Vor jedem Spieltag stellen wir euch einen Bun­des­li­ga­spieler vor, der nicht immer im Ram­pen­licht steht und trotzdem eine ent­schei­dende Rolle für seine Mann­schaft spielt. Ob wir damit tat­säch­lich Recht behalten, seht ihr sams­tags ab 15 Uhr in unserer großen Bun­des­liga-Kon­fe­renz und kon​fe​renz​.11freunde​.de.

Im Sommer 2015 kam Julian Brandt drei Stunden zu spät zu seiner eigenen Preis­ver­lei­hung. Das Exper­ten­ma­gazin 11FREUNDE“ hatte ihn zum New­comer des Jahres aus­er­wählt – und die müssen es ja schließ­lich wissen. Nur war sein Trainer Roger Schmidt mit einem abend­li­chen Vor­be­rei­tungs­spiel nicht zufrieden gewesen und hatte auch Julian Brandt zum ellen­langen Aus­laufen ver­bannt.

Mensch, hat der heute wieder klasse gespielt“

Also stieg der 19-jäh­rige Fuß­ball­profi aus der Limou­sine und wurde zugleich von einer kleinen Horde Foto­grafen begrüßt. Am Ende des roten Tep­pichs – dieses Fuß­ball­ma­gazin hatte wirk­lich ganz groß auf­ge­fahren – war­teten bereits seine Eltern. Sein Vater, zugleich Manager, hatte den Preis schon für ihn abge­holt und seine Mutter stand mit ungläu­biger Miene daneben. Mein Julian. Das ist doch völlig ver­rückt“.

Auch die warmen Worte des Lau­da­tors Dieter Schatz­schneider hatte Julian Brandt auf den Außen­bahnen von Lever­kusen ver­passt. Ich kann mich an keinen Tag erin­nern, an dem ich nicht gedacht habe: Mensch, hat der heute wieder klasse gespielt“, erin­nerte sich der Scout von Han­nover 96 an Nach­mit­tage in Ober­neu­land oder Bar­sing­hausen, wo Brandt mit seiner Jugend- oder Aus­wahl­mann­schaft vor­ge­spielt hatte. Und Schatz­schneider lehnte sich wahr­lich nicht weit aus dem Fenster als er sagte: Dieser Junge wird mal Natio­nal­spieler.“ Es brauchte nur noch zehn wei­tere Monate.

Die Nummer Sieben

Mit wel­chen Vor­schuss­lor­beeren des DFB Julian Brandt, Gewinner der Fritz-Walter-Medaille 2014 in Gold, aus­ge­stattet ist, wurde erst vor ein paar Tagen deut­lich. Als er zum WM-Qua­li­fi­ka­ti­ons­spiel gegen Finn­land in die Kabine kam, suchte er ver­ge­bens nach seiner Nummer. Ich hab’ sie ein­fach nicht gefunden und dachte schon, dass ich aus dem Kader gestri­chen wurde“, erklärte Brandt. Kurz danach über­reichte ihm der Zeug­wart das Trikot mit der Nummer Sieben. Jenes, das Tage zuvor Bas­tian Schwein­s­teiger abge­legt hatte.

Ganz schön große Fuß­stapfen“, japste Brandt anschlie­ßend ins Mikrofon. Dabei dürfte er ähn­lich viel vor­zu­weisen zu haben wie sein Vor­gänger in diesem Alter.