Alles beginnt mit einem Stern, dem Stern von Ver­gina“. Ehe­mals das Emblem der make­do­ni­schen Königs­dy­nastie zur Zeit Phil­ipps II. und Alex­an­ders des Großen. Heute umstrit­tenes Hoheits­symbol.

Auf rotem Grund zwi­schen 1992 und 1995 als Flagge der ehe­ma­ligen Jugo­sla­wi­schen Repu­blik Mazedo­nien. Auf blauem Grund hin­gegen als inof­fi­zi­elle Flagge der grie­chi­schen Region Makedo­nien, deren Haupt­stadt Salo­niki ist und die an den Staat Mazedo­nien grenzt. 

Eine Fan-Freund­schaft, die Kon­flikt­po­ten­tial birgt

Seit deren Grün­dung streiten sich Grie­chen­land und die ehe­ma­lige Teil­re­pu­blik Jugo­sla­wiens. Die wegen des Namens­streits auch immer wieder genau so genannt wird: Ehe­ma­lige jugo­sla­wi­sche Repu­blik Maze­do­nien“. Oder in der eng­li­schen Abkür­zung: FYROM“. Was drollig klingt, aber gewaltig Kon­flikt­po­ten­tial beinhaltet. Es geht nicht nur um Flaggen, son­dern auch um Gebiets­an­sprüche und Stolz. Klar, dass der Kon­flikt auch in den Fuß­ball getragen wird.

Selbst auf Schalke, deren Ultras seit einer Partie gegen den FK Vardar im Jahr 2004 eine Fan­freund­schaft zu dem maze­do­ni­schen Verein unter­halten. Ins­be­son­dere mit der Ultra-Grup­pie­rung Komiti Skopje“. Seither kommen immer mal wieder (Exil-)Mazedonier zu Spielen des FC Schalke 04.

Mit Pfef­fer­spray gegen eine Volks­ver­het­zung, die keine war

Und natür­lich fuhren sie erst Recht zum Spiel gegen PAOK Salo­niki, im August 2013, im Zuge der Qua­li­fi­ka­ti­ons­spiele zur Cham­pions League. Stellten sich in Block N der Vel­tins Arena und hielten ihre Flagge in den Abend, den Stern von Ver­gina“ auf rotem Grund, geziert vom Schriftzug Komiti Düs­sel­dorf“.

Die Polizei stürmte den Block mit Pfef­fer­spray und Schlag­stö­cken, Ver­dacht auf Volks­ver­het­zung. Es waren häss­liche Szenen, das Vor­gehen der Polizei wirkte unan­ge­bracht hart. Vor allem, da am nächsten Tag eine Poli­zei­spre­cherin Stel­lung bezog zu der Frage, was an der Flagge denn nun genau volks­ver­het­zend sei: Das kann ich nicht sagen.“ Ein­zige Recht­fer­ti­gung: Mit ihrem Ein­greifen hätte die Polizei einen mög­li­chen Platz­sturm der auf­ge­brachten grie­chi­schen Fans ver­hin­dert.