Ansgar Knauff
Wild ging’s am Samstag in Stutt­gart her, wo der BVB zu Gast war. Zurück­ge­legen, Spiel gedreht, Aus­gleich kas­siert und doch noch das Siegtor erzielt. Und mit­ten­drin ein Junge, dem seine Mutter wahr­schein­lich noch Stullen für die Fahrt nach Stutt­gart geschmiert hat und bei der Abreise win­kend hinter dem Bus her­ge­rannt ist: Ansgar Knauff. Der Name schreit nach Blau­mann, Haar­kranz, Schnupf­tabak und Senf im Mund­winkel. Sein Spiel hin­gegen erstaun­lich erfri­schend. Mama ist stolz.

Jude Bel­lingham
In Dort­mund werden sie gerade Zeuge eines Evo­lu­ti­ons­wun­ders. Jude Bel­lingham scheint den Gesetzen der Natur zu trotzen und kehrt den Alte­rungs­pro­zess um. Anders ist es kaum zu erklären, wie der 17-Jäh­rige der­maßen abge­klärt auf­laufen kann. Am Wochen­ende hat er getroffen. Was kommt als nächstes? Hat seine Kar­riere zuletzt zwei Jahre lang in den USA aus­klingen lassen, vor der Saison der Wechsel zu Dort­mund, um nochmal auf Top­ni­veau zu spielen, in den nächsten Jahren wird er immer tem­po­rei­cher und fre­cher, dann unreifer, irgend­wann wagt er schließ­lich den Sprung in die zweite eng­li­sche Liga und durch­läuft dort die A- bis F‑Jugend, ehe er bei den Mini­ki­ckern das Fuß­ball­spielen lernt. Moderne Ben­jamin Button.

Borna Sosa und Sascha Kalajdzic
Was die Stutt­garter Borna Sosa und Sascha Kalajdzic seit Wochen zusammen ver­an­stalten, gleicht einer Neu­auf­lage der Manni-Kaltz-Horst-Hru­besch-Kollabo. Sosa kann sich glück­lich schätzen, wenn ihm wegen der Bana­nen­flanke vom Wochen­ende keine Patent­klage auf den Schreib­tisch segelt. Und auch Kalajdzics Kopfall-Bogen­lampe sollte noch einmal gegen­ge­checkt werden. Der Ver­dacht liegt nahe, dass es sich dabei um eine nicht geneh­migte Repli­ka­tion von Horst Hru­beschs Haus­marke han­delt. Sosa Flanke, ich Kopf, Tor!“

Der schnell aus­ge­führte Ein­wurf
Schnell aus­ge­führte Ein­würfe, Ecken oder Frei­stöße haben manchmal etwas Geniales inne. Solche Aktionen zeigen, dass Fuß­ball­spiele durch eine sekun­den­schnelle, kluge Impro­vi­sa­tion ent­schieden werden können und eben nicht durch Video­ana­lysten und Expected-Goal-Modelle voll­ends durch­ge­plant sind. So geschehen am Samstag beim Spiel Bayern gegen Union, als Cedric Teu­chert den Ein­wurf schnell aus­führte und die Ber­liner die Bayern-Defen­sive über­rum­peln konnten. Schneller als Teu­cherts Ein­wurf sind ansonsten nur Schalker Rück­hol­ak­tionen ver­pufft, Münchner Meis­ter­feiern zu Ende und Dort­munds Sai­son­ziele ange­passt.

Ein­tracht Frank­furt
Wäre am Samstag noch ein wei­teres Ein­tracht-Tor gefallen, wir wären dem Denun­zi­an­tentum ver­fallen und hätten die ver­mehrten Corona-Ver­stöße gemeldet, ohne Witz! Denn wir von 11FREUNDE sehen es als unsere Pflicht, in Krisen wie diesen, Swinger-Partys, wie am Wochen­ende in Frank­furt zu melden. Wer will nochmal, wer hat noch nicht, hin und her, hinten, vorne, lang, kurz: Dem Schweins­kram waren kei­nerlei Grenzen gesetzt. Und dann saufen die da auch noch den ganzen Tag 4:3er mit Milch. Fahr­lässig! Aber auch ein biss­chen geil.

Erik Durm
Erik Durm sieht aus wie dieser Junge, den du im Spa­ni­en­ur­laub an der Tisch­ten­nis­platte ken­nen­lernst. Ein­zel­kind, trägt Drei­viertel-Hose und fährt seit zehn Jahren mit seinen Eltern in den immer selben Bun­ga­low­park. Die beiden hängen seit dem Brunch ange­soffen am Pool. Anfangs magst du den Typen. Ein Stück weit aus Mangel an gleich­alt­rigen Alter­na­tiven, aber auch weil er die ganzen coolen Ecken der Anlage kennt. Doch der Typ redet viel. Sehr viel. Am nächsten Tag geht er dir schon tie­risch auf die Klötze, los wirst du ihn die zwei Wochen aber nicht mehr. Was wir sagen wollen: Wenn Erik Durm mit der Ein­tracht so wei­ter­spielt, kann er im nächsten Jahr den Jungs an der Küste von Bar­ce­lona auf die Eier gehen.