Die Sze­nerie wirkt wie aus einem Bür­ger­kriegs­ge­biet. Eine Rotte Poli­zisten steht dicht gedrängt auf einem ver­wüs­teten Platz, vor ihnen ein ein­zelner Ver­mummter, der pro­vo­zie­rende Gesten macht, im Hin­ter­grund brennt es. Das Video ist mit schram­me­ligen Gitarren unter­legt, Rock’n’Roll und Bam­bule, es gibt einen Schnitt und der Ver­mummte liegt auf dem Boden, begraben unter schwer gepan­zerten Poli­zisten. Fla­schen fliegen durch die Luft.

Ein gän­giger Fan­ge­sang in und um Fuß­ball­sta­dien ist Fuß­ball­fans sind keine Ver­bre­cher“. Zuweilen stimmt das aber nicht, wie die berüch­tigten Anhänger von Feye­noord Rot­terdam beim gest­rigen Europa-League-Spiel in Rom unter Beweis stellten. Was in diesen Stunden pas­siert, ist eine Schande und nicht zu tole­rieren“, sagte Roms Bür­ger­meister Ignazio Marino, und sogar die hol­län­di­sche Bot­schaft mel­dete sich zu Wort. Knapp 6000 Fans hatten Feye­noord mit zum Aus­wärts­spiel begleitet, ein harter Kern von knapp 200 Mann davon nicht in fried­li­cher Absicht.

Bereits am Mitt­woch kam es auf dem Campo di Fiori, einem Tou­risten-Hot­spot, zu Aus­schrei­tungen zwi­schen Fans und Polizei, die in 23 Fest­nahmen gip­felten. Am Don­nerstag ver­legten die Ran­da­lierer ihre Aus­schrei­tungen an die Piazza di Spagna. Nur wenige Minuten nach Ankunft der Hol­länder war der ansonsten fried­liche Platz kom­plett ver­wüstet. Böller flogen in Rich­tung der Polizei, der knapp 500 Jahre alte Barock-Brunnen Fon­tana della Bar­caccia“ wurde schwer beschä­digt. 1300 Sicher­heits­kräfte waren in Rom im Ein­satz, die Kra­walle waren den­noch kaum ein­zu­dämmen. Wir haben Angst, das ist wie Krieg, hier gibt es keine Sicher­heit“, zitierte die Gaz­zetta Dello Sport“ einen Laden­be­sitzer, der sein Geschäft an der Piazza di Spagna hat.