuß­ball hier in Orlando das Kom­mando über­nommen hat“, sagt der Jour­na­list Erik Leibin. Der Sport hat ein­fach phä­no­menal ein­ge­schlagen. Orlando ist erst das zweite Jahr in der MLS, aber nur ein anderer Klub – Seattle – hat mehr Zuschauer pro Spiel.“