11FREUNDE am Morgen

ist unser neuer News­letter. Pünkt­lich um 7 Uhr mor­gens ver­sorgt euch Chef­re­dak­teur Philipp Köster an jedem Werktag mit den wich­tigsten Nach­richten des Fuß­ball­tages. Hier könnt ihr abon­nieren.

Es war ein schwerer Schritt für Silas Katompa Mvumpa. Am Dienstag hat der Stürmer des Bun­des­li­gisten VfB Stutt­gart der Öffent­lich­keit mit­ge­teilt, dass der Name Waman­gi­tuka“, unter dem er bisher bei der Mel­de­be­hörde und den Fuß­ball­ver­bänden gemeldet war, nicht sein rich­tiger ist. Und dass er zudem ein Jahr älter ist, näm­lich 22 und nicht 21 Jahre, wie im offen­kundig fal­schen Pass ange­geben. Ich habe in den letzten Jahren in stän­diger Angst gelebt und mir auch um meine Familie im Kongo große Sorgen gemacht“ sagte Katompa Mvumpa in der Mit­tei­lung und begrün­dete die fal­sche Namens­nen­nung mit den Machen­schaften seines ehe­ma­ligen Spie­ler­ver­mitt­lers“. Der hatte offenbar vor drei Jahren vor Katompa Mvumpas Enga­ge­ment beim FC Paris den Namen und das Geburts­datum des Spie­lers geän­dert, wohl um die Ver­bin­dung zwi­schen dem Stürmer und seinem Aus­bil­dungs­verein zu kappen und so die Zah­lung der fäl­ligen Aus­bil­dungs­ent­schä­di­gung zu umgehen. Zweit­weise soll ein finan­zi­elles und emo­tio­nales Abhän­gig­keits­ver­hältnis zwi­schen Ver­mittler und Nach­wuchs­spieler bestanden haben.

So belas­tend und angst­be­setzt die letzten Jahre für den Spieler gewesen sein müssen, so beein­dru­ckend ist nun zu sehen, wie mutig Katompa Mvumpa nun gehan­delt und wie sou­verän und empa­thisch die Füh­rung des VfB Stutt­gart den Weg hinaus aus dem Ver­steck­spiel begleitet hat. Denn diese Geschichte ist eine über die oft schmut­zigen Geschäfte von Spie­ler­ver­mitt­lern beim lukra­tiven Transfer afri­ka­ni­scher Talente, und keine, die sich für erwart­bare Res­sen­ti­ments nutzen ließe. Das ist der Ver­dienst von Thomas Hitzl­sperger und Sven Mis­lintat – und natür­lich auch und vor allem von Silas Katompa Mvumpa.

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Euro 2021

Das geht ja gut los. Zwei Tage vor dem EM-Tur­nier deutet sich an, dass die Corona-Pan­demie den rei­senden Fuß­ball-Zirkus in den nächsten Wochen mächtig in Atem halten wird. Spa­nien ver­sank in den letzten Tagen schon mal im Chaos. Kapitän Sergio Bus­quets war am Sonntag positiv auf das Coro­na­virus getestet worden, dar­aufhin reiste der 32-Jäh­rige schnur­stracks aus dem Trai­nings­lager ab. Prompt wurde das letzte Test­spiel gegen Litauen von der eilends herbei geor­derten U21 absol­viert, was die Klubs der betrof­fenen Spieler ärgerte, löst die plötz­liche Beför­de­rung der Nach­wuchs­ki­cker zu A‑Nationalspielern doch eine Reihe von Nach­zah­lungen und Prä­mien aus. Der­weil trai­nierten die Spieler des ursprüng­li­chen Kaders indi­vi­duell, aus Sicher­heits­gründen wurden ges­tern gleich sechs wei­tere Spieler nach­no­mi­niert.

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Lese­tipp

Schöne Texte. Aus dem reich­hal­tigen Angebot bei uns im 11FREUNDE Club möchte ich euch heute eine his­to­ri­sche Repor­tage ans Herz legen, die mich schon länger beschäf­tigt hatte und die bei der Recherche immer neue ver­stö­rende Ein­zel­heiten zu Tage för­derte. Die Blut­spur des Tigers“ erzählt von einer Miliz des ser­bi­schen Unter­welt­kö­nigs Arkan, die 1992 eine blu­tige Spur durch Kroa­tien und Bos­nien zog. Unter den Frei­schär­lern waren zahl­reiche Hoo­li­gans von Roter Stern Bel­grad, die von Arkan in den Sta­dien des zer­fal­lenden Staates Jugo­sla­wien auf den Krieg vor­be­reitet wurden. Hier findet ihr den Text.

Gegen Homo­phobie

Über Bande. Als im März 2021 über 800 Pro­fi­fuß­baller und Pro­fi­fuß­bal­le­rinnen in unserem Magazin homo­se­xu­ellen Mann­schafts­ka­me­raden mit dem Slogan Ihr könnt auf uns zählen“ ihre Soli­da­rität ver­si­cherten, hatten wir keine Vor­stel­lung, welch weite Kreise diese Aktion ziehen würde. Unzäh­lige Sportler, nicht nur Fuß­baller, haben sich ihr in den letzten Wochen und Monaten ange­schlossen. Und nun flim­merte sie beim letzten Test­län­der­spiel der deut­schen Elf auch noch über die Bande des Düs­sel­dorfer Sta­dions. Eine schöne und begrü­ßens­werte Aktion des Deut­schen Fuß­ball­bundes.

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Spiel­tags­frei?

Spiel­tags­frei? Offenbar bekam die Wer­be­agentur der schot­ti­schen Depen­dance des Süß­wa­ren­kon­zerns Mars kürz­lich den Auf­trag, sich mal eine schmis­sige Kam­pagne zur Euro 2021 aus­zu­denken. Was dabei her­auskam, war typisch schot­tisch-ver­korkst. Vom Kon­zern bezahlte Sta­tisten for­derten näm­lich diese Woche vor dem schot­ti­schen Par­la­ment in Edin­burgh in erbar­mungs­wür­digem Outfit einen bezahlten Fei­ertag für den ersten Grup­pen­spieltag der Schotten am nächsten Montag. Argu­ment: Nach 23 Jahren seien die Schotten end­lich wieder bei einer Euro­pa­meis­ter­schaft dabei. Da könne es nicht sein, dass der Anpfiff um 14 Uhr wegen so etwas wie schnöder Lohn­ar­beit ver­passt werde. Die wenigen Par­la­men­ta­rier, die an der merk­wür­digen Pro­zes­sion vor­bei­mar­schierten, blickten ratlos und amü­siert zugleich.

Rät­sel­spaß

Viel zu leicht. Fangen wir diesmal mit der Lösung des Vor­ta­ges­rät­sels an. Gesucht war natür­lich Jan-Ingwer Callsen-Bra­cker. Viele, fast zu viele Lösungen tru­delten ein. Den guten Mann mit der gleich­na­migen Pflanze zu bebil­dern, war offenbar eine zu sta­bile Räu­ber­leiter. Rät­sel­fuchs Dirk Wil­lemsen schrieb: Der Hin­weis war zu eso­te­risch-ein­deutig, da ich mit reich­lich Ingwer-Wurz auf­wuchs und meine Frau zudem ein Rie­senfan war und jah­re­lang bei jedem Spiel im Fern­sehen fragte, ob Jan-Ingwer mit­spielt, und ich hatte selten Spiele von Lever­kusen oder Augs­burg laufen“. Und Dirk hatte noch einen Fun­fact parat: Beim Goo­geln hab ich fest­ge­stellt, dass er wohl auch Kinder haben muss, denn Jan Ing­wersen führt nahe seiner Geburts­stätte ein Bestat­tungs­un­ter­nehmen. Nun gut er ist älter als unser Janni, aber trotzdem lustig!“ Hihi. In der Tat. Das heu­tige Rätsel ist etwas kniff­liger. Diesmal geht es um den Namen eines Kickers, der sich in den Fünf­ziger und Sech­ziger Jahren unter seinem Künst­ler­namen, nun ja, einer gewissen Popu­la­rität in der Kicker­szene erfreute. Viel Spaß beim Rät­seln! Lösungen sendet ihr wie immer in mein Post­fach an philipp@​11freunde.​de.

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Schöne Plätze

Beein­dru­ckendes Pan­orama. Auf unserer Reise zu den schönsten Fuß­ball­plätzen der Welt führt uns der Weg heute nach Gibraltar zum Vic­toria Sta­dium mit wun­der­schönem Blick auf den Upper Rock, den Felsen von Gibraltar. Das Sta­dion liegt an der Win­ston Chur­chill Avenue, unmit­telbar neben der Start­bahn des Flug­ha­fens. Immerhin 5000 Zuschauer fasst die Arena, die Heimat aller Fuß­ball­klubs des bri­ti­schen Über­see­ge­bietes ist. Es gibt keinen wei­teren Fuß­ball­platz auf der Halb­insel.

Weiter, immer weiter. Langsam sollte es doch mal gut sein mit den Test­spielen. Schließ­lich fängt das Tur­nier doch schon in zwei Tagen an. Aber nein, der deut­sche Grup­pen­gegner Por­tugal läuft heute nochmal gegen Israel auf. Alter­nativ hätten wir noch Balingen-Wall­dorf in der Regio­nal­liga Süd­west zu bieten und Turk­me­ni­stan-Libaon und Sri Lanka-Süd­korea in der asia­ti­schen WM-Qua­li­fi­ka­tion. Ihr seht: Der Tisch ist reich gedeckt.

Einen schönen Mitt­woch wünscht euchPhilipp Köster