Kennen Sie Rainer Hunold? Das ist ein gemüt­li­cher, stets etwas tapsig wir­kender Fern­seh­schau­spieler, der einst zusammen mit Claus Theo Gärtner alias Josef Matula den Fall für Zwei“ löste und später als Dr. Som­mer­feld die Praxis Bülow­bogen betreute. Eine TV-All­zweck­waffe, die bis heute solide Ein­schalt­quoten garan­tiert, wenn nicht par­allel Fuß­ball im Fern­sehen läuft. Denn gegen Fuß­ball, so lautet das eherne Gesetz der Unter­hal­tungs­branche, hat im Fern­sehen ohnehin nichts eine Chance.

Zumin­dest war das bis letzten Freitag so. Da durfte Rainer Hunold als Der Staats­an­walt“ im ZDF gewohnt betu­lich den Mord an einem chi­ne­si­schen Geschäfts­mann auf­klären, der­weil im Ersten der SC Frei­burg und, na klar, die Bayern den Bun­des­li­ga­auf­takt bestritten (Hier geht’s zum 11FREUNDE-Live­ti­cker). Klare Sache, konnte man meinen, maximal ein guter zweiter Platz für den wackeren Staats­an­walt, zumal auf RTL noch Gün­ther Jauch mit seinem noto­ri­schen Quiz mit­mischte.

Mehr als eine Mil­li­arde Euro ab 2017 – pro Jahr!

Doch dann das: 5,94 Mil­lionen Zuschauer für Hunold, gerade mal maue 5,59 Mil­lionen für den Liga­start. Um Miss­ver­ständ­nissen vor­zu­beugen: Das ist jetzt nicht gleich eine Fern­seh­re­vo­lu­tion, ent­schleu­nigte Krimis wie dieser stehen beim ziem­lich betagten öffent­lich-recht­li­chen Publikum tra­di­tio­nell hoch im Kurs. Aber dass ein Fuß­ball­spiel im Quo­ten­ver­gleich den Kür­zeren zieht, noch dazu nicht irgend­eines, son­dern immerhin der Auf­takt in der ach so tollen Bun­des­liga, ist dann doch ziem­lich unge­wöhn­lich.

Eigent­lich leben wir doch in Zeiten, in denen die Liga als Sen­de­ware immer heißer gehan­delt wird. Für den neuen Fern­seh­ver­trag ab der Saison 2017/18 kas­siert die DFL mehr als eine Mil­li­arde Euro pro Jahr. Und dann schei­tert eines von ledig­lich zwei Bun­des­li­ga­spielen, die in dieser Saison live im Free TV aus­ge­strahlt werden, an einem bie­deren Frei­tags­krimi? Wie passt das zusammen?