Fast jedem (jungen) Fan dürfte dieses Leid schon einmal wider­fahren sein: Es gibt diesen einen Spieler im Kader, der es einem angetan hat. Poster hängen an der Wand im Kin­der­zimmer, das erste eigene Trikot ist mit seinem Namen beflockt und wenn draußen mit den Nach­bars­kin­dern oder Klas­sen­kam­mer­aden wieder einmal die größten Spiele des noch jungen Fan-Daseins nach­ge­spielt werden, wählt man immer einen Spieler – den Lieb­lings­spieler. Doch ehe man sich ver­sieht, wech­selt der den Verein. Der Spieler ist weg und das junge Fan­herz blutet.

Ein Sze­nario, das auch dem fünf Jahre alten Leeds-United-Fan Daniel Auton im Sommer bevor­stehen könnte. Denn sein Lieb­lings­spieler Ben White ist für diese Spiel­zeit vom Erst­li­gisten Brighton and Hove Albion an Leeds ver­liehen und soll im Sommer zurück zu seinem Stamm­verein kehren.

Können wir Ben bitte, bitte, bitte am Ende der Saison kaufen?“

Leeds-Fan Daniel Auton in seinem Brief an Brighton and Hove Albion

Mit einem rüh­renden Brief an Paul Barber, den Klub-Chef von Brighton, kämpft Daniel nun um seinen Lieb­lings­spieler. Ich schreibe Ihnen diesen Brief bezüg­lich eines ihrer Spieler, der aktuell an uns aus­ge­liehen ist. Der Spieler, um den es geht, ist mein Lieb­lings­spieler Ben White. Falls irgendwie mög­lich, können wir Ben bitte, bitte, bitte am Ende der Saison kaufen?“, schrieb Daniel, beließ es aber nicht nur bei der Bitte, son­dern kün­digte dar­über hinaus an, auch noch ganz tief in die eigene Tasche, bezie­hungs­weise ins eigene Spar­schwein zu greifen. Ich habe all mein Geld in meinem Spar­schwein gezählt und habe 15,07 Pfund, falls das etwas hilft.“

Brighton-Geschäfts­führer Paul Barber gab dar­aufhin ganz den auf­rich­tigen Geschäfts­mann und ant­wor­tete auf die Trans­fer­an­frage: Ich danke dir für deinen Brief mit dem groß­zü­gigen Angebot, deinen Lieb­lings­klub Leeds United zu helfen und unseren Spieler Ben White zu kaufen. Es ist sehr löb­lich, dass du dein gesamtes Geld anbie­test, um deinem Klub zu helfen.

Doch obwohl die Ablö­se­summen im kom­menden Trans­fer­fenster ent­gegen des Trends der letzten Jahre geringer aus­fallen dürften, reicht der 15 Pfund-Zuschuss des jungen Fans nicht ganz aus, um den Leih­spieler fest zu ver­pflichten. Der Verein habe sich zwar ernst­haft mit dem Angebot aus­ein­an­der­ge­setzt, aber sowohl Coach Graham Potter, als auch der tech­ni­sche Direktor Dan Ashworth, erachten Ben White als wich­tigen Teil unserer Zukunfts­pläne. Daher fürchte ich, dass wir ihn der­zeit nicht an Leeds United ver­kaufen können“, so der Brighton-Chef.

Viel­leicht könn­test du später als Scout arbeiten“

Doch trotz der Absage hat Daniel Auton etwas bewirkt. Der Mehr­heits­eigner von Leeds United, Andrea Rad­riz­zani, bedankte sich via Twitter für den groß­ar­tigen Job“ und kün­digte an, im Werben um Ben White noch einmal nach­legen: Wir werden dein Angebot für Ben auf­sto­cken und damit noch einmal an Mr. Barber her­an­treten.“

Zudem lockt Rad­riz­zani den Fünf­jäh­rigen sogar mit einem Job­an­gebot: Du bist nach der Schule bei uns im Verein herz­lich will­kommen, um Victor Orta (Leeds Sport­di­rektor, d. Red.) zu unter­stützen.“ Dass der Junge Poten­zial hat, sieht sogar auch Brigh­tons Geschäfts­führer Barber so: Du hast offen­sicht­lich ein sehr gutes Auge für junge Aus­nah­me­ta­lente. Viel­leicht könn­test du später als Scout arbeiten.“