Fuß­ball und Schwänzen ist auf ewig mit­ein­ander ver­woben. Vor­neweg die Bun­des­liga-Bra­si­lianer wie Ailton, Mar­cel­inho oder zuletzt Ham­burgs Walace, die stets einen erwei­terten Hei­mat­ur­laub dem Trai­nings­auf­takt im kalten Deutsch­land vor­zogen. Oder Spieler wie Sergio Ramos und Xabi Alonso, die sich auf Geheiß des Trai­ners einen Platz­ver­weis in der Cham­pions-League-Grup­pen­phase ein­han­delten, ein Spiel aus­setzten, um in der K.O.-Runde wieder dabei zu sein. Oder eben die Riege von Fuß­bal­lern mit tollen Pfer­de­schwänzen wie Ema­nuel Petit, David Seaman oder Roberto Baggio.

Ein ganz ähn­li­cher Fall spielt sich zur­zeit in Russ­land, bei Zenit St. Peters­burg, ab. Dort sah Leandro Paredes in der 60. Minute eine Gelbe Karte und fünf­zehn Minuten später beim Stand von 1:0 an fast der glei­chen Stelle nach einem über­mo­ti­vierten Ein­steigen die Ampel­karte. Gelb-Rot, Platz­ver­weis, Auf Wie­der­sehen. Was bedeutet, dass Paredes in der kom­menden Woche, wenn Zenit auf ZSKA Moskau trifft, frei hat.

Absicht oder nicht?

Doch aus dem ver­meint­lich harm­losen Platz­ver­weis ent­wi­ckelt sich zur­zeit ein hand­fester Skandal. Der Grund: Die Fans des rus­si­schen Erst­li­gisten werfen dem Argen­ti­nier Paredes vor, sich die zweite Gelbe Karte mit voller Absicht ein­ge­han­delt zu haben. Schließ­lich findet am kom­menden Samstag das Hin­spiel des Copa-Libertadores-Finales zwi­schen Boca Juniors und River Plate statt. Und Paredes hat vor, seine freie Zeit zu nutzen und nach Buenos Aires zu fliegen.

Tat­säch­lich ist Paredes seit Kind­heits­tagen großer Boca-Juniors-Fan und wurde in der Ver­eins­aka­demie acht Jahre lang aus­ge­bildet. Immer wieder teilt er Fotos oder Erin­ne­rungen aus seiner Zeit bei Boca in den sozialen Netz­werken. Wes­halb ihm nun rus­si­sche Fans unter­stellen, den Platz­ver­weis absicht­lich pro­vo­ziert zu haben.

Gar nicht erst zurück

Ich würde so etwas nie­mals tun“, ver­si­cherte Paredes gegen­über Fox Sports Argen­tina“. Tat­säch­lich habe ihm der Verein aber ange­boten, nach dem Europa-League-Spiel am Don­nerstag in Bor­deaux nicht zurück nach Russ­land reisen zu müssen, son­dern direkt nach Buenos Aires fliegen zu können. Ich habe mit unserem Sport­di­rektor über die Anschul­di­gungen gespro­chen und er sagte mir, dass sie mir ver­trauen“, sagte Paredes.

Wes­halb der Argen­ti­nier nun in die Heimat fliegen und am Sams­tag­abend auf den Tri­bünen des Bom­bonera“ sitzen wird. Die Russen hoffen, dass Paredes pünkt­lich zum Spiel gegen FK Rostow wieder ein­trifft. Aber viel­leicht ver­län­gert er seinen Zwangs­ur­laub, schaut sich statt­dessen auch das Rück­spiel am 25. November an, lässt sich die Haare wachsen und kehrt nach Russ­land mit einem präch­tigen Pfer­de­schwanz zurück.