APRIL

Auf­reger des Monats: Uli Hoeneß unter Ver­dacht der Steu­er­hin­ter­zie­hung
Diese Nach­richt eine Bombe zu nennen, wäre die Unter­trei­bung des Jahres. Wäh­rend sich sein Klub mit voller Wucht zur besten Mann­schaft der Welt mau­sert, meldet der Focus“, dass Mr. FC Bayern Uli Hoeneß der Steu­er­hin­ter­zie­hung ver­dächtig wird. Damit nicht genug, denn der Klub­boss und Würst­chen­gi­gant soll sich auch noch selbst beim Finanzamt ange­zeigt haben, um aller­schlimmsten Bestra­fungen aus dem Weg zu gehen. Angeb­lich horte Hoeneß drei­stel­lige Mil­lionen-Beträge auf einem Schweizer Konto, mel­dete der Focus“. Immerhin ist diese Zahl mitt­ler­weile deut­lich nach unten kor­ri­giert worden. Den­noch ver­setzte die Nach­richt die ganze Repu­blik in einen Schock­zu­stand. Einzig die Talk­show-Mode­ra­toren der Öffent­lich-Recht­li­chen ver­teilten High-Fives ohne Unter­lass: Die Causa Hoeneß sicherte ihnen Send­ein­halte für die kom­menden 14 Tage.

Auf­reger des Monats II: Mario Götze wech­selt zum FC Bayern
Welch ein Zufall, dass der Wechsel von BVB-Youngster Mario Götze zum Rivalen Bayern Mün­chen nur einige Tage nach der Ent­lar­vung von Hoeneß als Steu­er­sünder bekannt wurde. Die Bayern demen­tierten hef­tigst, dass diese Brea­king News aus ihrem Lager gestreut wurde. Den Fans des BVB – ohnehin nicht für den Grund­satz Erst durch­atmen, dann han­deln“ bekannt – war das egal. Sie zer­schnitten ihre heiß­ge­liebten Götze-Tri­kots und sprengten die Face­book-Pinn­wand des bemit­lei­dens­werten Jung­stars. Und wieder einmal zeigte sich, dass bei normal den­kenden Men­schen durchaus der Ver­stand aus­setzen kann, wenn es um Fuß­ball geht.

Spieler des Monats: Felipe San­tana
Oft­mals erlebte BVB-Ver­tei­diger Felipe San­tana die fuß­bal­le­ri­schen Orgasmen seiner Mit­spieler nur als Bank­drü­cker. Doch am Abend des 18. April hatte der Bra­si­lianer end­lich auch mal sein ganz per­sön­li­ches Heavy Pet­ting im West­fa­len­sta­dion. In der Nach­spiel­zeit des Cham­pions-League-Vier­tel­fi­nal­rück­spiels würgte der Mann mit der Fleisch­mütze den Ball zwar abgrund­tief schäbig über die Tor­linie, dass sich ein Welt­trainer wie Jürgen Klopp eigent­lich nicht hätte freuen dürfen. Alles egal, denn durch diesen Treffer wurde aus einem pein­li­chen Fast-Aus­scheiden der Borussia das Finale furioso der Königs­klassen-Saison.

Video des Monats:
Nach den Web-Klas­si­kern Goats yelling like humans“ und Humans yelling like goats yelling like humans“ prä­sen­tieren uns die Profis vom AC Mai­land den Klas­siker-Klas­siker Foot­bal­lers yelling like goats yelling like humans feat. Woody Wood­pe­cker“ Im Ernst, Internet: Was soll jetzt noch kommen?

Schlag­zeile des Monats: Peter Neururer über­nimmt den VfL Bochum“
Die jün­geren Fans kannten Peter Neururer eigent­lich nur als Donald-Duck-Imi­tator oder als Mann, der einen Bart wie ein Müll­wa­gen­fahrer hat. Und geben wir es zu, auch wir haben nicht geglaubt, dass Pedda eines Tages tat­säch­lich noch einmal auf eine Bun­des­liga-Trai­ner­bank heim­kehren würde. Aber dann siechte plötz­lich Neuru­rers Leib- und Magen­verein, der VfL Bochum, dahin und traute sich den Magier mit dem Trench­coat zurück­zu­holen. So viel Mut wurde belohnt: Der VfL blieb in der Liga und Neururer färbte sich live im TV die Haare blau und weiß. Diesen Mann muss man ein­fach lieben.

MAI

Auf­reger des Monats: ZDF nennt das Cham­pions-League-End­spiel Ger­ma­nico“
Deut­scher Cla­sico, Wem­bley Cal­ling, Gigan­ten­duell oder ein­fach nur: Finale – das ZDF rief zum Wett­be­werb auf, um dem deut­schen Cham­pions-League-Finale den rich­tigen Namen zu ver­passen. Am Ende ent­schied man sich für den Namen Ger­ma­nico“, der in etwa so fluffig über die Lippen kommt wie das Wort Rind­flei­sche­ti­ket­tie­rungs­über­wa­chungs­auf­ga­ben­über­tra­gungs­ge­setz (das übri­gens im Juni 2013 gekippt wurde und damit seinen Titel als längstes Wort in der deut­schen Sprache verlor – Fun Fact Ende). Und sofort empörte sich die gern empörte Öffent­lich­keit über dieses Wort­un­getüm Ger­ma­nico“, benutzte es dann aber trotzdem. Leider fiel uns das pas­sendste Wort für diese Ver­an­stal­tung erst ein, als Paul Breitner und Lars Ricken bei der Pre-Show des Cham­pions-League-Finals in Rit­ter­rüs­tungen auf den Rasen traten. Dabei wäre es ganz ein­fach gewesen. Es lau­tete: Zirkus!

Spieler des Monats: Thomas Müller
Thomas Müller ist uns ein Rätsel. Denn oft­mals wirkt der Mann, als wüsste er nicht so recht, was er da mit dem Ball anstelle. Und dann, wenn man gerade so richtig über ihn abläs­tern will, schießt er den FC Bar­ce­lona im Allein­gang aus dem Cham­pions-League-Halb­fi­nale. Müller lief im letzten Monat der Saison der­maßen heiß, dass die 11FREUNDE-Gram­ma­ti­k­re­dak­tion (ein Papagei, ein Affe und ein altes Pferd) kur­zer­hand einen eigenen Modus für seine Leis­tungen erfand: den Mül­lerativ.

Video des Monats: Spiel­ver­zö­ge­rung auf Eng­lisch
Und wäh­rend sich hier­zu­lande alle für die neue, deut­sche Spiel­kultur die Schul­tern wund klopften, zeigten die Ordner beim FC Chelsea bereits die modernste Form des Ver­tei­di­gens. Durch das kleine biss­chen Gemüt­lich­keit trieben sie Basels Ecken­schützen Mar­celo Diaz an den Rand der Ver­zweif­lung.

Schlag­zeile des Monats: Fer­guson ver­lässt Man­chester United
Alex Fer­guson stand 27 Jahren lang wie kein Zweiter für Man­chester United und dessen Erfolge. Doch am 8. Mai 2013 erkannte der Schotte, dass er etwas müde, etwas satt und viel­leicht auch etwas ent­täuscht von der Ent­wick­lung seines Klubs war. Er nahm den Hut, aber nicht ohne seinem Nach­folger einen richtig dicken Bro­cken auf die Schulter zu legen. Zitat: Mir war es wichtig, die Mann­schaft in einem best­mög­li­chen Zustand zu über­geben. Dieser Zeit­punkt ist nun gekommen. Die Qua­lität dieser Mann­schaft sowie deren Alters­struktur garan­tieren gegen­wärtig wei­tere Erfolge auf höchstem Niveau, und die Struk­turen im Nach­wuchs­be­reich werden dem Verein auch lang­fristig eine große Zukunft bescheren.“ Na dann, viel Erfolg, David Moyes!

JUNI

Auf­reger des Monats: Duis­burgs Kampf ums Über­leben
Pleite, nicht pleite, fast pleite, gerettet, doch nicht, viel­leicht doch. Ja, was denn nun? Im Juni ent­wi­ckelte sich rund um das Wedau­s­ta­dion von Duis­burg ein Wett­rennen der Finanz­ex­perten um das Über­leben des Tra­di­ti­ons­klubs MSV Duis­burg. In seiner schwersten Stunde schlug den Zebras aus allen Teilen des Landes eine Welle des Sym­pa­thie ent­gegen. Die Fans hielte Mahn­wa­chen, pro­tes­tierten, sam­melten Geld und lagen sich am Ende trä­nen­über­strömt in den Armen, als die Füh­rungs­riege des Klubs sicht­lich gezeichnet ver­kün­dete: Wir sind gerettet! Da kann man nur gra­tu­lieren. Wenn auch unter Vor­be­halt.

Spieler des Monats: Dany Ward
Dany Ward. Wer? Im Juni eroberte der Aachener Ama­teur­ki­cker Dany Ward unser Herz im Sturm. Eigent­lich Innen­ver­tei­diger beim Sieb­li­gisten Arminia Eilen­dorf, ent­deckte Ward sein Talent an der all­seits beliebten Tor­wand zum genau rich­tigen Zeit­punkt. Denn ein großer Elek­tro­markt wollte das schnelle Geld mit Fuß­ball machen und bot seinen Kunden an, dass sie ihren Ein­kaufs­wert zurück­er­stattet bekämen, wenn sie an der Tor­wand erfolg­reich wären. Ward nahm die Kette bei Wort, deckte sich mit Elek­tro­ar­ti­keln ein und traf. Und weil das so gut klappte, ging er in der Folge auch für andere Leute an die Kasse, um danach an der Tor­wand das Geld zurück zu bal­lern. Das lief aller­dings so gut, dass der Fili­al­leiter wohl seine Ver­kaufs­pro­vi­sion gefährdet sah und Ward kur­zer­hand Tor­wand­verbot erteilte. Klares Eigentor für den sonst so poppig, lus­tigen Elek­tro­ver­trieb. Und ein Grund mehr, dem­nächst lieber wieder beim kau­zigen Ein­zel­händler nebenan zu kaufen.

Video des Monats:
Eine schöne Frau erklärt jede Menge Gründe, warum die WM in Bra­si­lien auch ein biss­chen doof ist. Wir sind über­zeugt.

Schlag­zeile des Monats: End­lich: Die Eagles“ gehen wieder auf Tour!
Am 24. Juni brach eine Zeit­rech­nung im deut­schen Fuß­ball an, der Mes­sias höchst­selbst begann seine Arbeit beim FC Bayern Mün­chen. Rund um die Vor­stel­lung des Edel­trai­ners Pep Guar­diola wurde ein der­maßen ufer­loses Brim­bo­rium ver­an­staltet, dass man sich am liebsten vor Scham im Wand­schrank ein­ge­schlossen hätte. Statt­dessen haben wir das bizarre Schau­spiel mit einem Live­ti­cker begleitet, den wir an dieser Stelle gerne zitieren: 

12:08 Uhr 
Hier noch einmal das erste Wort von Pep auf Deutsch: Guten“. Wir sind begeis­tert.