Seite 2: Die Defensivarbeit einer Bratwurst

Bei Bayer Lever­kusen weiß man das längst. Nach einem olym­pi­schen Tur­nier und somit quasi ohne Vor­be­rei­tung inner­halb der Mann­schaft brachte ihn Schmidt im ersten Sai­son­spiel gegen Borussia Mön­chen­glad­bach als ersten Aus­wech­sel­spieler. Nach einer schwa­chen ersten Sai­son­hälfte 2015/16 war der Links­außen zum Sai­son­ende unan­ge­foch­tener Leis­tungs­träger.

Son-Brandt

Julian Brandts Ent­wick­lungs­kurve zeigt steil nach oben, nachdem ihn Schmidt im Winter 2014 wäh­rend des Cham­pions-League-Spiels in Paris ein­wech­selte und neben Heung-Min Son gleich für den ersten viralen Durch­bruch sorgte.

Jetzt #Son und #Brandt im Spiel. Wir haben Durst / Unsere #UCL https://t.co/lX7SZpaEJW #11konf #SLBB04 #bvbrsc pic​.twitter​.com/​X​A​l​z​k​Xicd2

— 11FREUNDE_​de (@11Freunde_de) 9. Dezember 2014

Dabei über­zeugte in der abge­lau­fenen Saison – seiner stärksten – nicht nur seine Serie von neun Bun­des­li­ga­spielen mit direkter Tor­be­tei­li­gung (sechs Tore, fünf Vor­lagen). Er pro­fi­tiert enorm von der kräf­te­zeh­renden, aber recht ein­fa­chen, weil ver­ti­kalen Spiel­weise von Roger Schmidt. Es sind oft Bewe­gungen von der Außen­bahn in die Mitte, kurze Pässe zwi­schen ihm, Chicharito und Karim Bel­la­rabi mit dem Sprint in den Raum hinter die Vie­rer­kette, die für simple und effek­tive Tor­ge­fahr sorgen.

Reschke wollte ihn zurück

Dass Brandt am Samstag gegen den Ham­burger SV auf dem Platz steht, geriet kurz vor Ende des Trans­fer­fens­ters in ernste Gefahr. Der FC Bayern – natür­lich – wollte den 20-Jäh­rigen abwerben. Aus­ge­rechnet Bay­erns Tech­ni­scher Direktor Michael Reschke suchte nach einem Detail im Ver­trag, den er 2013 noch im Dienste Lever­ku­sens für Brandt auf­ge­setzt hatte. Schon damals waren der FC Chelsea und die Mün­chener an ihm dran. Brandt unter­schrieb für fünf­ein­halb Jahre im Rhein­land.

Keine schlechten Refe­renzen für einen Spieler, der seine eigene Defen­siv­ar­beit als brat­wurstig“ bezeichnet und vor einem Jahr noch nichts davon wissen wollte, dass er in Lever­kusen ein Stamm­spieler sei: Fragen Sie mich in einem Jahr noch einmal“.

Eine Frage, die man sich mitt­ler­weile getrost sparen kann.