Wohl­wol­lend ließe sich sagen: Der DFB hat es in diesen Wochen schwer. Wett­skandal, Ärger mit Löw, Schiri-Affäre – und jetzt womög­lich schon wieder ein Mani­pu­la­ti­ons­skandal. Wer würde da nicht schon mal nervös werden und über­re­agieren… 



Aller­dings ist auch eine andere, weniger ver­bands­freund­liche Sicht­weise mög­lich: Beim DFB, der jah­re­lang uner­schüt­ter­lich in seinem schon vati­ka­ni­schen Unfehl­bar­keits­an­spruch war, sind sie dabei, kom­plett die Nerven zu ver­lieren. Und ver­wech­seln die über Jahre ver­geb­lich ein­ge­for­derte Trans­pa­renz offenbar zuneh­mend mit Geschwät­zig­keit.

Die ges­tern ver­brei­tete Mel­dung über die mög­liche Mani­pu­la­tion des Zweit­li­ga­spiels zwi­schen 1860 Mün­chen und Rot-Weiß Ahlen sieht denn auch eher nach einem Schuss ins Blaue denn nach einem hand­festen Skandal aus.

Die Irri­ta­tionen bei den betrof­fenen Ver­einen über fol­gen­schwere Ver­dachts­mo­mente ohne hieb- und stich­feste Beweise, mit denen leicht­fertig der Ruf von Fuß­bal­lern aufs Spiel gesetzt werde, sind jeden­falls nach­voll­ziehbar. »Wir werden Vor­ver­ur­tei­lungen unserer Spieler auf der Basis von Gerüchten und übler Nach­rede nicht zulassen«, hat 1860 Mün­chen erklärt. Starke Worte, die vor dem Hin­ter­grund der stüm­per­haften Behand­lung des Ame­rel­l/K­empter-Falls durch den DFB und seinen Prä­si­denten ein beson­deres Gewicht erhalten.