20 _ Julio Gron­dona
Der 82-jäh­rige Argen­ti­nier ist die dunkle Emi­nenz des Welt­fuß­balls. Finanz­chef der FIFA und Blat­ters wich­tigster Mann. 2011 tauchten dubiose Aus­lands­konten über 120 Mil­lionen Dollar von ihm auf. Kein Kom­mentar dazu von ihm. Ansonsten? Anti-Reformer. Und Anti­semit: Juden mögen keine harte Arbeit.“ Feind der Eng­länder: Erst wenn sie uns die Falk­land Inseln zurück­geben, bekommen sie meine Stimme.“

19 _ Roman Abra­mo­witsch
Der Russe hat den Fuß­ball jeg­li­cher Romantik beraubt. Vor zehn Jahren legte der Olig­arch 165 Mil­lionen Euro für den FC Chelsea hin und stopfte ihn so lange, bis er 2012 end­lich die Cham­pions League gewann. Kosten für den Wahn­sinn: eine Mil­li­arde Euro für Trans­fers und 1,5 Mil­li­arden Euro für Gehälter. Immerhin, Abra­mo­witschs Invest machte ihn zum Vor­bild aller Super­rei­chen, denen lang­weilig ist und die nach öffent­li­chem Ansehen gieren.

18 _ José Hawilla
Zum Busi­ness-Sprech unserer Tage gehört auch, dass man seine Geschäfte 360 Grad machen soll. Wie man sich beim Geld­ma­chen einmal um die eigene Achse dreht, zeigt die bra­si­lia­ni­sche Firma Traffic schon seit 1983. Ihr Gründer José Hawilla setzt nicht nur auf die Ver­mitt­lung von der­zeit 60 Profis mit Aus­bil­dung in der eigenen Fuß­ball­schule, son­dern kon­trol­liert auch viele Trans­fer­rechte und gleich ganze Klubs in Bra­si­lien, Por­tugal und den USA. Außerdem dealt er mit süd­ame­ri­ka­ni­schen Fern­seh­rechten, ver­marktet inter­na­tio­nale Tur­niere und das neue Sta­dion von Pal­meiras in Rio de Janeiro. Noch was ver­gessen? Ach ja: Fan­feste hat Traffic auch schon orga­ni­siert.

17 _ Flo­ren­tino Perez
Der Prä­si­dent von Real Madrid stand zuletzt stark unter Druck. Auf etwa eine halbe Mil­li­arde Euro ist der Schul­den­berg des selbst­er­nannten besten Klubs der Welt gestiegen, und dann kauft er mal eben für 100 Mil­lionen einen 24-jäh­rigen Waliser, der bis dato eine richtig gute Saison bei Tot­tenham Hot­spur gespielt hat. Doch als Chef des Weißen Bal­letts“ ist Pérez halt immer noch in der Lage, jeden Rekord­transfer zu rea­li­sieren. Inzwi­schen hat er rich­tig­ge­stellt: Gareth Bale hat nur 91 Mil­lionen gekostet. Da waren alle beru­higt.

16 _ Vicente del Bosque
Diese Kar­riere hätte sich der schnurr­bär­tige Mann aus Sala­manca wahr­schein­lich nicht träumen lassen – und viel­leicht hätte er sie nicht mal gewollt. Eigent­lich war der ehe­ma­lige Was­ser­träger von Günter Netzer glück­lich in seinem Nach­kar­rie­rejob als Jugend­ko­or­di­nator von Real Madrid, dann aber wurde er Reals erfolg­reichster Trainer der Neu­zeit. Dabei blieb Del Bosque stets anständig und bescheiden, was Real-Boss Perez so uncha­ris­ma­tisch fand, dass er ihm 2003 den Stuhl vor die Tür setzte. So kam der Trainer auf Umwegen zu seiner zweiten Lauf­bahn als Mode­rator der furcht­ein­flö­ßenden Furia Roja. Bis heute ist Vin­cente Del Bosque der ein­zige Coach, der die WM, die EM und die Cham­pions League gewonnen hat. Noch Fragen?

15_​David Beckham
Time“ zählte ihn 2004 zu den welt­weit 100 ein­fluss­reichsten Per­sön­lich­keiten, um ihn herum wurde das huma­noide Sub­genre des Metro­se­xu­ellen“ gestrickt. Es braucht nicht viel Fan­tasie, um zu ahnen, dass David Beckham auch nach seiner aktiven Kar­riere eine macht­volle Ikone sein wird. Und sei es als Blau­pause für künf­tige Show­stars des Fuß­balls.

14_­Müller-Wohlfarth
Kritik gab es immer, vor allem an Methoden jen­seits der Schul­me­dizin und am Ver­kauf von kruden Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­teln. Vor­würfe, die nichts daran ändern, dass Hans-Wil­helm Müller-Wohl­fahrt bis heute der begehr­teste Sport­arzt welt­weit ist. Kaum ein nam­hafter Fuß­baller, der nicht schon in der Münchner Praxis vor­stellig wurde. Ob Jürgen Klins­mann, Ronaldo, Michael Owen, Franz Becken­bauer, Steven Ger­rard oder Lothar Mat­thäus, sie alle und viele mehr ließen von Müller-Wohl­fahrt ihre gezerrten Mus­keln und mor­schen Menisken begut­achten. Der Per­so­nen­kult um den langmäh­nigen Medi­ziner setzte Mitte der neun­ziger Jahre ein, vorher war er ein Mann­schafts­arzt wie viele andere auch, mit leicht über­durch­schnitt­li­chem Talent zur Eigen­ver­mark­tung. Mitt­ler­weile werden ihm jedoch die Kräfte eines Wun­der­hei­lers zuge­bil­ligt, im tra­di­tio­nell aber­gläu­bi­schen Fuß­ball­be­trieb so etwas wie die Lizenz zum Geld­dru­cken. Wenn er erklärt: Ich habe Dinge gefunden, die im Röntgen, Kern­spin und Ultra­schall nicht zu sehen sind“, ist das stets Anlass zum Jubel, nicht zur Sorge. Und so pil­gern sie bis heute alle­samt nach Mün­chen, zum berühm­testen Sport­arzt der Welt.

13_​Michel Pla­tini
Der UEFA-Prä­si­dent ist ein spru­delnder Quell an Ideen, bei denen Fuß­ball­pu­risten gerne der Angst­schweiß aus­bricht. Er hat das Teil­neh­mer­feld der EM auf
24 Mann­schaften auf­ge­bläht. Er lässt das Tur­nier 2020 in ganz Europa statt­finden. Er über­legt, Bra­si­lien und Argen­ti­nien zur Euro ein­zu­laden. Und wozu das alles? Pure Macht­po­litik. 2015 will Michel Pla­tini den ewigen Sepp Blatter als FIFA-Chef ablösen und schmiedet bereits jetzt seine Alli­anzen. Der Mann war eben nicht nur als Mit­tel­feld­re­gis­seur ein cle­verer Stra­tege.

12_​Neymar
Jeden Morgen zünden die Mit­ar­beiter seiner zwölf Spon­soren (u. a. VW, Nike, Pana­sonic, Uni­lever, Claro mobile, Gua­raná) eine Kerze an. Sie alle beten, dass der bra­si­lia­ni­sche Jung­spund die in ihn gesetzten Hoff­nungen bei der Heim-Welt­meis­ter­schaft 2014 min­des­tens erfüllt. Nur so zahlt sich das mil­lio­nen­schwere Invest­ment aus. Der Titel sollte es schon sein. Sonst rollen Köpfe.

11_​Scheich Man­sour
Selten wurde ein Fuß­ball­klub derart umkrem­pelt wie Man­chester City seit 2008 von Mil­li­ardär Man­sour bin Zayed Al Nahyan, Mit­glied der Königs­fa­milie von Dubai. Durch Man­sours bra­chiales Invest­ment stieg City aus dem Nichts zum Titel­aspi­ranten und Cham­pions-League-Teil­nehmer auf. Gut oder schlecht? Haupt­sache ren­tabel.