Das Frei­tags­spiel:

Union gegen Frank­furt

Stim­mung: Der späte Aus­gleich im Heim­spiegel gegen Dort­mund war gut für die Stim­mung und fürs Ego, doch aus­wärts läuft es für die Ein­tracht bisher nicht so gut. Frank­furt in dieser Saison noch ohne Punkt in der Ferne – das soll sich heute Abend ändern. Doch an der Alten Förs­terei haben schon ganz andere ver­loren! Wir wollen hier keine keine Namen nennen. Unions Co-Trainer Markus Hoff­mann freut sich der­weil auf einen Nach­bar­schafts­treff. Denn Adi Hütter wohnt nur einen Kilo­meter von seinem Zuhause ent­fernt. Toll, wenn man Mög­lich­keiten findet, trotz des stres­sigen Berufs Kon­takt zu den Nach­barn zu halten. 

Per­sonal: Drei Platz­ver­weise in fünf Spielen – man könnte meinen, die Eisernen hauen gerne mal dazwi­schen. Ich finde aber nicht, dass wir eine dre­ckige Truppe sind, die viel foult“, wider­spricht Kapitän Chris­to­pher Trimmel. Klingt wie etwas, was jemand sagt, der in ner dre­ckigen Truppe spielt. In jedem Fall Union also ohne Sebas­tian Polter, dafür aber mit Neven Sub­otic, der seine Sperre abge­sessen hat. Bei den Frank­fur­tern ist der Ein­satz von Sebas­tian Rode noch frag­lich, nachdem er sich im Trai­ning eine Prel­lung am Knie zuzog. Mijat Gaći­nović und Jona­than de Guzmán sind hin­gegen wieder fit.

11FREUNDE-Orakel: Frank­furt will den ersten Aus­wärts­punkt und genau so wird es auch kommen – doch zu mehr reicht es nicht. Union gegen Frank­furt: 2:2.

Die Sams­tags­spiele:

Hof­fen­heim gegen Glad­bach

Stim­mung: Hof­fen­heims Trainer Alfred Schreuder hat hohe Erwar­tungen an das Spiel: Ich glaube, dass am Samstag auf dem Platz zwei Gegner auf­laufen, die gewinnen wollen.“ Unglaub­lich. Hat man so noch nie gesehen. Die Glad­ba­cher wollen ihre Serie von zwei Aus­wärts­siegen in Folge natür­lich gerne aus­bauen. Vorbei die Zeit, als die Fohlen von ihren Fans als Aus­wärts­deppen“ titu­liert wurden. Schließ­lich hat die Borussia in den letzten Monaten die Punkte eher aus­wärts geholt, der späte Sieg am Sonntag gegen Düs­sel­dorf war der erste Heim­erfolg seit acht Monaten. Auch die Sta­tistik ist auf Seiten der Gäste, denn von den letzten elf Duellen konnten die Hof­fen­heimer ledig­lich eines gewinnen. 

Per­sonal: Tony Jantschke mag sich viel­leicht eine schwere Hals­wir­bel­säulen- und Kie­fer­prel­lung zuge­zogen haben, als er am Sonntag mit dem Knie seines Kol­legen Breel Embolo kol­li­dierte, das heißt aber noch lange nicht, dass er sich nicht ein­satz­be­reit meldet. Ein Tier, dieser Tony. Bei den Hof­fen­hei­mern hat hin­gegen Robert Skov seine neue Bestim­mung gefunden. Nach zwei durch­wach­senen Ein­sätzen in der Offen­sive lief der Neu­zu­gang gegen Wolfs­burg als Links­ver­tei­diger auf – und machte prompt sein bestes Spiel. 

11FREUNDE-Orakel: Alle Macht der Sta­tistik. Und so. Glad­bach gewinnt mit 2:0.

Mainz gegen Wolfs­burg

Stim­mung: Neun Gegen­tore in der Schluss­vier­tel­stunde – die Mainzer sind gegen Ende des Spiels mit ihren Gedanken schon mal gerne woan­ders. Unter der Dusche, beim Ita­liener um die Ecke, auf der Couch daheim. Blöd, wenn man die Spiele so ver­liert. Ist die ganze schöne Arbeit der ersten 75 Minuten umsonst. Findet Sandro Schwarz auch und legte prompt den Schwer­punkt der Trai­nings­woche auf diese ent­schei­denden 15 Minuten. Denn: Wir haben kein grund­le­gendes Pro­blem. Es ist eine Frage der Kon­zen­tra­tion.“ Hoffen wir, dass die Mainzer es gegen die Gäste aus Wolfs­burg besser machen – bevor ein grund­le­gendes Pro­blem aus der Sache wird. Die Wölfe hin­gegen haben ganz andere Sorgen. Eines der drei noch unge­schla­genen Teams der Liga und kon­stante Ergeb­nisse – wer hört das nicht gerne? Nur dumm, wenn das kon­stante Ergebnis ein 1:1 ist. Denn so gingen die letzten drei Spiele aus. Wir treten momentan auf der Stelle“, sagt Trainer Oliver Glasner, aka Cap­tain Obvious.

Per­sonal: Der Mainzer Kapitän Danny Latza konnte auf­grund von Adduk­to­ren­pro­blemen diese Woche noch nicht trai­nieren. Die glei­chen Beschwerden machten sich am Mitt­woch auch bei Links­ver­tei­diger Aarón Martín bemerkbar. Anste­ckende Adduk­to­ren­pro­bleme? Wir bleiben dran! Alex­ander Hack hin­gegen ist nach Pro­blemen mit dem Knie wieder zurück im Mann­schafts­trai­ning und kann wohl spielen. Gäs­te­trainer Glasner kann auf­atmen, denn der kurz­fristig befürch­tete Not­stand in der Defen­sive scheint aus­zu­bleiben. Sowohl Jérôme Rouss­illon, als auch Marcel Tis­se­rand konnten ges­tern trai­nieren.

11FREUNDE-Orakel: Ähm…1:1. Klar, oder?

Augs­burg gegen Lever­kusen

Stim­mung: Augs­burg würde am Wochen­ende furchtbar gerne den 50. Heim­sieg seiner Bun­des­liga-Geschichte feiern, dumm nur, dass Bayer Lever­kusen zu Gast ist, und gegen die hat man in 16 Par­tien noch kein ein­ziges Mal gewonnen. Doch dieses Mal ist der FCA vor­be­reitet und hat eine echte Geheim­waffe am Start: Tin Jedvaj. Der Kroate wurde vor der Saison von Lever­kusen aus­ge­liehen und sta­bi­li­siert nicht nur die Abwehr, son­dern ver­fügt auch über Insi­der­infos ohne Ende. Ich kenne die Taktik von Bayer Lever­kusen und muss mit dem Trainer spre­chen.“ Ein Fuchs, dieser Stefan Reuter. Denkt bei seinen Trans­fers wirk­lich an alles. Für Lever­ku­sens Trainer Peter Bosz besteht die Auf­gabe vor allem darin, das anste­hende CL-Spiel gegen Juventus Turin aus den Köpfen seiner Spieler zu bekommen. Für die Spieler besteht die Auf­gabe hin­gegen darin, die hit­zigen Dis­kus­sionen, wer das Trikot von Cris­tiano Ronaldo bekommt, vor dem Trainer geheim zu halten. 

Per­sonal: Augs­burgs Offen­siv­spieler Marco Richter ist immer noch ange­schlagen. Mit einem Ein­satz gegen Lever­kusen wird es knapp. Bei Kapitän Daniel Baier könnte es hin­gegen mit dem Come­back klappen. Peter Bosz strebt in der Zwi­schen­zeit eine Zweit­kar­riere als Anla­ge­be­rater an: Kai Havertz hat so viel Qua­lität, Deutsch­land muss ihn wie Gold in einen Schweizer Tresor ste­cken.“ Bin mir aller­dings ziem­lich sicher, dass das illegal ist. 

11FREUNDE-Orakel: Lever­kusen ist mit den Köpfen bereits in Turin und Augs­burg kennt dank Top-Spion Tin Jedvaj jeden Schritt, bevor ein Bayer-Spieler ihn tun kann. Dies führt in Kom­bi­na­tion zum ersten Sieg der Augs­burger gegen Lever­kusen. 1:0. Tor­schütze: Flo­rian Nie­der­lechner!

Pader­born gegen Bayern

Stim­mung: Pader­born steht auf dem letzten Platz und hat bisher erst einen Zähler auf dem Konto – blöd, dass jetzt die Bayern zu Besuch kommen. Die lassen an Zähl­barem eher Tore als Punkte da. Bay­erns Trainer Niko Kovač springt zur Vor­be­rei­tung auf die Partie mit vollem Anlauf ins Phra­sen­schwein und ver­kündet: Fuß­ball ist ein Kol­lek­tiv­sport. Wenn man angreift, greifen alle an.“ Achso. Wei­tere Sätze, die man so noch nie gehört hat, lie­fert Steffen Baum­gart: Es geht darum drei Punkte zu holen.“ und Wir müssen hinten besser stehen.“ Krass. Wir haben jetzt jeden­falls einen völlig neuen Blick auf dieses Spiel, das sich Fuß­ball nennt. 

Per­sonal: Robert Lewan­dowski hat bereits jetzt schon drei Treffer mehr erzählt als Pader­born – und das obwohl er inzwi­schen Elf­meter-Geschenke an bedürf­tige Mit­spieler ver­teilt. Bis zur Hei­lig­spre­chung kann es also nicht mehr lange dauern. Ansonsten stellen sich bei den Bayern vor allem zwei Fragen: wo spielt Kim­mich? Und: Müller oder Cou­t­inho? Steffen Baum­gart muss auf keinen Spieler ver­let­zungs­be­dingt ver­zichten. Die Frage ist nur, ob das wirk­lich einen Unter­schied machen würde. 

11FREUNDE-Orakel: Schalke hat in Pader­born mit 5:1 gewonnen. Das sollte die Bayern eigent­lich dazu moti­vieren, dieses Ergebnis zu über­treffen – aber am Dienstag ist ja bereits das nächste Spiel. Also gibt es ein ent­spanntes 4:0 für den Rekord­meister.

Das Top­spiel:

Dort­mund gegen Bremen

Stim­mung: Die Dort­munder sind nach der Men­ta­li­täts- und Füh­rungs­spie­ler­dis­kus­sion der ver­gan­genen Tage auf 180. Michael Zorc fühlte sich bei der Kritik an den Leis­tungen seiner Mann­schaft an die Spe­ku­la­tius und Weih­nachts­männer in den Super­markt­re­galen erin­nert und tobte: Das ist mir alles zu ver­früht.“ Bedeutet für die Kri­tiker ebenso wie für die Schoko-Leb­ku­chen: in zwei bis drei Wochen ist okay. Die Heim­bi­lanz bisher lässt sich aber auch sehen: 5:1 gegen Augs­burg, 4:0 gegen Lever­kusen, gegen Bar­ce­lona gab es ein 0:0, das den Gästen mehr schmei­chelte als der Borussia. Die Gäste aus Bremen zeigen sich den­noch opti­mis­tisch, dass in Dort­mund was zu holen ist und beschwören den Geist des Ach­tel­final-Erfolgs im DFB-Pokal. Im letzten Jahr gewann Werder im Elf­me­ter­schießen mit 4:2. Aber da schoss Max Kruse den ent­schei­denden Elf­meter. Und der ist jetzt in Istanbul.

Per­sonal: Viele haben es nicht mehr für mög­lich gehalten, aber das Bremer Laza­rett scheint sich zu lichten. Wir klopfen voller Sym­pa­thie drei mal auf Holz. Milot Rashica zeigte sich im Trai­ning wieder voll belastbar, auch bei Maxi Egge­stein gibt es Hoff­nung, dass es dieses Mal für 90 Minuten reicht. Und Nuri Sahin darf nach ver­büßter Gelb-Rot-Sperre auch wieder mit­ma­chen. Die Dort­munder hoffen darauf, dass Mats Hum­mels nach mus­ku­lären Pro­blemen von Beginn an spielen kann. Sky hin­gegen hofft auf Mentalitätsscheisse“-Teil 2 und schickt wieder Ecki Heuser ins Rennen. 

11FREUNDE-Orakel: Der Sieg wird viel­leicht nicht so deut­lich wie gedacht, aber ein Sieg wird es den­noch. Dort­mund gewinnt mit 3:2.

Die Sonn­tags­spiele:

Düs­sel­dorf gegen Frei­burg

Stim­mung: Nach der Nie­der­lage in Glad­bach steht die For­tuna mit vier Punkten aus fünf Spielen da und ist laut Sport­vor­stand Lutz Pfan­nen­stiel nicht mehr im Soll. Wo dieses Soll ist und wie man da hin­kommt verrät er natür­lich nicht. Fies. Gegner Frei­burg ist der­weil nach zwei Siegen in zwei Spielen in der Ferne im Rei­se­fieber. Aus­wärts­spiele könnten eine neue Stärke von uns werden“, freut sich Nils Petersen, ange­hender Pre­mium-Mei­len­sammler. 

Per­sonal: Beim SC gibt es einen harten Kampf um die Startelf­plätze. Nachdem Luca Wald­schmidt beim 1:1 gegen Augs­burg nur eine Vier­tel­stunde ran durfte, ist er ein heißer Kan­didat für die erste Elf. Die Pro­bleme von Chris­tian Streich möchte man haben. In Düs­sel­dorf sind sie nach wie vor begeis­tert von ihrem Tor­wart Zack Steffen. Zeigt seit Wochen tolle Leis­tungen. Nun hoffen sie in Düs­sel­dorf, dass Pep Guar­diola nicht zu genau hin­schaut und den US-Ame­ri­kaner noch ne Weile am Rhein lässt.

11FREUNDE-Orakel: Das Spiel geht 2:2 aus. Hilft dem Meilen-Konto von Nils Petersen also mehr als den Frei­bur­gern in der Tabelle, aber elf Punkte aus sechs Spielen klingen den­noch ziem­lich gut.

Köln gegen Hertha

Stim­mung: Köln gegen Hertha, das ist an diesem Spieltag ein Kel­ler­duell. 15. gegen 16. Das hatten sich die beiden Teams vor Sai­son­be­ginn auch irgendwie anders vor­ge­stellt. Köln außerdem bisher zuhause noch ohne Punkt­ge­winn. Die Ber­liner hin­gegen nach dem Heim­sieg gegen Pader­born mit Atem­übungen: Es ist auch ein gewisses Durch­atmen zu spüren, aber es darf nicht zu lange durch­ge­atmet werden.“, so Trainer Ante Čović. Timing ist eben alles.

Per­sonal: Bei den Köl­nern fehlt King­sley Ehi­zibue nach dem Platz­ver­weis in Mün­chen. Geschäfts­führer Armin Veh gibt sich nach­tra­gend und ver­teilt gleich­zeitig Mode­tipps: Der Schieds­richter hätte sich auch ein Bayern-Trikot anziehen können“. Wei­tere Mode­pro­bleme gibt es in Köln bei Anthony Modeste, der ver­kündet: Ich muss langsam mein Tor­jäger-Kostüm anziehen.“ So ist das in der Dom­stadt. Kar­neval ist das ganze Jahr. Außerdem fährt Rafael Czi­chos diese Woche bisher nur Fahrrad. Doof, wenn man eigent­lich Fuß­ball­spieler ist.

11FREUNDE-Orakel: Köln fährt die drin­gend benö­tigten ersten Punkte zuhause ein und gewinnt das Ding 2:0. Führt ver­mut­lich zu Schnapp­at­mungen in Berlin. Aber Ante Čović kennt sich da ja aus.